Flyer der Avermann-Unterstützer Ton im Bad Laerer Wahlkampf wird schärfer

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Zwei Flyer der Kandidaten, drei der Avermann-Unterstützer. Die Bad Laerer haben vor der Wahl viel zu lesen. Foto: Stefanie AdomeitZwei Flyer der Kandidaten, drei der Avermann-Unterstützer. Die Bad Laerer haben vor der Wahl viel zu lesen. Foto: Stefanie Adomeit 

Bad Laer. Der Ton wird schärfer. Der Papierverbrauch wächst. Im Wahlkampf um den Bad Laerer Bürgermeister-Posten setzen die Unterstützer von Kandidat Tobias Avermann jetzt auf vielstimmige Wortmeldungen in den Briefkästen zwischen Remsede und Müschen.

Der Mitteilungsdrang der Ratsmitglieder ist groß. Offenbar hat Kandidat Rainer Recker mit Sätzen auf seinem Wahlprospekt und Äußerungen bei öffentlichen Veranstaltungen einen Nerv getroffen. So hatte der Bürgermeisterkandidat in seinem einzigen Wahl-Flyer „Transparenz statt Entscheidungen hinter verschlossenen Türen. Kommunikation statt Selbstherrlichkeit“ versprochen. In Bürgergesprächen kritisierte er zwar nicht das Verhalten des gesamten Rats, aber von Teilen des Gremiums. Davon fühlten sich die Ratsmitglieder offenbar so getroffen, dass sie in die Offensive gingen. (Weiterlesen: Hausbesuch bei Bad Laerer Bürgermeisterkandidat Rainer Recker)

Die Folge: In den letzten Tagen flatterten den Bad Laerern mindestens drei verschiedene Schreiben ins Haus. Mal teilen die Ratsmitglieder auf drei DIN-A-4-Seiten ihre Sicht auf Wahlkampf und beide Kandidaten mit. Dann stellen sie sich in einem weiteren Flyer unter dem Motto „100 Namen und ein Ziel“ mit ihren Namen und denen 80 weiterer mehr oder minder lokalprominenter Unterstützer hinter Avermann, der auf der Rückseite den Ortsbürgermeistern bei einem fotografisch dokumentierten Ortstermin Auswege aus der Misere maroder Straßen in Aussicht stellt. (Weiterlesen: Hausbesuch bei Bad Laerer Bürgermeisterkandidat Tobias Avermann)

Der Falsche und der Richtige

Als bisher letzter steckte Uwe Frerig von der BBL den Bad Laerern einen offenen Brief in den Kasten, in dem er die Wähler über die Aufgaben eines Bürgermeisters aufklärt und sie darüber unterrichtet, dass es sich bei einer Bürgermeisterwahl nicht um eine Kommunalwahl handle, „bei welcher man seine Unzufriedenheit über die Politik zum Ausdruck bringen kann“.

Unter den drei Schreiben fällt das der 18 Ratsmitglieder auf, die einzeln mit ihren Namen und ihren Parteilogos auf drei Seiten erklären, warum ihr Kandidat ihrer Meinung nach der Richtige ist, dass die Wähler „genau hinschauen und einige Aussagen hinterfragen sollten“ und – und das ist ungewöhnlich – warum Avermanns Konkurrent Rainer Recker der vermeintlich Falsche ist. In dem Passus, in dem es um „Qualifikation und Transparenz“ des Mitbewerbers gehen soll, gehen die politischen Unterstützer Avermanns ausdrücklich auf Gegenkandidat Recker ein – auf kommunaler Ebene eher unüblich.

Während die beiden Kandidaten in ihren Flyern und bei ihren Auftritten ohne Attacken auf den Konkurrenten auskommen, greifen die Ratsmitgliedern Recker persönlich an. Er weiche Antworten aus, führe bei der TEN nur ein Team von drei Mitarbeitern, wisse nicht, worum es in einer Kommunalverwaltung geht. Und: Seine Aussagen seien geprägt von Anschuldigungen und Angstmacherei.

Nicht wie eine Wildsau

Alois Diekamp als einer der Verantwortlichen des Schreibens der Ratsmitglieder erläutert auf Anfrage unserer Redaktion deren Motivation: Rainer Recker sei sehr vorwurfsvoll gegenüber dem, was war: „Der Rat wird sehr negativ dargestellt, ohne dass sich Herr Recker ernsthaft mit uns auseinandergesetzt hat“, kritisiert Diekamp. Wie der Kandidat den Rat sehe, sei sehr bedenklich: „Hinterzimmerpolitik weise ich vehement von mir. Ich lasse mich nicht wie eine Wildsau durchs Dorf führen und mir Mauschelei oder mangelnde Transparenz vorwerfen.“

Alle Infos zur Bürgermeisterwahl Bad Laer auf einen Blick >>

Die Bürger hätten nach einer Stellungnahme des Rates gerufen. Das Schreiben sei mit allen Unterzeichnern abgestimmt: „Wir haben auch ein paar Sachen gestrichen, vorsichtshalber“, erklärt Diekamp.

Avermann selbst will sich zu dem Text nicht äußern, sagt unserer Redaktion lediglich, er kenne den Inhalt des Schreibens, das „der Wunsch meiner Unterstützer war“. Rainer Recker wunderte sich über den Inhalt, „ich werde aber sachlich bleiben und nicht darauf reagieren.“

Nicht unterschrieben hat Hubert Kaumkötter von der BBL, der auf Anfrage unserer Redaktion erklärte, voll hinter der Bewerbung Avermanns als gemeinsamem Kandidaten der Fraktionen zu stehen, aber nicht mit seinem Namen auf dem Flyer stehen zu wollen. „Wer das möchte, kann ihn unterschreiben. Ich möchte nicht darauf stehen. Die Leute sollten selber wählen können.“

Ein Kommentar zu den Bad Laerer Kandidaten für die Bürgermeisterwahl >>


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