Wurstebrotessen Auffallend viele junge Männer bei der CDU Bad Laer

Guter Dinge beim Wurstebrotessen der CDU in Bad Laer mit vielen jungen Gesichtern: Landrat Michael Lübbersmann, Johannes Eichholz (Vorsitzender der CDU Bad Laer), Bürgermeister Tobias Avermann, André Berghegger (MdB), Geor g Schirmbeck (MdB 2002-2013), Michael Domke (JU-Vorsitzender Bad Laer) und Martin Bäumer (MdL).Guter Dinge beim Wurstebrotessen der CDU in Bad Laer mit vielen jungen Gesichtern: Landrat Michael Lübbersmann, Johannes Eichholz (Vorsitzender der CDU Bad Laer), Bürgermeister Tobias Avermann, André Berghegger (MdB), Geor g Schirmbeck (MdB 2002-2013), Michael Domke (JU-Vorsitzender Bad Laer) und Martin Bäumer (MdL).

Bad Laer. Energisch tritt die CDU Bad Laer dem Klischee entgegen, dass Jugendliche sich angeblich nicht für Politik interessieren. Zum Wurstebrotessen bei Plengemeyer war ungefähr jeder vierte Teilnehmer Mitglied der Jungen Union (JU).

Vorbei die Zeiten, in denen Lokalpolitik im Verdacht stand, dass dort lediglich ältere Männer in Hinterzimmern Entscheidungen auskungeln. Unter den 60 Gästen waren zwar nur vier Frauen, aber auffallend viele junge Männer, darunter Alexander Hensath und Moritz Wellmeyer. Sie hat es vor allem aus lokalpolitischem Interesse in die Partei gezogen. „Es ist unsere Zukunft und hier können wir sie mitgestalten“, erklären sie unisono. Michael Domke ist sogar schon einen Schritt weiter. Der örtliche JU-Vorsitzende kann sich sogar vorstellen, zur nächsten Kommunalwahl anzutreten, wenn genügend junge Kollegen hinter ihm stehen. So viel Enthusiasmus gefällt dem CDU-Vorsitzenden Johannes Eichholz: Wir haben viele junge Leute unter uns, das ist eine tolle Truppe“, schwärmt er.

Auch wenn Wurstebrot nicht gerade dem kulinarischen Zeitgeist mit Burgern oder veganen Speisen entspricht, dürfte auch für junge Leute, Aktive oder Senioren für jeden Geschmack etwas dabei gewesen sein. Bürgermeister Tobias Avermann umriss die Lokalpolitik, Landrat Michael Lübbersmann machte eine Tour d´horizon durch die Kreispolitik, Martin Bäumer berichtete aus der Landespolitik und André Berghegger aus Berlin. Von der SPD sprach er als „Lebensabschnittsbegleiter“ und machte keinen Hehl daraus, dass man zwar konstruktiv zusammenarbeite, die Leidenschaft aber offenbar einem pragmatischen Miteinander gewichen ist.

Anspielend auf den Rücktritt von Kanzlerin Angela Merkel vom Parteivorsitz, den Wechsel an der Fraktionsspitze und die Querelen innerhalb der SPD sagte Berghegger, bei der CDU habe der Personalwechsel im „laufenden Geschäft“ funktioniert. Die Entscheidung um den Parteivorsitz sei gefallen, wenn auch knapp, während die SPD ihre Personaldebatten monatlich fortführe. Mit dem neuen Fraktionsvorsitzenden Ralph Brinkhaus verbinde ihn nicht nur die Nähe zu dessen benachbarten Wahlkreis, sondern auch die gemeinsame Arbeit im Haushaltsausschuss. Mit Blick auf den 26. Mai appellierte Berghegger an die CDU-Mitglieder, in Europa für „stabile Mehrheiten“ und die Wiederwahl von Michael Lübbersmann als Landrat zu sorgen.

Ähnlich wie Berghegger berichtete auch Bäumer von einem kollegialen Umgang in der Großen Koalition im Landtag, sprach aber auch Differenzen deutlich an. In Sachen Paragraph 219a (Werbeverbot für Abtreibungen) oder zusätzlichem Feiertag sei man völlig anderer Meinung gewesen als der Koalitionspartner. Nun sei die Wahl auf den Reformationstag gefallen, sehr zum Leidwesen der Spediteure. „Jetzt haben wir den Salat“, so Bäumer, „das allermeiste klappt aber.“ Kritik auch am Abschussverbot für Wölfe. Es sei absurd, besorgten Eltern und Erziehern in Waldkindergärten Flatterband anzubieten. Wenn es darum gehe „dem Wolf die Schlinge um den Hals zu legen, dann tun wir das“, erklärte Bäumer und widersprach mit selbstironischem Unterton dem Bild, als umweltpolitischer Sprecher der Fraktion „zu allen Tieren lieb und nett“ sein zu müssen.

Landrat Lübbbersmann setzte klare Akzente in Richtung Wirtschaftspolitik und zitierte den früheren FDP-Wirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff mit den Worten „Wirtschaft ist zwar nicht alles, aber ohne Wirtschaft ist alles nichts.“ Damit die Wirtschaft im Landkreis weiter wachsen könne, bedürfe es eines aktiven Flächenmanagements, einer Zuwanderung von Fachkräften und einem Ausbau der Internetinfrastruktur, auch an Schulen. Dort reiche aber die Anschaffung von Tablets oder Laptops nicht. Lübbersmann erinnerte an leer stehende Sprachlabore, deren Schicksal dürfe sich bei Computern nicht wiederholen.

Bürgermeister Tobias Avermann dankte vor allem dafür, dass er in Bad Laer so gut aufgenommen worden und inzwischen auch angekommen sei. Er versprach für die Zukunft, verstärkt über den Tellerrand hinaus zu schauen. Nicht jede Gemeinde müsse alles selbst machen. Für den Vorschlag eines gemeinsames Klärwerks mit Glandorf zeigte er sich aufgeschlossen.


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