Improvisationstheater in Bad Laer Publikum lacht über das Steimel und sein Matschke

Wälzten sich auf dem Boden: Philipp Steimel und Thilo Matschke in Bad Laer. Foto: Dominik LappWälzten sich auf dem Boden: Philipp Steimel und Thilo Matschke in Bad Laer. Foto: Dominik Lapp

Bad Laer. Sie sind zurück. Philipp Steimel und Thilo Matschke haben schon vor drei Jahren das Publikum im Haus des Gastes beeindruckt und waren jetzt als "Das Steimel und sein Matschke" erneut zu Gast, um rund 60 Zuschauer mit erstklassigem Improvisationstheater zu unterhalten und zum Lachen zu bringen.

Schon rein optisch sind die beiden Schauspieler grandios: Der lange Steimel und der kleinere Matschke ergänzen sich als Team perfekt. Bei ihrem Auftritt in Bad Laer spielten sie nicht nur sich selbst, sondern schlüpften auch in die Rollen ihrer Verwandten, standen als Sponti Steimel und Stehgreif Matschke sowie als Magic Steimel und Magic Matschke auf der Bühne. 

Publikum frisst Schauspielern aus der Hand

Und das Publikum fraß ihnen aus der Hand. Als die mäßig begabten Magier Magic Steimel und Magic Matschke, eingeflogen aus Las Vegas, erklärten, dass sie aus Kostengründen auf eine teure Soundanlage verzichtet haben, sprang das Publikum kurzerhand als Chor ein, um für ordentlichen Hall zu sorgen, immer wenn das Wort "Magic" erwähnt wurde - das funktionierte erstaunlicherweise über den ganzen zweistündigen Abend.

Zauberei mit preisreduzierten Hamstern

Für Gelächter sorgte das Zaubererduo außerdem mit ihrer "großen Zauberei mit preisreduzierten Hamstern". Aggressiven Hamstern. "Es kann sein, dass so ein Hamster ins Publikum fliegt und ihren Ehemann frisst", warnte Magic Matschke eine Zuschauerin. "Aus versicherungsrelevanten Gründen." Während der Darbietung dröhnte ein sich wiederholendes "Bomm-Bomm" aus den Lautsprechern, als die Magier ihren Zauberkoffer öffneten, aus dem sich zwei Plüschhamster an Maßbändern abseilten. "Thunder", kommentierten die Magier. "Lightning", hallte es durch den Saal, und aus dem Kopf zweier weiterer Hamster schossen Flammen.

Große Zauberei mit preisreduzierten Hamstern. Foto: Dominik Lapp

Interaktives Publikum

Besonders herausragend waren Steimel und Matschke allerdings immer dann, wenn sie improvisierten. Im so genannten Replay spielten sie zunächst eine Szene auf einem Friedhof, die sie mehrfach wiederholten, dabei aber unterschiedliche Stimmungen widerspiegelten. Hierbei zeigte sich auch das Publikum äußerst kreativ und interaktiv. "Sex, Begierde", brüllte eine Zuschauerin, als die Schauspieler danach fragten, wie die Szene dargestellt werden solle. Und Steimel und Matschke machten. Sie spielten die Szene auf dem Friedhof erst neutral, dann wütend, dann erotisch und schließlich gut gelaunt und betrunken.

Filmgenres im Supermarkt

Schnell war klar, wo die nächste Szene spielen sollte: "Supermarkt!" Das Publikum war gut dabei. Philipp Steimel und Thilo Matschke befanden sich also in einem Supermarkt, in dem der Ladendetektiv einen Kunden ansprach, weil dieser sprechende Preisschilder eingesteckt hatte. Die Herausforderung dabei: Auf Zuruf aus dem Publikum musste die Supermarktszene in verschiedenen Filmgenres dargestellt werden. Hier lief das Duo zur Höchstform auf. Wie die Teletubbies flitzten sie durch die imaginären Regale, als sie im Stil eines Zeichentrickfilms spielen sollten. Es folgten eine mitreißende Liebesszene in der Gemüseabteilung, ein Drama zwischen Konservendosen und ein Psychothriller bei den Wurstwaren. Dabei kam nicht nur das Publikum aus dem Lachen kaum raus. Auch die Schauspieler fielen vor Lachen immer mal wieder aus ihren Rollen. Improvisationstheater vom Feinsten eben.


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