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30.07.2018, 18:53 Uhr BÜRGERMEISTERWAHL AM 2. SEPTEMBER

Ein bisschen Frieden... Kommentar zu Bad Laerer Kandidaten

Kommentar von Stefanie Adomeit

Zwei Bewerber möchten als Bürgermeister ins Rathaus einziehen. Foto: Archiv/PartonZwei Bewerber möchten als Bürgermeister ins Rathaus einziehen. Foto: Archiv/Parton

Bad Laer. Lange sah es aus, als hätten die Bad Laerer bei ihrer Bürgermeisterwahl nur die Wahl zwischen Ja oder Nein. Das ist nun anders. Es gibt zwei Kandidaten, die – außer an Lebensjahren – unterschiedlicher kaum sein könnten.

Da ist der Verwaltungsfachmann mit Stallgeruch. Und da ist der EDV-Experte und Schützenbruder, der das umsetzen will, was andere nur versprachen.

Auf Konsenskandidat Avermann sind die Fraktionen regelrecht stolz. Kein Wunder, Ratsherren, die sich oft in Streits und Verbalattacken ergingen, zeigen sich einig und fahren einen gemeinsamen Kandidaten auf. Das kann man gut finden, denn die neue Harmonie könnte Bad Laer nach vorne bringen. Die weitaus meisten Entscheidungen eines Rates sind so sachbezogen, dass sie einstimmig beschieden werden. Und ein bisschen Frieden im Rathaus täte Bürgern und Gemeinde gut.

Aber wie tief gründet der Burgfrieden? Hat die BBL resigniert? Egal ob sie in den vergangenen Jahren einer mehr oder weniger schwarzen Ampel oder einem grün-schwarzen Block gegenüberstand: Die Unabhängigen hatten keine Chance, ihre Politik zu entwickeln. Noch dazu hängt ihnen an, einen – letztlich auch von ihnen selbst – ungeliebten Bürgermeister nach Bad Laer geholt zu haben.

Hat sich alles, was die BBL am Politik- und Transparenzverständnis von CDU und Co. gestört hat, plötzlich zum Guten gewendet? Schön wär’s. Allerdings zeichnete sich in den vergangenen Monaten nichts dergleichen ab. Freut sich die BBL jetzt einfach, dass man wieder mit ihr spricht?

Avermann ist fachlich gut aufgestellt, keine Frage. Doch war er unter Holger Richard zweiter Mann im Rathaus. Das Trio Richard, Avermann und Pressefrau Rahn agierte in enger Abstimmung. Kann sich der Kandidat davon freimachen? Nur dann wäre mit ihm ein echter Neuanfang möglich. Und Rainer Recker? Ist auf seine Art ebenfalls eine Aktie auf die Zukunft, deren Kursverlauf keiner kennt. Sie haben die Wahl.


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