Rainer Recker tritt als Unabhängiger an Hausbesuch bei Bad Laerer Bürgermeisterkandidat Rainer Recker

Meine Nachrichten

Um das Thema Bad Laer Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Eingespieltes Team: Rainer Recker möchte für Bad Laer ein bürgernaher Bürgermeister sein. Auch wenn er keine Rathauserfahrung hat: „Ich bin mit meinem Werdegang von Verwaltung nicht so weit weg, wie sich manche wünschen.“ Lebensgefährtin Judith Thele unterstützt seine Ambitionen. Foto: Philipp HülsmannEingespieltes Team: Rainer Recker möchte für Bad Laer ein bürgernaher Bürgermeister sein. Auch wenn er keine Rathauserfahrung hat: „Ich bin mit meinem Werdegang von Verwaltung nicht so weit weg, wie sich manche wünschen.“ Lebensgefährtin Judith Thele unterstützt seine Ambitionen. Foto: Philipp Hülsmann

Bad Laer. Der Wahlkampf ist kurz, die Terminkalender der Kandidaten sind knackevoll. Tobias Avermann und Rainer Recker möchten beide Bad Laerer Bürgermeister werden und sind dafür jeden Abend auf Tour. Wie die beiden sind, wenn Sie nicht in einer Dorfkneipe für sich werben, sondern am heimischen Esstisch sitzen? Ein Hausbesuch zur Kaffeezeit bei Rainer Recker.

Er wohnt mitten in Bad Laer, zwei Piepsteinwürfe vom Thieplatz. Ein Neubau in einer Sackgasse und ein freundlicher Empfang: Rainer Recker und seine Lebensgefährtin Judith Thele wirken so klar und aufgeräumt wie das Ambiente. Vor dem Sofa steht ein Hundekorb, aber Beagle-Dame Daisy hält gerade nichts auf ihrem Kissen. Besuch ist viel interessanter. Auf der Anrichte stehen Familienfotos, eine üppige Grünpflanze neigt sich Richtung Esstisch. Der ist reich gedeckt.

Aufgewachsen ist Rainer Recker am Pirolweg auf dem Blomberg: „Damals wohnte in jedem Haus ein Kind. Wir haben jeden Tag im Wendehammer gespielt, bis in die Nacht. Es war traumhaft.“ Genauso gern erinnert er sich an die Saisonkarte fürs Freibad und die Kinderzeit mit seinem besten Freund aus Müschen – den er immer noch hat. Dankbar ist er für sein Leben. „Ich habe meinen Eltern alles zu verdanken, auch weil sie mich von Kindesbeinen an gefördert haben“, sagt Rainer Recker.

Nach der Grundschule ging‘s über die Ortsgrenze, zur Realschule nach Bad Iburg. Danach machte Recker eine Ausbildung zum Bürokaufmann, doch die reichte ihm nicht: „Ich habe dann den Diplom-Informatikbetriebswirt draufgesetzt. Das heißt, ich bin von Verwaltung nicht ganz so weit weg, wie viele möchten“.

Schauen, ob es etwas Neues gibt

Tief verwurzelt ist der 40-Jährige in Bad Laer. „Ich bin einfach gerne hier.“ So gerne, dass er nach jedem Urlaub erst mal mit dem Auto quer durch den Ort fahren muss: Schauen, ob es etwas Neues gibt. Mit zwölf Jahren trat er in den Schützenverein ein. Seitdem: viele Schießwettbewerbe, Schützenfeste, Fahrten und jede Menge Spaß. Recker findet: „Das ist mit der schönste Verein in Bad Laer.“ Ortskundig zu sein hält er im Bürgermeisteramt für so wichtig wie Unabhängigkeit. „Der Bürgermeister muss das Gemeindeleben mitbekommen, die Menschen kennen. Dann weiß er auch, wie er Bad Laer voranbringen kann.“ Seine Freundin unterstützt seine Ambition.

Bei aller Heimatverbundenheit macht der Bürgermeisterkandidat gern neue Erfahrungen. An der Ostsee steuerte er in einer Woche zum Segelschein. Reiten lernte er heimlich, um seine Lebensgefährtin mit einem gemeinsamen Reiturlaub in Ungarn überraschen zu können. Wie sattelfest er war? „Er hat sich wacker geschlagen“, erzählt Judith Thele lächelnd. Was er anfasse, mache er eben mit Herzblut. „Er hat mich schon oft überrascht.“ Dieses Jahr mit dem Projekt „Strong Viking“, eine ziemlich matschige Angelegenheit, ein Lauf über, unter und durch 21 Hindernisse. „Ich bin nicht mehr so sportlich wie früher“, gibt Recker zu. „Aber wenn ich mir etwas vornehme, fuchse ich mich rein.“ Für den Hindernislauf trainierte er ein halbes Jahr lang.

Seit 19 Jahren arbeitet er bei der TEN, hat dort die IT-Abteilung aufgebaut, die er heute leitet. „Ich habe mich dort gleich wohlgefühlt, konnte mich entwickeln, habe aber auch abgeliefert.“ Seine Aufgabe sei spannend, denn „ohne IT funktioniert nichts mehr“. Management und Prozessmanagement nutze er, um den Überblick zu behalten. „All das könnte ich gut im Bad Laerer Rathaus einsetzen.“

Bloß keine Routine

Routine-Jobs reizen ihn nicht, da ähnele das Bürgermeisteramt seinem jetzigen Job. Stattdessen „viele unterschiedliche Aufgaben mit vielen unterschiedlichen Menschen“. Bürgermeister, das ist für ihn weniger der oberste Verwalter einer Gemeinde als derjenige, der die Richtung vorgibt, Trends erkennt und den Überblick hat. Was er noch nicht wisse, werde er lernen: „Das sind Prozesse, die durchschaubar und verstehbar sind. Ich traue mir das zu“, sagt Recker. „Sind Sie ehrgeizig?“ Reckers Freundin nickt instinktiv. Er selbst auch, und erzählt von seiner Holzterrasse. Dass die Schrauben beim Selbstbau sichtbar sein würden, gefiel ihm nicht. Also konstruierte er die Holzelemente so, dass die Schrauben unten sitzen – unsichtbar.

Auch die Sauna ist ein Eigenbau. Genauso helfe er Freunden beim Pflastern und arbeite gern gemeinsam mit seinem Vater. „Er bringt mir immer noch etwas bei“, freut sich Rainer Recker. Von Älteren lernen, von der Historie lernen, das fasziniert ihn auch an der „Bad Laer Geschichte“, der dicken Ortschronik. „Es ist doch erstaunlich, dass wir hier vor 50 Jahren ähnliche Probleme hatten wie heute.“ Rainer Recker will sie lösen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN