Europäischer Sozialfonds zahlt dazu Projekt in Bad Laer: Pflegekräfte finden und binden

Starten mit viel Motivation in das ESF-geförderte Projekt „Finden und Binden - Nachwuchsförderung in der Pflege“ (von links): Anna-Lena Höft, Leiterin des Projektes „Finden und Binden“ bei Gewinet, Ralf Chojetzki, Geschäftsführer der Caritas St. Antonius Pflege GmbH, Lars Hellmers, Vorstand der MaßArbeit, Landrat Dr. Michael Lübbersmann, die beiden Projektmitarbeiterinnen Kerstin Hüls von der MaßArbeit und Daniela Sühlmann von der Caritas St. Antonius Pflege GmbH, sowie der Gewinet-Vorsitzende Prof. Dr. Michael Böckelmann. Foto: MaßarbeitStarten mit viel Motivation in das ESF-geförderte Projekt „Finden und Binden - Nachwuchsförderung in der Pflege“ (von links): Anna-Lena Höft, Leiterin des Projektes „Finden und Binden“ bei Gewinet, Ralf Chojetzki, Geschäftsführer der Caritas St. Antonius Pflege GmbH, Lars Hellmers, Vorstand der MaßArbeit, Landrat Dr. Michael Lübbersmann, die beiden Projektmitarbeiterinnen Kerstin Hüls von der MaßArbeit und Daniela Sühlmann von der Caritas St. Antonius Pflege GmbH, sowie der Gewinet-Vorsitzende Prof. Dr. Michael Böckelmann. Foto: Maßarbeit

Bad Laer. Im Pflegebereich ist der Fachkräftemangel bereits deutlich spürbar: Viele Einrichtungen können nicht so viel Personal ausbilden, wie benötigt wird. Genau hier setzt ein neues Projekt des Gewinet Kompetenzzentrums Gesundheitswirtschaft e.V. an.

Das wurde auf Initiative der kommunalen Arbeitsvermittlung Maßarbeit und der Wigos Wirtschaftsförderung des Landkreises Osnabrück gestartet: „Finden und Binden - Nachwuchsförderung in der Pflege“ will verstärkt Schüler für den Pflegeberuf gewinnen und die Auszubildenden gezielt unterstützen, um Abbrüche zu vermeiden, heißt es in der Maßarbeit-Mitteilung weiter. 

220.000 Euro

„Der Pflegeberuf hat gerade bei den jungen Menschen ein eher negatives Image“, so Landrat Michael Lübbersmann. Das Projekt sorge dafür, dass Schüler ganz praktisch in den Beruf hineinschnuppern und Vorurteile abbauen könnten, unrteilte der Landrat. Für „Finden und Binden“ konnten auch Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) eingeworben werden: Der finanzielle Umfang des Projektes liegt bei knapp 220.000 Euro. Die Hälfte steuert der ESF zu, die andere Hälfte trägt die Maßarbeit“, so Landrat Lübbersmann.

Anna-Lena Höft als Projektleiterin bei Gewinet wird sich unter anderem um Aufbau und Organisation von trägerübergreifenden Netzwerken sowie die Planung von Fachveranstaltungen kümmern. Mit Personalkontingenten eingebunden sind auch die Kooperationspartner Maßarbeit und die Caritas St. Antonius Pflege GmbH in Bad Laer. Kerstin Hüls von der Servicestelle Schule-Wirtschaft der Maßarbeit, und Daniela Sühlmann, Heimleitung Tagespflege in der St. Antonius Pflege GmbH, kooperieren schon seit längerer Zeit beim Thema Berufsorientierung von Schülern.

Vernetzung

Im  neuen Projekt arbeiten sie künftig vor allem daran, Schulen und Pflegeeinrichtungen noch enger zu vernetzen: „Das St.-Antonius-Haus hat gute Erfahrungen mit der Kooperation mit der Geschwister-Scholl-Oberschule Bad Laer gemacht: Wenn man die Jugendlichen mit kleinen, praktischen Aufgaben wie Blutdruckmessen, Blutzuckermessen oder auch Vorlesen an den Pflegealltag heranführt, wächst das Interesse am Pflegeberuf deutlich“, so Sühlmann. Künftig sollten deshalb im Projekt „Finden und Binden“ unter anderem Best-Practice-Beispiele von Kooperationen von Schulen mit Pflegeunternehmen auch den Schulen und Einrichtungen zugänglich gemacht werden, die sich noch nicht erfolgreich in diesem Bereich engagieren, erklärte Hüls.

Außerdem würden die Projektmitarbeiter an Messen zur Azubigewinnung teilnehmen und jugendtaugliche Infos über Qualifizierungs- und Karrierewege in der Pflege sowie neue Praxisprojekte erarbeiten. Ein weiterer Schwerpunkt sei das Binden der schon in der Pflege tätigen Fachkräfte. Hier stünden insbesondere die Auszubildenden im Fokus. „Die Abbruchquote ist relativ hoch. Wir werden gemeinsam mit den Pflegeinrichtungen schauen, woran das eigentlich liegt und so gut wie möglich gegenzusteuern“, so Sühlmann.

Bereicherung

Das neue Projekt sei dabei eine echte Bereicherung für den gerade gegründeten Pflegeverbund Osnabrücker Land aus Teilnehmern von Pflegeeinrichtung, Pflegeschulen, Krankenhäuser und Reha-Kliniken, der Maßarbeit, der Bundesagentur für Arbeit, Gewinet und dem Landkreis Osnabrück, der intensiv an der Fachkräftegewinnung und Bindung für den Pflegebereich arbeiten werde: „Die Abdeckung des Pflegebedarfes ist nur über ausreichende Fachkräfteausstattung zu leisten – deshalb arbeiten wir gemeinsam auf Hochtouren an diesem Thema“, sagte Lübbersmann.


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