Zweites Standbein Wieder Hühner auf dem alten Hof Buddendieck in Bad Laer

Meine Nachrichten

Um das Thema Bad Laer Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Bad Laer. Sauenhaltung mit Ferkelaufzucht und Ackerbau prägen seit Jahrzehnten den Alltag auf dem Hof Buddendieck in Bad Laer. Heinrich Buddendieck ist 57, sein jüngster Sohn Benno, erklärter Hofnachfolger, ist 19 Jahre alt. Ein Generationswechsel steht an und mit ihm der Aufbau eines zweiten wirtschaftlichen Standbeins.

Benno Buddendieck, der seine landwirtschaftliche Ausbildung noch vor sich hat, erkannte in einem dreimonatigen Praktikum auf einem Hühnerhof, welchen Weg er künftig einschlagen will. Im Familienrat fiel schon vor zwei Jahren die Entscheidung, wieder Hühner auf den Hof zu holen. Bevor bei Buddendiecks die Spezialisierung auf Sauenhaltung mit Ferkelaufzucht fiel, gehörten zum Selbstversorger-Hof von 1860 wie überall neben Schweinen auch Milchkühe, Pferde und natürlich Hühner. Seit altersher dienen die Hoffläche zum Anbau von Getreide und Mais, die heute die Futterbasis für die Schweinehaltung sind.

Zwei mobile Hühnerställe

Das zweite Standbein entwickelt sich. Mittlerweile stehen auf den Grünflächen am Hof schon zwei der mobilen Hühnerställe, deren Standort regelmäßig gewechselt wird, damit die Legehennen im Auslauf immer frisches Grünfutter haben und nach Lust und Laune scharren können, um die eine oder andere eiweißhaltige Leckerei im Boden zu finden. Ansonsten gibt es täglich hochwertiges Körnerfutter. So müssen glückliche Hühner aussehen, wird dem Betrachter schnell deutlich. Die Schar des braunen Federviehs wirkt entspannt und vital. Das Ergebnis sind braune Eier aus der Freilandhaltung, die Buddendiecks in ihrer Eierhütte anbieten, ein Holzhäuschen, in dem sich die Kunden ihre Eier aussuchen können und auch Kartoffeln finden. Bezahlt wird in eine festverschraubte Kasse – auf Vertrauensbasis.

„Zuerst sind wir belächelt worden: Ob die wohl alle zahlen, die sich Eier holen?“, schildert Bennos Mutter Petra die Skepsis im Bad Laerer Umfeld. Und? „Das klappt ganz gut, wir haben nicht den Eindruck, dass wir über den Tisch gezogen werden“. Die Lage des Hofes spricht nicht gerade für massenweise Laufkundschaft und doch werden Buddendiecks die Legeleistung ihrer Hühner los. Deshalb zieht in den nächsten Wochen ein weiteres Hühnervolk in einen neuen Mobilstall.

Nudeln aus Buddendiecks Eiern

In wenigen Wochen sind die Landeier vom Fleethweg auch im Einzelhandel in Bad Laer und Glane zu haben. Dazu müssen die Produkte gestempelt werden. Eine Stempelmaschine garantiert, dass jedes Ei mit den Erzeugerdaten markiert wird. Dass Eier nicht nur auf dem Frühstückstisch landen müssen, zeigt das Nudelangebot in der Eierhütte. Ein befreundeter Familienbetrieb stellt die verschiedenen Nudelsorten mit den Eiern von Buddendiecks Hühnern her. Das sind neben Hartweizengrieß-Nudeln auch Dinkel- und Dinkelvollkornnudeln.

Benno Buddendieck konnte seine Familie auch davon überzeugen, den Einstieg in die Hähnchenhaltung zu wagen. Auch das ist erst einmal ein Versuch, deshalb ist die Schar der Weidehähnchen auf 200 beschränkt: „Die müssen erst einmal verkauft werden“. Der Verkauf erfolgt nur über Vorbestellungen über die Hof-Webseite oder durch Ausfüllen eines Zettels in der Verkaufshütte. Die Weidehähnchen der Rasse Ranger Classic zeichnen sich durch stärkeres Keulenfleisch aus, sie sind sehr mobil, leben ebenfalls in einem mobilen Stall mit Auslauf auf einer Grünfläche und haben mit 70 Tagen ein doppelt so langes Leben wie normale Masthähnchen.

Weniger krankheitsanfällig

Das Futter hat einen hohen Weizenanteil. Die Tiere wachsen deutlich langsamer, wodurch die Hähnchen vor Stress geschützt sind, erläutert Benno Buddendieck. Der reduzierte Energiegehalt des Futters wirke wie eine Diät. Der Kreislauf werde entlastet, das Fleisch fester und aromatischer. Diese Art der Fütterung mache die Tiere weniger krankheitsanfällig, wodurch Antibiotika-Gaben ausgeschlossen werden können.

Neuland beschreitet der Hof Buddendieck seit Anfang Juni auch in der Vermarktung. Neben der Eierhütte, die von 8 bis 20 Uhr geöffnet ist, steht jetzt ein Regiomat, der Waren 24 Stunden anbietet. Darunter sind natürlich neben Eiern, Grillfleisch und Bratwürstchen von einem Landschlachter, Frikadellen mit Senf, aber auch Saisonware wie Erdbeeren, Spargel und Gurken sowie Fruchtaufstriche und alkoholfreie Getränke. Der Regiomat kühlt die Ware beständig bei zwei Grad. Nach Eingabe des ausgewiesenen Kaufpreises befördert ein Warenlift die Produkte – auch die Eier – sicher und ohne Beschädigung in das Ausgabefach.

Weitere Folgen der Serie Stallgeruch finden Sie hier.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN