Klangvolle Überraschungen in H Fesselnde Fortsetzung der Bad Laerer Orgelkonzerte

Meine Nachrichten

Um das Thema Bad Laer Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Elmar Lehnen faszinierte mit einem außergewöhnlichen Programm und fesselnder Improvisationskunst an der Orgel von Mariae Geburt. Foto: Petra RopersElmar Lehnen faszinierte mit einem außergewöhnlichen Programm und fesselnder Improvisationskunst an der Orgel von Mariae Geburt. Foto: Petra Ropers

Bad Laer. Kurzweilig, kontrastreich und gespickt mit musikalischen Überraschungen: So präsentierte sich am Sonntag das zweite Konzert der sommerlichen Orgelreihe in der Kirche Mariae Geburt. Für die vielen Musikfreunde stellte Elmar Lehnen ein außergewöhnliches Programm zusammen.

„Konzert in H“ übertitelte der Organist seine Darbietungen an der Orgel, die 1991 ausgerechnet in Kevelaer erbaut wurde – jenem Wallfahrtsort, an dem Lehnen selbst an der Orgel der Päpstlichen Marienbasilika wirkt. In Bad Laer setzte er nun nicht nur die Seifert-Orgel wirkungsvoll in Szene. Mit seiner Werksauswahl machte er zugleich hörbar, wie groß der Facettenreichtum zweier eng verwandter Tonarten sein kann.

Machtvolle Klangfülle zum Auftakt

Schon der Beginn ließ dabei aufmerken. Denn Marcel Duprés „Prélude et Fugue H-Dur“ zählt zu den technisch anspruchsvollsten Werken des 1971 verstorbenen Komponisten, der selbst ein herausragender Konzertorganist und Improvisateur war. Eingeleitet im Präludium von virtuos wirbelnden Bewegung über einem markanten Pedalthema, steigerte sich das Werk in der Fuge mit machtvoller Klangfülle zu einem spannungsreichen Dialog zwischen Manualen und dem mit fesselnder Beweglichkeit agierenden Pedal.

Der überraschende, klangschöne Kontrast kam nach dem triumphalen Finale in weichem h-Moll: César Francks „Prélude, fugue et Variation“ bezauberte mit sanglich-lieblicher Melodieführung über einer hauchzart registrierten Begleitung. Und Elmar Lehnen hielt für die Musikfreunde noch weitere Überraschungen bereit. Immerhin sind Werke von Robert Schumann an der Orgel eher selten zu hören. Als „Studien in canonischer Form“ überschrieb Schumann die sechs Miniaturen, die er 1845 für den Pedalflügel schrieb.

Orgel statt Pedalflügel

Das Instrument – ein Klavier oder Flügel mit zusätzlicher Pedalklaviatur – vermochte sich nicht durchzusetzen. Dafür zeigte das Werk nun an der Bad Laerer Orgel seinen Reiz. Die heiter getupften Akkorde der fünften Miniatur machten in der Kirche Mariae Geburt eindeutig Lust auf mehr Schumann an der Orgel. Natürlich durfte beim Sommerkonzert Johann Sebastian Bach als Meister der barocken Orgelkunst nicht fehlen.

Seinem Prädudium und Fuge in h-Moll folgte Camille Saint-Saens Prélude in H-Dur – ein zauberhaftes, immer wieder in weiche Arpeggien sich auflösendes Stück, das Elmar Lehnen verspielter Virtuosität in Szene setzte. Zum Abschluss noch einmal Bach – wenn auch ganz anders als gewohnt. Denn Lehnen, der sein Konzert mit dem Werk eines gefeierten Improvisateurs begann, bewies zum Abschluss selbst seine Improvisationskunst mit gerade einmal vier Tönen B-A-C-H als Basis, die sich im Pedal fast durch das ganze Stück zogen.

Darüber jedoch entwickelte sich zwischen ätherisch-flirrender Bewegung und dramatischem Klanggewitter, zwischen fast manischem Getriebensein und gefühlvoller Ruhe das ganze Spektrum fesselnder Orgelkunst. Selbst der Zimbelstern der Orgel vermochte da nicht mehr zu schweigen: Ein gelungener Abschluss für ein bemerkenswertes Konzert.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN