Neustart möglichst im Januar Bad Laer: Nach Pannenserie soll im Holzheizwerk alles besser werden

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Seit November liegt das Holzheizwerk still. Möglichst noch in diesem Monat soll es wieder hochgefahren werden, so Geschäftsführer Michael Benning auf Anfrage unserer Redaktion. Foto: Achim KöppSeit November liegt das Holzheizwerk still. Möglichst noch in diesem Monat soll es wieder hochgefahren werden, so Geschäftsführer Michael Benning auf Anfrage unserer Redaktion. Foto: Achim Köpp

Bad Laer. Katastrophal sei das Holzheizwerk up de Heuchte in Bad Laer gestartet. Das gibt Grünwärme-Geschäftsführer Michael Benning jetzt auf Anfrage unserer Redaktion zu. Nun habe man an mehreren Stellen nachgebessert und hoffe, dass die schwarze Serie zu Ende sei. Möglichst noch im Januar soll das Heizwerk wieder ans Netz gehen.

Im November hatten TEN und Awigo als Gesellschafter der Grünwärme entschieden, das Werk vorerst stillzulegen. Denn die Serie der Störungen riss nicht ab. Allein im September waren mal Fühler oder Schalter kaputt, gleich dreimal hintereinander – Qualm war die Folge, dann gab der Radlader auf und der Silo lief  leer. "Auch das verursachte eine längere Störung und eine enorme Belastung", sagt Michael Benning.

Wir hatten sehr viele BeschwerdenMichael Benning


"Wir hatten sehr viele Beschwerden." Er könne die Anwohner verstehen, die bei Ostwind unter dem Qualm litten. Dann habe sich auch noch das Gewerbeaufsichtsamt gemeldet und nachgefragt, was denn in Bad Laer los sei. All das sei Grund für den Betriebsstopp gewesen: "Wir wollten erst einmal prüfen, wie wir die Probleme in den Griff bekommen können", Probleme wie eine Verhakung, die bei der Verpressung am Silo das Material nicht so fließen ließ, wie es nötig wäre. Ein Ingenieurbüro untersuchte die Anlage.

Das Materiallager des Holzheizwerks. Foto: Achim Köpp


Ein Metallkeil soll nun für eine bessere Materialführung sorgen. Abhilfe schaffen soll auch ein Ersatzteillager vor Ort mit Verschleißteilen. Auch habe die TEN extra einen 24-Stunden-Störungsdienst eingerichtet, der nach einer halben Stunde vor Ort sein und die Störung beseitigen soll, berichtet Benning: "Es wäre schön, wenn all das etwas bringt."

Treffen mit den Nachbarn in netter Atmosphäre

Ein Treffen mit den Nachbarn – nach der Stilllegung – im Dezember sei in "sehr netter Atmosphäre" verlaufen. "Wir wollten ins Gespräch kommen und die Sorgen der Anwohner und ihre Probleme erfahren." 

Die Qualität des Brennmaterials sei nicht das Problem, ist Benning überzeugt. "Das ist relativ fremdstoff-frei und wird von der Awigo beprobt." Bei Sichtkontrollen liege der Fremdanteil bei unter einem Prozent.

Natürlich wechsele das Material je nach Jahreszeit: Würde im Frühling viel Tanne und Fichte angeliefert, eben die ausrangierten Weihnachtsbäume, komme später mehr Grünschnitt. Für die Qualität gebe es Vorgaben des Landesumweltministeriums.

Niemand stellte die Heizung anGrünwärme-Chef Benning


Der trockene, heiße Sommer habe es dem Holzheizwerk auch nicht gerade leicht gemacht, berichtet der Grünwärme-Geschäftsführer. "Das Material war sehr trocken. Dazu war die Energieabnahme gering. Niemand stellte die Heizung an, lediglich warmes Wasser wurde gebraucht." Da wenig Material im Kessel benötigt wurde, sei die Gefahr des Festfressens groß gewesen: "Man muss das Material berieseln und die Anlage entsprechend einstellen, sonst frisst sich das Feuer zurück."  

Was aus dem Schornstein herauskam, hat die Bewohner der Dichter-Siedlung manchmal an den Rand der Verzweiflung gebracht. Foto: Achim Köpp


Immer wieder habe man die Anlage verändert und eingestellt. Da sie relativ träge reagiere, seien erste Effekte erst nach sechs bis acht Stunden spürbar. "Da mussten wir auch erst Erfahrungen sammeln." 

Noch kein Volllast-Test

Unter Volllast lief das Werk noch nie: Dieser Test war für den Dezember geplant. Wegen der Störungen und der Abschaltung im November wurde er vertagt. Dabei sei dieses Modell eines Holzheizwerks keinesfalls ein Pannenmodell, vielmehr an mehreren Orten so gebaut worden.

Michael Benning hofft nun, das Heizwerk bald wieder in Betrieb nehmen zu können. Dafür wünscht er sich stabiles Hochdruckwetter. "Wenn wir es bei Tiefdruck wieder anfahren, wird der erste Rauch nach unten gedrückt. Drei bis fünf Stunden dauert es, bis die Anlage die nötige Temperatur hat."

Die Probleme müssen deutlich weniger werdenMichael Benning


Doch das letzte Wort vor dem Hochfahren hat die Gesellschafterversammlung der Grünwärme. Danach sollen Gemeinde und Anwohner informiert werden. "Es gibt sicherlich auch danach gelegentlich Probleme, die müssen aber deutlich weniger werden", sagt der Grünwärme-Chef.


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