Vorschläge im Umweltministerium Bad Laerer Schüler: Elektrogeräte reparierbar bauen

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16 Schülerinnen und Schüler von drei Schulen präsentierten mit Andrea Bornhütter-Kassen von Let’s Mint, Daniel Simon von der Oberschule Bad Laer sowie Reparierexperte Franz-Josef Strubberg die Ergebnisse von zwei Jahren Arbeit in den „Let’s Mint-Reparierwerkstätten an Schulen“ jetzt der Parlamentarischen Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter (3.vorne rechts) im Bundesumweltministerium in Berlin. Foto: Let’s Mint e.V16 Schülerinnen und Schüler von drei Schulen präsentierten mit Andrea Bornhütter-Kassen von Let’s Mint, Daniel Simon von der Oberschule Bad Laer sowie Reparierexperte Franz-Josef Strubberg die Ergebnisse von zwei Jahren Arbeit in den „Let’s Mint-Reparierwerkstätten an Schulen“ jetzt der Parlamentarischen Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter (3.vorne rechts) im Bundesumweltministerium in Berlin. Foto: Let’s Mint e.V

Bad Laer. Teilnehmer der Let’s-Mint-Reparierwerkstätten aus Glandorf, Bad Laer, Lotte und Westerkappeln übergaben Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter vom Bundes-Umweltministerium in Berlin Vorschläge für Hersteller. Von denen fordern sie Elektrogeräte reparierbarer zu konstruieren.

Lob und Anerkennung von höchster Stelle gab es jetzt für die „Reparierwerkstätten an Schulen“ der Unternehmerinitiative Let’s Mint e.V. Wie der Verein weiter mitteile, waren jetzt 16 Schülerinnen und Schüler von den Oberschulen in Bad Laer und Glandorf sowie der Gesamtschule Lotte-Westerkappeln mit Projektverantwortlichen und Betreuern im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit in Berlin zu Gast. Hier präsentierten sie Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter die wichtigsten Ergebnisse aus zwei Jahren praktischer Reparierarbeit. (Weiterlesen: Reparieren statt Wegwerfen – Reparier-Werkstatt richtet in Bad Laer Annahmestellen ein)

Beeindruckt

Unter dem Motto „Reparieren statt wegwerfen“ hatte die Unternehmerinitiative an insgesamt drei Schulen Werkstätten eingerichtet. Mit dem Projekt möchte Let’s Mint das technische Verständnis Jugendlicher schulen, sie für technische Berufe interessieren und gleichzeitig ein Zeichen setzen gegen die Wegwerfkultur. Die Staatssekretärin zeigte sich vom Projekt und der Arbeit der Schüler beeindruckt: „Ob Flachbildschirm, PC oder Waschmaschine - wenn sie mal defekt sind, denken viele zuerst ans Wegwerfen statt ans Reparieren. Euer Projekt hat umfassend bewiesen, dass es auch umgekehrt geht und auch gehen muss, denn ständig etwas neu kaufen, kostet viel Geld, verschwendet Energie und Rohstoffe.“ (Weiterlesen: Reparieren geht über Verschrotten – Bad Laerer Oberschüler engagiert gegen Wegschmeißen)

Weit über 100 Geräte und Gegenstände aus Haushalt und Garten haben die Schüler unter Anleitung von Reparierexperten in zwei Jahren überprüft und über die Hälfte erfolgreich instandgesetzt. „Ungefähr ein Drittel der abgegebenen Geräte konnten wir nicht reparieren, weil sie nicht zu öffnen waren oder es keine Ersatzteile gab“, berichteten Chris und Leon der Staatssekretärin.

Schrauben

Deshalb übergaben die Schüler Rita Schwarzelühr-Sutter am Ende ihrer Präsentation eine Liste mit Vorschlägen, wie reparierbare Geräte hergestellt werden können. Dazu gehören Merkmale wie verschraubte statt verklebte Gehäuse, der Einsatz von Standardschrauben und -bauteilen sowie die Veröffentlichung von Schaltplänen. Zudem baten die Jugendlichen die Staatssekretärin, sich bei den Herstellern für die Produktion reparierbarer Geräte stark zu machen.

Ihre konkreten Vorschläge konnten die Schüler direkt aus ihrer Reparierarbeit ableiten, über die sie zwei Jahre lang penibel Buch führen mussten. Eine eher unbeliebte Arbeit, über deren Einhaltung die Projektverantwortlichen von Let’s Mint Andrea Bornhütter-Kassen und Andrea Rehder wachten. Denn die Dokumentation ist ein wichtiger Bestandteil des von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt fachlich und finanziell geförderten Pilotprojekts, das auch von der Stiftung der Sparkassen im Landkreis Osnabrück unterstützt wird. (Weiterlesen: Do it yourself – Reparieren und Austauschen statt Wegschmeißen: Für viele Elektrogeräte gibt es im Internet Reparaturanleitungen)

Lebensdauer

Wie wichtig diese Arbeit war, versicherte nun auch Rita Schwarzelühr-Sutter den Schülern: „Wir wollen, dass ein Smartphone über mehrere Jahre einwandfrei funktioniert und jeder und jede von uns den Akku alleine wechseln können, wenn er mal kaputtgeht. Wir wollen, dass Waschmaschinen, Staubsauger oder Kaffeemaschinen robust gebaut werden und lange halten, wenn man sie in der üblichen Weise benutzt. In der Europäischen Union können wir dafür Produktvorgaben machen, nämlich in der Ökodesign-Richtlinie. Und teilweise haben wir das auch schon gemacht. Wir müssen aber noch viel mehr in diese Richtung unternehmen. Dafür gibt uns euer Projekt Rückenwind.“ (Weiterlesen: Umwelthilfe kritisiert Hersteller – „Lebensdauer von Smartphones oft kurz“)


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