Flötenleicht bis dramatisch Facettenreicher Abschluss der Orgelreihe in Bad Laer

Meine Nachrichten

Um das Thema Bad Laer Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Markus Karas beschloss mit einem facettenreichen Konzert in der Kirche Mariae Geburt den Bad Laerer Orgelsommer. Foto: Petra RopersMarkus Karas beschloss mit einem facettenreichen Konzert in der Kirche Mariae Geburt den Bad Laerer Orgelsommer. Foto: Petra Ropers

Bad Laer. Einen virtuosen und überaus facettenreichen Abschluss fand die diesjährige Orgelreihe in der Bad Laerer Kirche Mariae Geburt.

Wer je an der klanglichen Vielfalt der Orgel im Allgemeinen und des Bad Laerer Instrumentes im Besonderen zweifelte, den belehrte der Orgelsommer 2018 wirkungsvoll eines Besseren. Denn fünf hochkarätige Organisten – unter ihnen Prof. Michael Hoppe, Domorganist in Aachen, und Prof. Daniel Beckmann, Domorganist in Mainz – setzten die „Königin der Instrumente“ auf hohem Niveau und mit ganz unterschiedlichen Schwerpunkten in Szene.

Das Abschlusskonzert am Sonntag gestaltete Markus Karas, Münsterorganist in Bonn. Der international renommierte Organist und Komponist ließ an seiner Begeisterung für die Bad Laerer Orgel keinen Zweifel: „Ein schönes Instrument. Es macht Spaß, darauf zu spielen.“ Und dieses Vergnügen war ihm deutlich anzuhören, während er über eine Stunde lang das gesamte Klangspektrum des Instrumentes und den Facettenreichtum seiner Register auslotete.

Deutliche Kontraste

Dabei spannte er mit wohlgesetzten Kontrasten einen weiten Bogen vom Barock mit Jan Pieterszoon Sweelincks von chromatisch absteigenden Linien geprägter „Fantasia chromatica“ bis zur Moderne mit der eigenen, 1981 komponierten „Pfingst-Fantasie“. Für die Walze einer Flötenuhr schrieb Wolfgang Amadeus sein Andante F-Dur – ein kleines Kunstwerk, das die Orgel mit bemerkenswert leichten Flötentönen von ihrer heitersten Seite zeigte. Der Kontrast kam gleich darauf mit Felix Mendelssohn-Bartholdys Sonate Nr. 3 A-Dur.

Durchdringende Bässe unter drängenden Sechzehntel-Läufen und rhythmischer Bewegung füllten mit zunehmender Klangkraft die gesamte Kirche aus. Eindringliche Crescendi machten die Musik nicht nur hörbar, sondern spürbar. Der versöhnliche Abschluss kam in nahezu lyrischer Ruhe mit einem kleinen Andante. Doch damit nicht genug der aufwühlenden Klangbilder: Mit César Francks „Pièce heroique“ setzte Markus Karas gleich einen weiteren bemerkenswerten Akzent. Denn das spannungsreiche Werk fesselte mit einem dramatischen Dialog zweier ganz unterschiedlicher Themen.

Eigene Werke

Der Sprung in die Moderne kam mit Kompositionen aus der Feder des Organisten selbst. Dabei bewies Markus Karas kompositorische Vielseitigkeit – mit Choralvorspielen im Stile Johann Sebastian Bachs auf der einen und Choralbearbeitungen in einem frischen, modernen und dabei respektvoll den Ursprung anerkennenden Duktus auf der anderen Seite. Seine „Pfingst-Fantasie“ rundete mit virtuos dahineilenden Läufen, verhaltenen Klangclustern und idyllischen Zwischenspielen ein überaus vielfältiges Konzert ab.

Der anhaltende Applaus, der dem Organisten noch eine Zugabe abforderte, freute auch Konzert-Organisator Heiner Plogmann. Er verzeichnete zur Orgelreihe 2018 deutlich mehr Besucher als in den beiden Vorjahren. „Für uns ist das ein Anreiz weiterzumachen.“ Und so dürfen sich die Musikfreunde auch im kommenden Jahr wieder auf hochkarätige Orgelkunst in der Kirche Mariae Geburt freuen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN