Partyrausch zur 24. Oldie-Fete Heiße Scheiben vom Plattenteller: Disco zum Abtanzen in Bad Laer

Von Rolf Habben

Seit 24 Jahren als Disc Jockey in Sachen Oldies auf der Bühne: Heiner Hülsmann hat alles im Griff. Foto: Rolf HabbenSeit 24 Jahren als Disc Jockey in Sachen Oldies auf der Bühne: Heiner Hülsmann hat alles im Griff. Foto: Rolf Habben

Bad Laer. Mit seiner Ankündigung von einem „Partyrausch“ zur 24. Bad Laerer Oldie-Fete in den Westerwieder Bauernstuben hatte Disc Jockey Heiner Hülsmann nicht zu viel versprochen. Auch mit seiner Vorhersage, der „Saal wird wieder beben“, hatte sich der DJ nicht zu weit aus dem Fenster gelehnt.

Was der Oldie Hülsmann als Tellergericht den über 400 Gästen vom Plattenspieler servierte, war eine ausgelassene und mit Blick auf die Tanzfläche atemberaubende Zeitreise durch drei Dekaden Rock-, Beat- und Popmusik des letzten Jahrhunderts. Die ansonsten behaglichen Bauernstuben der Familie Schowe waren am Wochenende einmal mehr Disco-Tempel für Jung und Alt und nichts für Stubenhocker. Im 24. Jahr ist die Oldie-Fete für Insider daher seit Jahren kein Geheimtipp mehr, sondern eine Institution mit Kultstatus weit über den Südkreis hinaus.

Disco-Atmosphäre durch Lightshow

DJ Hülsmann beherrschte die Klaviatur seiner beiden Plattenspieler nahezu blind. Mit viel Witz und Hüftschwung meisterte er auch den Umgang mit den Silberlingen und holte unzählige museale Artefakte aus der Hall of Fame populärer Musik hervor. Unterstützt wird er dabei von seinem Neffen Michel an der Lichttechnik, der mit seiner Lightshow die richtige Disco-Atmosphäre in den Saal zauberte. Und das ganze sieben Stunden lang bis zum ersten Hahnenschrei in der Frühe, ohne Pause bis gegen vier Uhr morgens.

Streifzug durch die Rock- und Popmusik

In einem Streifzug durch die Jahrzehnte wehte anfangs überwiegend Disco-Sound durch den zum Bersten vollen Saal. Querbeet durch die Dekaden der Rock-, Pop- und Soulszene ging es mit Beat, Soul, Funk, Flower Power und Disco. Längst vergangene Zeiten lebten wieder auf. Zu fortgeschrittener Stunde packte Hülsmann dann die wahren Giganten der Rockszene aus seinen Koffern. Satisfaction von den Rolling Stones ließ den Saal dann tatsächlich beben. Mit Status Quo hieß es bis in die frühen Morgenstunden „rocking all over the world“. Dafür hat der DJ rund 1000 Singles und rund 600 CDs im Gepäck.

Die meisten der in damaliger Zeit aufgewachsenen Besucher trafen sich zum gemeinsamen „Abhotten“ und Austoben, erinnern die unvergessenen Hits dieser Jahre doch als Rückschau unmittelbar an die Zeit eigener Jugend. Nicht ohne Stolz konnte Hülsmann sogar Gäste begrüßen, die bereits die Premiere seiner Oldie Night vor 24 Jahren miterlebten.

Abhotten für einen guten Zweck

Ein offenes Geheimnis seines Erfolges ist sicher auch, dass Hülsmann absolut authentisch ist, auf der schmalen Bühne lebt er seine Oldie-Fete voll aus. In der Vergangenheit hatte er zudem mit der Familie Schowe als Veranstalter wiederholt etliche caritative Organisationen und kulturelle Zwecke aus den Überschüssen seiner Veranstaltungen unterstützt. In diesem Jahr sollen sie dem neugegründeten Hospizverein „Lebenshilfe Bad Laer“ sowie dem gemeinnützigen Verein „Donum Domini“, der sich der Achtung des menschlichen Lebens und dessen Schutz verpflichtet, zugutekommen.

Sein „Unternehmen Oldie Night“ erfordere vielerlei Vorbereitung, meint Hülsmann. „Dabei steht mir meine ganze Familie mit meiner Frau, meinen beiden Söhnen, meinem Bruder und meinem Neffen tatkräftig zur Seite“, sagt der DJ dankbar. Abgebaut wird nach der Mammutnacht immer am Tag danach, "egal wie lange die Show am Vorabend ging“.


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