Dicke Luft in Sachen Heizwerk Bad Laerer befürchten Beeinträchtigungen durch Grünwerk

Von Alexander Heim

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Offene Tür im neuen Bad Laerer Heizwerk: Das Angebot, das neue Heizwerk in Augenschein nehmen zu können, traf auf große Resonanz. Foto: Alexander HeimOffene Tür im neuen Bad Laerer Heizwerk: Das Angebot, das neue Heizwerk in Augenschein nehmen zu können, traf auf große Resonanz. Foto: Alexander Heim

Bad Laer. Für die einen ist es ein Segen, weil sie von der Fernwärme profitieren. Für die anderen sorgt das frisch in Betrieb genommene Heizwerk „Up de Heuchte“ für großen Unmut. Was da aus dem 13 Meter hohen Schornstein entweicht, stinkt Letzteren nämlich ganz gewaltig.

Entsprechend kritisch waren die Fragen, die den Anwohnern unter den Nägeln brannten. Die Sonne schenkte ihre schönsten Strahlen, als sich die doch beachtliche Gruppe der Anwohner auf dem Gelände einfand. Zwar war der Himmel blau. Und doch zogen da in Sachen Kommunikation rasch dunkle Wolken auf. 

Kein Spaziergang

Und so war es für Grünwärme-Geschäftsführer Michael Benning, Awigo-Projektleiterin Pia Bäune und Ten-Projekt-Ingenieur Henrik Niemeyer kein Spaziergang, was sie beim Ortstermin erlebten. Da die vor sechs Jahren gegründete Grünwärme eine gemeinsame Tochter von Awigo und Ten ist, erläuterten sie gemeinsam die Produktionsabläufe im Heizwerk und öffneten alle Türen – inklusive der des Brennkessels.

Rund 210 Haushalte sowie zwei Großabnehmer – darunter das Maria-Elisabeth-Haus – profitieren von der im Heizwerk erzeugten Wärme. Die Anwohner in direkter Nachbarschaft, die jenseits des Grünen Weges wohnen, erleben das Heizwerk allerdings von einer unangenehmen Seite.


Für die Anwohner sind die merkwürdigen Flecken auf dem Gelände des Heizwerkes Anlass zur Sorge. Foto: Alexander Heim


Bräunliche Flecken

Sie befürchten, der Schornstein könne womöglich zu klein  sein. Und sie monieren, dass es bislang keine Abgas-Messung gab. Zudem wundern sie sich über bräunliche Flecken nahe am Heizwerks-Gebäude. Und: haben mehrfach „Vernebelungen“ des Areals, bis hin zum Discounter, wahrgenommen.


Das neue Bad Laerer Heizwerk.: Foto: Alexander Heim


Sorge bereitet ihnen vor allem der Ostwind, der – vorwiegend in den Wintermonaten – die Abgase des Heizwerkes genau durch ihre Siedlung treibt. Mehrfach hatten sich Anwohner – auch in Ratssitzungen –  über intensiven Rauch beklagt, der es nicht erlaube, die Fenster zu öffnen. „Hinter unserem Grundstücken verläuft das Heilquellen-Schutzgebiet“, hob ein Anwohner hervor. Franz-Josef Buschmeyer merkte an: „Messungen in Ankum nützen uns gar nichts. Sie müssen hier messen.“ Pia Bäune wies daruf hin, dass bei der Grünschnittsammelstelle eigens ein Labor errichtet worden sei, das Proben untersucht. 

Falscher Platz

Für den Zentralheizungs- und Lüftungsbau-Meister Buschmeyer ist hingegen klar: „Das Heizwerk steht auf der Ostseite der Gemeinde. Es gehört hier nicht hin. Ich habe nichts gegen ein Heizwerk. Aber: das Ding steht am falschen Platz.“

Heinz-Otto Babilon erkundigte sich, ob die Grünwerke bereit seien, die Genehmigungsprotokolle der Anlage zur Einsicht vorzulegen. Das wies Pia Bäune zurück. Babilon wollte zudem wissen, ob es eine kontinuierliche Messung der Emissionen gebe? Dies verneinte Grünwerke-Geschäftsführer Michael Benning. „Werden die Messungen protokolliert?“ „Selbstverständlich.“ „Welche Schadstoffe wurden festgestellt?“ Dazu wandte Michael Benning ein, dass dies erst mit der ersten Messung unter Volllast möglich sei. Doch die stehe noch aus. 


Michael Benning, Pia Bäune und Henrik Niemeyer führten die Gäste über die gesamte Anlage, erläuterten jeden einzelnen Produktionsabschnitt. Mit Alois Diekamp (FDP) und Frank Hiltermnann (CDU) waren auch zwei Mitglieder des Rates zugegen. Die Höhe des Schornsteins verteidigte Florian Ostermann von der Energieagentur Lippe: „Es gibt ein Schornstein-Höhen-Gutachten. Diese Richtlinien wurden eingehalten.“ Und auch Michael Benning bekräftigte: „Die Anlage ist so genehmigt worden.“ 

Die angelieferten Grünabfälle würden von der Awigo aufbereitet und biologisch getrocknet. Daraus ergeben sich Humus, Mulch oder eben der Holz-Brennstoff. Seitens der Grünwärme räumte man ein: „Ja, Störstoffe können darin sein.“ „Aber unsere Mitarbeiter sind angewiesen, einen Blick dafür zu haben.“ „Ein Prozent sind o.k.“, erläuterte Pia Bäune, „und diesen Richtwert halten wir ein.“ 


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