Philipp Steimel mit Shakespeare Ein-Mann-Sommernachtstraum in Bad Laer

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Bad Laer. Vor 400 Jahren, als William Shakespeares „Sommernachtstraum“ erstmals aufgeführt wurde, brauchte es weit mehr als ein Dutzend Schauspieler, um die Komödie auf die Bühne zu bringen. Philipp Steimel brauchte jetzt im Bad Laerer Haus des Gastes nur einen Koffer voller Hüte und die Fantasie seines Publikums.

Damit zauberte der Komiker eine Fassung wohl meist gespielten Werkes auf die Bühne in der Blombergklinik, die höchsten Unterhaltungswert hatte. Theaterspielen sei eine brotlose Kunst, die finanziellen Mittel seien knapp, begann Steimel. Daher habe er das Stück auf eineinhalb Schauspieler reduziert, für die er glücklicherweise auch noch Kost und Logis einsparen könne, da sie Verwandte in Bad Laer hätten.

Zauberwald

Das Stück spielt nahe dem antiken Athen in einem verzauberten Wald. Damit die Gäste den Handlungen folgen konnten, erklärte Steimel kurz die Ausgangssituation: „Wir befinden uns im Palast des Fürsten Theseus und seiner Verlobten Hippolyta, die bald heiraten wollen.“ Um diese Hochzeit herum ranken sich verschiedene Beziehungen, die noch keine sind, die erst noch entstehen müssen oder auch nie entstehen werden.

Steimel stellte seine unsichtbaren Schauspielkollegen vor: Egeus ist ein Adliger und Vater der Hermia. Der Edelmann Lysander ist in Hermia verliebt. Egeus bevorzugt jedoch Demetrius für seine Tochter Hermia. Die jedoch ist in Lysander verliebt und befreundet mit Helena, die wiederum in Demetrius verliebt ist. So weit – so gut. Und dann waren da noch das Elfenpaar Oberon und Titania, die im Zauberwald leben und um das Sorgerecht eines Pflegekindes streiten.

Hüte

Damit das Publikum noch den Hauch einer Chance hatte, die allesamt von Philipp Steimel dargestellten Figuren zu identifizieren, nutzte er Hüte. Helena trug einen lila Damenhut, Hermia einen pinkfarbenen Schlapphut, Demetrius eine grüne Filzkappe und Lysander einen braunen Filzhut. Der Fürst bekam eine Asterix-Kappe verpasst und der Adlige Egeus einen Hut, der eher in einen Sherlok-Holmes-Film passte.

Auf die Vorstellungskraft der Gäste setzte Steimel auch beim Bühnenbild. Er beschrieb jeden Szenenwechsel. Im Zauberwald ließen sich die Gäste sogar dazu hinreißen, die Aufführung mit der passenden Geräuschkulisse zu krönen. Uhus, Käuzchen, Wildschweine und anderes nicht zuzuordnendes Getier befand sich plötzlich in den Rängen.

Wunderblume

Im zweiten Akt kam die Überraschung – der Elf Puk, aber ohne Hut. Philipp Steimel hatte ihn aus dem Publikum herausgepickt. Er erhielt die Aufgabe, dem Schauspieler an den passenden Stellen den Nektar einer Wunderblume auf die Augen sprühen. Der sollte bewirken, dass derjenige sich in die verliebt, die er nach dem Aufswachen als erstes sieht. Mehr aus Bad Laer

Dass das zunächst ein großes Durcheinander auslöst, ist der Kreativität Shakespears zu verdanken. So muss der Zaubernektar bis zum Happy End mehrfach angewendet werden.

Die Gäste waren begeistert von dem Ein-Mann-Sommernachtstraum und honorierten die Darbietung mit viel Applaus. Was Shakespeare dazu gesagt hätte, lässt sich nur schwer vermuten.


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