Zwei Einzelbewerber am 2. September Recker und Avermann wollen Bad Laerer Bürgermeister werden

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Bad Laer. Wer will Bad Laerer Bürgermeister werden? Bis Montag, 18 Uhr, mussten die Bewerber Farbe bekennen. Jetzt ist klar: Rainer Recker aus Bad Laer und Tobias Avermann aus Georgsmarienhütte möchten sich an die Spitze der Gemeindeverwaltung wählen lassen.

Schon vorgestellt hat sich Tobias Avermann, der von allen Fraktionen im Gemeinderat unterstützt wird. Wie sein Konkurrent Rainer Recker hat er die erforderlichen Unterlagen am Montag bei der Gemeindewahlleitung eingereicht. Beide brauchen mindestens 95 Unterstützungsunterschriften, weil sie als Einzelbewerber antreten.

Avermann hat 155 Unterschriften gesammelt, Recker 129, dann seien seine Vordrucke voll gewesen. Beide Listen wurden noch am Montag vom Einwohnermeldeamt geprüft. Endgültig entscheidet der Gemeindewahlausschuss am Donnerstag, ob die Unterlagen korrekt sind.

Bis 2026 im Amt

Da es nun voraussichtlich zwei Kandidaten für das höchste Amt der Gemeinde gibt, zählt am Wahltag, dem 2. September, die absolute Stimmenmehrheit – es sei denn, beide Bewerber erhalten gleich viele Stimmen. Die Amtszeit des neuen Bürgermeisters endet im Oktober 2026.

Rainer Recker, ein Ur-Bad Laerer, ist kommunalpolitisch ein unbeschriebenes Blatt. Seine größte Motivation für die Kandidatur: „Ich möchte frischen Wind ins Rathaus bringen.“ Der 40-Jährige ist Diplom-Informatikbetriebswirt und seit langen Jahren bei der TEN beschäftigt, aktuell als Abteilungsleiter für Informationstechnologie.

Seit Jahren verfolge er die Politik in der Gemeinde intensiv, erklärte Recker am Montag auf Anfrage unserer Redaktion. Seit bekannt wurde, dass es eine Neuwahl gibt, sei er immer öfter gefragt worden, ob er nicht kandidieren wolle.

Dorfgespräche

Nach intensiver Überlegung habe er sich dafür entschieden. Auch, weil er Avermann nicht für den geeigneten Bürgermeister hält: „Er ist Einer aus der alten Riege, der viele Entscheidungen mitgetragen hat. Die Bad Laerer wünschen sich Transparenz, und sie wollen Taten sehen.“

Transparenz bedeute für ihn, die Bürger sofort darüber zu informieren, was Verwaltung und Fraktionen beschäftigt, und die Meinungen dazu in den Ortsteilen einzuholen. Das könne in Dorfgesprächen geschehen. „Wir dürfen nicht über die Bürger hinweg entscheiden.“ Sich über die Kommunalpolitik zu informieren, sei immer noch schwierig. „Die Einträge auf den Homepages der Parteien beispielsweise sind mindestens ein Jahr alt.“

Schnellstmöglich müsse Bad Laer Mietwohnungen schaffen und neue Baugebiete ausweisen, bevor junge Familien abwanderten, fordert der Kandidat. Auch die Zersplitterung der Gewerbegebiete hält er in einem Kurort für riskant. Rainer Recker hat eine Lebensgefährtin und engagiert sich im Bad Laerer Schützenverein.

Aus allen politischen Lagern

Sein Konkurrent Tobias Avermann freute sich am Montag, dass er mehr als die erforderlichen Unterschriften sammeln konnte und diese aus unterschiedlichen politischen Lagern, Ortsteilen und Altersgruppen kommen. Unter den Themen, die er als Bürgermeister angehen möchte, gewichtet Avermann neue Baugebiete und die Erschließung weiterer Fläche besonders hoch.

Der 41-Jährige war von 2009 bis 2014 allgemeiner Vertreter des damaligen Bürgermeisters Holger Richard und Fachbereichsleiter für Zentrale Aufgaben, Finanzen und Bildung. Avermann ist Konsenskandidat von CDU, BBL, SPD, Grünen und FDP, Diplom-Verwaltungsbetriebswirt und im Moment Fachbereichsleiter für Personal, Organisation und Finanzen bei der Stadt Vechta. Bevor er nach Bad Laer kam, war er 16 Jahre lang beim Kreis in den Bereichen Schule, Jugend, Finanzen und Controlling tätig. Aus familiären Gründen würde Avermann als Bürgermeister in Holzhausen wohnen.

Wahlvorbereitung in den Ferien

Als dritter Bürgermeisterkandidat stand kurzzeitig Volker Göx im Raum. Der Redaktionsleiter eines Anzeigenblatts strebte die Kandidatur an – sammelte jedoch, wie er sagte, „in der Kürze der Zeit“ nicht die nötigen Unterschriften. „Ich habe relativ spät mit den Vorbereitungen begonnen“, so Göx, dessen Urlaub sich mit der Ankündigung zur Neuwahl gekreuzt habe. Er habe erst am Dienstag mit einwöchigem Zeitnachteil von Haus zu Haus gehen und für seine Sache werben können. Die Wahlvorbereitungen in die Ferienzeit zu legen findet er „relativ unglücklich“. Viele Bad Laerer seien urlaubsbedingt nicht anzutreffen. Mögliche Kandidaten hätten es schwer, alle Formalitäten zu erfüllen – sofern sie nicht selbst im Urlaub seien. Bei einer Wahl mehr als einen Kandidaten zu haben, hält Göx jedoch für wichtig: „Wähler sollten nicht nur zwischen ja oder nein entscheiden können“. Dies zu ermöglichen, sei eine seiner Hauptmotivationen gewesen.


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