Einstimmiges Ratsvotum Landschaftsschutz soll für Bad Laerer Bauunternehmen weichen

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Der Rat hat jetzt entschieden, in die Planung für die Löschung eines Teils des Landschaftsschutzgebietes am Kleinen Berg einzusteigen. Foto: Archiv/PartonDer Rat hat jetzt entschieden, in die Planung für die Löschung eines Teils des Landschaftsschutzgebietes am Kleinen Berg einzusteigen. Foto: Archiv/Parton

Bad Laer. Die Firma Unverfehrt braucht mehr Platz. Für die Lagerung von Mutterboden, Sand, Kies und Schotter benötigt das an der Remseder Straße ansässige Tiefbau-Unternehmen Flächen. Diese sollen durch die Löschung eines bisher als Landschaftsschutzgebiet eingetragenen Gebietes für Unverfehrt nutzbar gemacht werden.

In Bad Laer seien keine ausreichend großen, freien Gewerbeflächen verfügbar, heißt es in der Ratsvorlage der Verwaltung. Zwar gebe es Flächen im Geltungsbereich eines wirksamen Bebauungsplanes, jedoch zu kleine. Im Gebiet „Up de Heuchte“ oder der Nähe von Wohnhäusern stünde der Lagerung von Bodenaushub oder Schotter die Staubentwicklung entgegen. Zwar gebe es auch am Heidering Flächen, diese stünden aber im Eigentum dort ansässiger Firmen seien und als deren Erweiterungsflächen vorgesehen.

Außerdem habe Unverfehrt bereits eine Kaufzusage für seine benachbarten Grundstücke und am Standort Remseder Straße vor einigen Jahren investiert. Zwei Standorte möchte das Unternehmen nicht haben, so Bauamtsleiter Stefan Pelz.

„Somit wären mehrere Standortvorteile vorhanden“, heißt es in der Beschlussvorlage. „Flächenverfügbarkeit, entfernte Wohnbebauung, Anschluss an das bestehende Betriebsgelände.“ Das anvisierte Areal wird im Westen durch die Hauptstraße begrenzt und erstreckt sich an dieser entlang. Im Süden beginnt der Bereich mit dem Betriebsgebäude der Firma Unverfehrt und reicht ungefähr bis zur Höhe des Hauses Remseder Straße 27b. Im Osten wird der Bereich durch einen Verkoppelungsinteressentenweg begrenzt.

Wollen Unternehmen Hilfestellung geben

Die Flächen, die Unverfehrt kaufen möchte, gehören zum „Naturpark Nördlicher Teutoburger Wald - Wiehengebirge“, stehen damit unter Landschaftsschutz und grenzen an das FFH-Gebiet Kleiner Berg, das unter besonders strengem Schutz steht. „Im Landschaftsschutzgebiet sind nur privilegierte Vorhaben erlaubt“, erläuterte Pelz. Damit das Bauunternehmen die Flächen für seine Zwecke nutzen darf, müsse der Landschaftsschutz gelöscht werden. Dafür werden Gutachten zu den Auswirkungen auf Flora und Fauna und den Menschen in Auftrag gegeben.

Der Rat sollte nun entscheiden, ob die Gemeinde in die Planung für die Löschung einsteigen sollte. Einmütig stimmten die Kommunalpolitiker dafür. Damit sollen der Flächennutzungsplan geändert und ein Bebauungsplan mit der Festsetzung Mischgebiet oder eingeschränktes Gewerbegebiet aufgestellt werden.

„Es ist beabsichtigt, einem Bad Laerer Unternehmen Hilfestellung zu geben“, hatte der Ratsvorsitzende Roland Hemsath vor der Abstimmung betont. Die endgültige Entscheidung über die Löschung der Flächen als Landschaftsschutzgebiet ist dem Kreistag vorbehalten. Die Kosten für die Aufstellung des B-Planes, die Änderung des Flächennutzungsplanes und die erforderlichen Gutachten sollen der Gemeinde durch Unverfehrt erstattet werden.


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