MGV Teutonia mit Sommerkonzert Müschener Chor besingt Wein, Wehmut und weite Welt

„De Hamburger Veermaster“ gehört zu den Shanty-Klassikern. Hier mit Solist Theo Geers im Wechsel mit seinem Chor, dem MGV Teutonia Müschen“ und Chorleiterin Olga Dahlke. Foto: Andreas Wenk„De Hamburger Veermaster“ gehört zu den Shanty-Klassikern. Hier mit Solist Theo Geers im Wechsel mit seinem Chor, dem MGV Teutonia Müschen“ und Chorleiterin Olga Dahlke. Foto: Andreas Wenk

Bad Laer. Mit einer Neuauflage seines Sommerkonzerts hat der Männergesangverein Teutonia Müschen seine Anhänger erfreut.

In den Festsaal der Blombergklinik waren am Dienstagabend rund 50 Gäste gekommen, um dem Chor zuzuhören, der in diesem Jahr sein 120-jähirges Bestehen feiert. Das Konzert schien etwas aus dem Zeitgeist zu fallen. Die 15 Herren fortgeschrittenen Alters, alle adrett in dunkelblauem Blazer und hellgrauer Hose mit roten Krawatten und Einstecktüchern bekleidet, sangen von Natur, Wein, weiter Welt und der Wehmut der Seeleute. Für Vera Eckle geradezu „anrührend.“

Die Tübingerin war früher selbst im Sängerkranz Harmonie ihrer Heimatstadt aktiv und ist mit ihrem Mann Hendrik Hauß nach Bad Laer in den Norden gekommen, um die Tochter zu besuchen, die es zum Studium nach Münster verschlagen hat. Stimmen würden im hohen Alter nicht unbedingt besser, meint Hauß, dennoch wippte er während des Konzerts von Zeit zu Zeit mit dem Bein im Takt. Vor allem wenn Chorleiterin Olga Dahlke am Klavier ein ambitioniertes Tempo vorgab wie beim Udo-Jürgens-Klassiker „Griechischer Wein“ oder Drafi Deutschers „Mamor-Stein und Eisen bricht“, wurde der Chor seinem MGV-Motto gerecht. Denn laut Moderator Torsten Dimek steht MGV zwar landläufig für Männergesangverein, für die Müschener bedeute MGV jedoch „Männer geben Vollgas.“ Dem Applaus nach zu urteilen, trafen sie dabei auch dem Publikum ins Herz.

Nach anfänglichem Zögern folgten die Besucher auch der Aufforderung zum Mitsingen. Das Textblatt zu Wanderlied-Potpourri war offenbar hilfreich. Aus ersten zaghaften Versuchen schallte aus den Sitzreihen schließlich ein lautstarkes Bühnenecho als der Chor „Horch, was kommt von draußen rein“ oder - in Erinnerung an Alt-Bundespräsident Walter Scheels legendären TV-Auftritt - „Hoch auf dem gelben Wagen“ anstimmte.

Theo Geers brillierte mit Ausflügen in beachtenswerte Höhen. Ganz im sicheren Hafen befand er sich mit „De Hamburger Veermaster“ und im Dialog mit seinen Sängerfreunden. Die suchen inzwischen händeringend Nachwuchs. Laut Dimek, der das Programm mit ebenso unterhaltsamen wie nachdenklichen Kurzgeschichten bereicherte, liegt das Durchschnittsalter bei den Teutonen mittlerweile bei 77 Jahren. Deshalb rief er die wenigen jüngeren Zuhörer auf, vielleicht einmal donnerstags zu einem Übungsabend in die Gaststätte Lindenhof zu kommen. „Singen hält jung“, verspricht Dimek. Dass mehr als ein Funke Wahrheit darin steckt, haben der singende Klempnermeister Theo Geers und seine Müschener MGV Teutonia-Freunde eindrucksvoll bewiesen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN