Vom richtigen Umgang mit Hunden Hurra, den Kinderhundeführerschein geschafft!

Von Carolin Hlawatsch

Mitten im Training für den Kinderhundeführerschein sind: (von links) Jannis (8) aus Hilter mit Laika, Melina (10) aus Bad Rothenfelde mit Jerry, Alina (10) aus Borgloh mit Biene, Hundetrainer Frank Unnewehr und Jan-Bernd (10) aus Hilter mit Casius. Foto: Carolin HlawatschMitten im Training für den Kinderhundeführerschein sind: (von links) Jannis (8) aus Hilter mit Laika, Melina (10) aus Bad Rothenfelde mit Jerry, Alina (10) aus Borgloh mit Biene, Hundetrainer Frank Unnewehr und Jan-Bernd (10) aus Hilter mit Casius. Foto: Carolin Hlawatsch

Bad Laer. Das richtige Verhalten im Umgang mit Hunden will gelernt sein. Dass auch Kinder in der Lage sind, einen großen Teil Verantwortung und Fürsorge für den vierbeinigen Freund zu übernehmen, bewiesen sie in der Hundeschule „Campus4dogs“ in Bad Laer. Dort absolvierten sie im Rahmen des Ferienpasses den „Kinderhundeführerschein“.

„Kinder haben oft ein viel besseres Handling mit dem Hund als Erwachsene“, weiß Hundetrainer und „Campus4dogs“-Inhaber Frank Unnewehr. Das läge ganz einfach daran, dass sie mehr nach Bauchgefühl agieren und nicht so viel nachdenken wie die Älteren. Dennoch gibt es Missverständnisse in der Kind-Hund-Kommunikation. Weil sich das Tier nicht mit Worten ausdrücken kann und im Zweifelsfall zu anderen Mitteln greift, sei es umso wichtiger Kindern den korrekten Umgang mit ihrem geliebten Vierbeiner zu vermitteln. Deswegen bietet Frank Unnewehr seit nunmehr sieben Jahren den Kurs „Kinderhundeführerschein“, in diesem Jahr nun auch als Ferienpass-Aktion.


Theorie und Praxis stehen beim Kinderhundeführerschein auf dem Programm. Hier wird über einem Hundequizz gegrübelt. Foto: Carolin Hlawatsch


Verband für das Deutsche Hundewesen

Ins Leben gerufen wurde der Kinderhundeführerschein vom Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH). Er orientiert sich am VDH-Übungsheft „12 Regeln für den Umgang mit Hunden“ und wird mit einem kindgerechten Test, dem „Großen Hundequizz“ abgeschlossen. Über eben diesem Quizz grübelten am Dienstag die sieben jungen Teilnehmer in der Hundeschule „Campus4dogs“. Es war ihr fünfte und somit letzte Kurseinheit. 

Jeweils eine halbe Stunde Theorie und eine halbe Stunde Praxis standen beim Kurs auf dem Programm. Die Kinder lernten dabei viele verschiedene Aspekte wie zum Beispiel, dass Hunde mit gleichem Aussehen, trotzdem einen unterschiedlichen Charakter haben können, dass man sie nicht beim Fressen stören sollte, wie man sich verhält, wenn zwei Hunde ins Raufen geraten oder wie sich das Hunde- vom Menschengebiss unterscheidet. „Jetzt gehen wir noch ein bisschen auf den Übungsplatz“, kündigte Hundetrainer Unnewehr an. Die jungen Teilnehmer folgten ihm mit ihren Hunden an der Leine.


Jannis und Laika (vorne), sowie Jan-Bernd mit Casius sind höchst konzentriert dabei beim Praxisteil des Kinderhundeführerscheins in der Trainingshalle der Hundeschule „Campus4dogs“ in Bad Laer. Foto: Carolin Hlawatsch


Grundgehorsam und Leinenführigkeit

Nicht nur Grundgehorsam und Leinenführigkeit wurden trainiert, auch spezielle Erziehungs- und Kommunikationsmöglichkeiten wie das „Klickern“. In unsere Kommandos dem Hund gegenüber legen wir, wenn auch unbewusst Emotion hinein. Der Klicker gibt stets denselben Ton, ist neutral und kann somit gut als Zeichen vor einer Belohnung eingesetzt werden. Alina (10) aus Borgloh drückte auf das Klicker-Gerät, dann folgte das Leckerchen für ihren Jack-Russel-Terrier Biene. „Klick“ machte es auch bei Melina (10) aus Bad Rothenfelde, deren Hund Jerry  bereits nach drei Wiederholungen wusste: „Jetzt folgt eine Belohnung“.

Sowohl Kinder als auch Hunde hatten sichtlich Spaß an den Aufgaben. Als Chef, beziehungsweise Rudelführer, könnten Kinder vom Hund allerdings nicht angesehen werden, erklärte Frank Unnewehr den zuguckenden Eltern. Bis zum zirka 14. Lebensjahr würden Kinder vom Hund in der Rangordnung als gleich angesehen, da sie selbst noch erzogen werden. „So etwas spüren die Hunde“, weiß der Experte. bis zum vierten Lebensjahr des Kindes würden manche ältere Hunde es sogar wie einen Welpen hüten.


Beim Kinderhundeführerschein werden Kinder spielerisch für den Umgang mit Hunden sensibilisiert. Teilnehmerin Alina (10) aus Borgloh führte Jack Russel Hündin Biene gekonnt über die Hürden. Foto: Carolin Hlawatsch


VDH-Kinderhundeführerschein

Der nächste Kurs für den VDH-Kinderhundeführerschein mit fünf Trainingseinheiten für Kinder im Alter von acht bis dreizehn Jahren, startet in der Bad Laerer Hundeschule Mitte September. Anmeldung via E-Mail: info@campus4dogs.de.


Zusammen mit anderen Kindern und ihrem Hund Jerry testet Melina (10) aus Bad Rothenfelde das „klickern“. Foto: Carolin Hlawatsch



Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN