Fotos kommen nach Hause „Jeder Jeck ist anders“ im St.-Maria-Elisabeth-Haus Bad Laer

Macher und Modelle der Ausstellung "Jeder Jeck ist anders" feiern, dass die Bilder nun nach Bad Laer zurückgekommen sind. Foto: Ullrich SchellhaasMacher und Modelle der Ausstellung "Jeder Jeck ist anders" feiern, dass die Bilder nun nach Bad Laer zurückgekommen sind. Foto: Ullrich Schellhaas
Ullrich Schellhaas

Bad Laer. In Bad Laer, im St.-Maria-Elisabeth-Haus, am Rosenmontag vergangenen Jahres sind die Fotos der Ausstellung „Jeder Jeck ist anders“ entstanden. Zu sehen waren sie bisher auf der Landesgartenschau in Bad Iburg und in der Geschäftsstelle der Caritas in Osnabrück. Nun kamen die Fotografien zurück nach Hause.

Es mutete fast schon an wie die Rosenmontagssitzung, die der Kolpingkarneval alljährlich im St.-Maria-Elisabeth-Haus abhält: Der Elferrat war angetreten, das Prinzenpaar grüßte im vollen Ornat und geistig behinderte Menschen in bunten Jacken und mit lustigen Hüten auf dem Kopf riefen fröhlich „Helau“. Was fehlte waren die Funkenmariechen. Dafür hingen rund 30 Fotografien von Narren im Gemeinschaftsraum und dem Gang, der dahin führt.

Heimkehr

„Bisher hatte uns nur das Fotobuch zur Ausstellung über die Runden gerettet“, sagte Bärbel Bührs-Brinker, die Leiterin der Einrichtung, „denn die Bilder waren im Rahmen der Ausstellung ,Farben des Lebens' auf der Landesgartenschau in Bad Iburg und anschließend in der Cariatas-Geschäftsstelle in Osnabrück zu sehen.“ Dabei seien doch die wunderschönen Fotografien ein wichtiger Beitrag zur Inklusion, so Bührs-Brinker weiter, schließlich zeigten sie, wie behinderte und nicht behinderte Menschen miteinander leben und feiern.

Willi Beermann, Berufsschullehrer für Fotografie, Mitglied des Kolpingkarnevals und Initiator der Aktion, die Berufsschüler für Fotografie am Berufsschulzentrum am Westerberg organisiert und durchgeführt hatten, berichtete davon, dass ihm beim Abbau der Ausstellung in Osnabrück gesagt worden sei, dass Bilder doch ruhig noch etwas hängen bleiben sollten, denn schließlich habe der Karneval gerade erst begonnen. „Aber ich habe erwidert, dass hier doch Menschen auf die Bilder von sich warten“, sagte Willi Beermann. Er überbrachte Grüße der Fotografen, die nicht anwesend sein konnten, da sie ihre Ausbildung inzwischen in Kiel weiterführen.

Karneval mit Behinderten

Seit 13 Jahren besuchen bereits die Funkenmariechen des Kolpingkarnevals die Feier im St.-Maria-Elisabeth-Haus. Seit dem Jahr 2013 sind auch die Elferrat und die jeweiligen Prinzenpaare mit von der Partie. So beteiligten sich im vergangenen Jahr Prinz Alois Diekamp und ihre Lieblichkeit Astrid Diekamp selbstverständlich an den Aufnahmen und kamen jetzt zur Ausstellungseröffnung. Auch das aktuelle Prinzenpaar, Stefan und Sonja Höpke war anwesend.

Dabei galt es nun, eine entscheidende Klippe zu umschiffen: „Unsere Bewohner verbinden mit Verkleidung und Elferrat natürlich die eigentliche Rosenmontagssitzung, die aber heute gar nicht stattfindet“, sagte Bärbel Bührs-Brinker am Rande der Veranstaltung. Deshalb musste ein Rahmen gefunden werden, der nicht zu Enttäuschungen führte. Mit Karnevalsschlagern, ein wenig Verkleidung, Dia-Show zum Entstehen der Ausstellung sowie einem kleinen Imbiss ist dieser Spagat aber geglückt. 


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