Mit Unterstützung aller Fraktionen Tobias Avermann will Bad Laerer Bürgermeister werden

Von Stefanie Adomeit

Stärken Tobias Avermann (Mitte) den Rücken: Johannes Mönter (SPD), Uwe Frerig (BBL), Johannes Eichholz (CDU) und Markus Peters (Grüne). Foto: Gert WestdörpStärken Tobias Avermann (Mitte) den Rücken: Johannes Mönter (SPD), Uwe Frerig (BBL), Johannes Eichholz (CDU) und Markus Peters (Grüne). Foto: Gert Westdörp

Bad Laer. Alle für einen: Die Gruppen und Fraktionen im Rat haben sich auf einen gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten geeinigt. Und der ist in Bad Laer kein Unbekannter. Tobias Avermann, bis von 2009 bis 2014 zweiter Mann im Rathaus, soll nun erster werden.

Der 41-Jährige tritt am 2. September als unabhängiger Einzelwahlvorschlag an und freut sich über die breite Unterstützung im Rat. „Ich glaube, dass das für den Ort das Richtige ist“, sagte Avermann bei seiner Vorstellung am Freitag, bevor die Vertreter der Fraktionen erklärten, warum sie ihn für den Richtigen halten.

Johannes Eichholz sagte für die CDU: „Wir sind sicher, dass wir mit ihm für diese Aufgabe einen fachkompetenten und auch persönlich geeigneten Menschen gefunden haben.“ Die Mitgliederversammlung, der sich Avermann am Vorabend präsentiert hatte, hat die Kandidatur einstimmig unterstützt. Bewusst verzichte die CDU auf einen eigenen Kandidaten, den man natürlich parat gehabt hätte, so Eichholz auf Nachfrage.

Parteiübergreifender Kandidat

„Absolute Unterstützung“ sicherte Uwe Frerig für die BBL Tobias Avermann zu. „Es ist sehr gut, dass wir in der jetzigen Situation jemanden gefunden haben, der als Einzelwahlvorschlag und parteiübergreifend antritt.“ Das sei angesichts der Strukturen im Rat das Beste. Über Sachthemen könne man sich streiten, aber den Bürgermeister sollten alle unterstützen. Damit werde die Arbeit für die Spitze der Verwaltung angenehmer und einfacher, war Frerig überzeugt.

„Einhellige Meinung ist, dass Tobias Avermann ein Verwaltungsprofi ist, der politisch denkt“, charakterisierte Markus Peters von den Grünen den Kandidaten. Die effiziente Zusammenarbeit mit ihm habe Spaß gemacht, „das wird Bad Laer guttun“. Die fachliche Kompetenz und menschliche Art des Kandidaten lobte Johannes Mönter (SPD). Er sei der geeignete Kandidat, der Themen effizient angehe. Verhindert war Alois Diekamp von der FDP, die Avermann ebenfalls unterstützt.

Was bringt der Kandidat mit? „Ich habe kommunale Erfahrung und Bad Laer liegt mir am Herzen. Ich weiß, dass ich das Talent habe, Menschen und Interessen zusammenzuführen“, erklärte Avermann selbstbewusst. „Gemeinsam mehr erreichen“ hat er sich als Motto gesetzt.

Ohr am Bürger

Dazu gehört für ihn, „das Ohr am Bürger zu haben“. Beispielhaft erinnert er an den Arbeitskreis Campus, den Bad Laer vor Jahren initiiert hatte. Und er sagte, wie er gemeinsam mehr erreichen möchte: „Um die Wohn- und Lebensqualität im Ort zu optimieren, braucht es ein zukunftsfähiges Flächenmanagement für Gewerbe, Einzelhandel, Wohnen.“ Weiterhin lägen ihm die Themen Bildung und die Lebensbedingungen älterer Menschen sehr am Herzen: „Es ist auch Aufgabe der Kommune, älteren Menschen zu ermöglichen, lange zu Hause wohnen zu können.“

Darauf angesprochen, dass ein Grund für die Abwahl seines damaligen Chefs, Holger Richard, auch das Gefühl vieler Bürger von mangelnder Transparenz im Rathaus war, erklärte Avermann: „Wenn der Eindruck von Intransparenz entstanden ist, ist etwas schiefgelaufen. Man muss die Bürger mitnehmen, den Faden nicht abreißen lassen, Instrumente finden, um auf die Themen aufmerksam zu machen.“ Dann habe man die große Chance, dass Entscheidungen mitgetragen würden – oder man Signale an die Politik geben müsse, diese nachzubessern oder besser zu kommunizieren. Auch im Bereich Tourismus will er auf eine Weiterentwicklung „mit Maß und Mitte“ setzen.

Avermann ist im Moment Fachbereichsleiter für Personal, Organisation, Finanzen, Controlling, EDV und Kultur bei der Stadt Vechta. Vorher war er fünfeinhalb Jahre lang Allgemeiner Vertreter des Bad Laerer Bürgermeisters und Fachbereichsleiter für Zentrale Aufgaben, Finanzen und Bildung. Er kam damals vom Landkreis, wo er 16 Jahre lang in den Bereichen Schule, Jugend, Finanzen und Controlling tätig war, unter anderem die Kita-Planung für den Kreis betreute.

Lebensmittelpunkt bleibt GMHütte

Weil seine Tochter in die zweite Klasse kommt, würde Avermann als Bad Laerer Bürgermeister weiter in Holzhausen wohnen. Hobbys habe er auch: Laufen, Schwimmen, Lesen.

Mit Blick auf die lange bürgermeisterfreie Zeitspanne im Rathaus – aufgrund der Erkrankung und des Rückzugs in den vorzeitigen Ruhestand von Franz Vollmer – sagte Avermann: „Die Mitarbeiter mussten in letzter Zeit viel, vielleicht manchmal zu viel leisten. Aber ich habe volles Vertrauen in die Mannschaft, dass wir das wieder hinkriegen.“