89 ungültige Stimmen Wahlausschuss bestätigt Wahlergebnis in Bad Laer

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Auf manchen Stimmzettel stehen auch Kommentare zum Leben – und auch zum Rat. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++Auf manchen Stimmzettel stehen auch Kommentare zum Leben – und auch zum Rat. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Bad Laer. Der Wahlausschuss hat das Wahlergebnis der Bürgermeisterwahl bestätigt. Wenn alles so bleibt, will der 41-jährige Tobias Avermann, der mit 57,8 Prozent von der deutlichen Mehrheit gewählt wurde, sein Amt in der kommenden Woche antreten.

„Ich weiß, dass der Wunsch besteht, dass schnellstmöglich ein neuer Bürgermeister ins Rathaus kommt“, sagt der 41-Jährige einen Tag nach dem spannenden Wahlsonntag. Und doch: Ein wenig gedulden müssen sich die Bad Laerer. Denn Tobias Avermanns derzeitige Aufgabe als Fachbereichsleiter der Stadt Vesper muss er noch übergeben. Danach wird er endgültig in Bad Laer ankommen, einen Ort, den er als allgemeiner Vertreter des ehemaligen Bürgermeisters Holger Richard bereits kennengelernt hat. Angestoßen hat er mit knapp 50 Unterstützern am Sonntagabend bei einer „geselligen Runde“.

Winkelsetten schert aus

Gefeiert wurde auch das Ergebnis. Denn es war am Ende klar. Vor allem in Westerwiede war der Vorsprung vor Rainer Recker deutlich: 68,89 Prozent stimmten für Tobias Avermann, nur 31,02 Prozent für den Gegenkandidaten. „Es ist ein sehr schönes Ergebnis“, freut sich Averman – in den meisten anderen Ortsteilen war die Stimmverteilung deutlich ausgeglichener. Es waren bei dieser Wahlparty aber wohl vor allem einige Mitglieder des Ortsrates Winkelsetten, die ein paar scherzhafte Bemerkungen verdauen mussten. Denn hier war es genau umgekehrt: Der politisch unabhängige Einzelwahlvorschlag Rainer Recker, der mit einem Endergebnis von 42,2 Prozent der Stimmen einen Senkrechtstart hinlegte, hatte hier die Nasenspitze vorne. Der Ortsrat zeigte sich überrascht von dem Ergebnis: „Meistens wählen die Winkesettener konservativ“, sagte Ortsbürgermeister Henrik Schulte im Hof, selbst Mitglied der CDU und Ratsmitglied ist. Bei der Bürgermeisterwahl 2014 war das anders. Damals verlor der damalige Bürgermeister Holger Richard deutlich mit knapp 27 Prozent der Stimmen. 73 Prozent der Wahlberechtigten sprachen sich damals für den Kandidaten Franz Vollmer aus, der im Juni des Jahres in den Ruhestand ging. „Eine Analyse der Ergebnisse steht noch an“, verspricht Tobias Avermann. Die Herausforderung nimmt er sofort an: „Ich möchte die Gespräche, die ich während des Wahlkampfes begonnen habe fortsetzen und mögliche Vorbehalte durch einen konstruktiven Dialog abbauen“.

Ungültige Stimmen mit Kommentaren

Wie am Schnürchen geht es schließlich am Montagabend mit dem Wahlausschuss weiter, der die Wahlergebnisse des Vortages bestätigt. „Ich stelle dem Ausschuss die Niederschriften der Wahlleiter zur Verfügung, die Ergebnisse, sowie die 89 ungültigen Stimmen“, berichtet Wahlleiter Jens Giesker, der froh ist, dass die Wahl organisatorische so gut über die Bühne ging: „Ich bin stolz auf mein Team, das in den vergangenen Wochen viel Einsatz gezeigt hat“. Ins Auge fällt auch die Anzahl ungültiger Stimmen, bei einer Wahlbeteiligung von 52, 56 Prozent. Zum Vergleich: 2014 lag die Wahlbeteiligung bei knapp 62 Prozent. Ungültig waren damals 50 Stimmen. Dabei wurde in diesem Jahr der Wahlzettel nicht nur durch mehrere Kreuze ungültig gemacht. Manch ein Wähler gab nach Informationen der Redaktion zufolge auch seinen persönlichen Kommentar zur Lage der Gemeinde ab: Dabei ging es nicht nur um die Kandidaten. Auch der Rat geriet in die Kritik. Dessen Mitglieder reagierte schon am Wahlabend mit einem Blick in die Zukunft und demonstriert Geschlossenheit: „Wir werden wichtige Themen für Bad Laer gemeinsam mit dem Bürgermeister voranbringen“, sagt Alois Diekamp (FDP). Ihm stimmten auch die anderen Fraktionen zu, die – wie auch die Mehrzahl der Wähler – von Tobias Avermann überzeugt sind.

Mehr zur Bürgermeisterwahl finden Sie hier.


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