Schritt für Schritt zum WalkingBus Begleitet auf dem Weg zur Schule in Bad Laer

Von Achim Köpp

Jeweils am Montag „fährt“ der Zu-Fuß-Bus um 7.25 Uhr dab Ecke Kleistraße/Zeisigstraße zur Grundschule am Salzbach mit ehrenamtlicher Begleitung durch Helga Landwehr und Roswitha Wellmeyer. Foto: Achim KöppJeweils am Montag „fährt“ der Zu-Fuß-Bus um 7.25 Uhr dab Ecke Kleistraße/Zeisigstraße zur Grundschule am Salzbach mit ehrenamtlicher Begleitung durch Helga Landwehr und Roswitha Wellmeyer. Foto: Achim Köpp

Bad Laer Großbritannien war der Ideengeber, in Osnabrück-Voxtrup sieht man ihn nun schon seit zehn Jahren: den „WalkingBus“. Oder zu Deutsch: den laufenden Bus. Nun hat auch Bad Laer eine solche „Buslinie.“

Geplant ist eine Testphase bis zu den Sommerferien: Solang startet jeweils montags um 7.25 Uhr ab Ecke Kleistraße/Zeisigstraße am Blomberg ein WalkingBus – eine begleitete Gehgemeinschaft von Grundschülern – in Richtung Grundschule am Salzbach.

Grundschüler in Begleitung ehrenamtlicher Erwachsener, die Obacht geben, gehen dabei ohne Halt, jedoch nach einem festen Fahrplan zu ihrer Schule und lernen so nebenbei das richtige Verhalten im Verkehr. „Route 1“ ist der Testlauf benannt und führt über Birkhahnweg, Drosselweg, Finkenweg, Am Blomberg am Kurpark, Remseder Straße, Kesselstraße, Beckers Mühle, Am Bach, Iburger Straße direkt zur Schule. Ehrenamtliche sind aktuell Helga Landwehr und Roswitha Wellmeyer dabei.

Nachdem die aus Bad Laer stammende Marietris Menke als Mitarbeiterin im Osnabrücker Breitensportclub BSC den ersten WalkingBus für die Grundschule Voxtrup plante und umsetzte, beriet sie weitere Schulen und stieß in der Grundschule am Salzbach auf großes Interesse. Dort war man von dem Konzept sofort überzeugt und machte sich mit Unterstützung des BSC, der Polizei und der Verkehrswacht an die Planung der „Route 1“.

Das erklärte Ziel von Sandra Steinkamp und Sonja Knapheide als Projekt-Ansprechpartner ist der Ausbau auf tägliche Routen und die Inbetriebnahme mehrerer Routen, die sich nach und nach je nach Verfügbarkeit ehrenamtlicher Helfer bilden sollen. Menke weiß aus der Erfahrung heraus, dass so ein Projekt aus sich heraus wächst und nach und nach begeisterte Busbegleiter und Buskinder findet.

Einfache Idee

Menke: „Viele Schulen zeigen Interesse und lassen sich beraten. Doch Bedenkenträger lassen das Projekt oftmals ins Stocken geraten, und dann bleibt eine Umsetzung aus. Dabei geht es doch um etwas völlig Simples: Kinder zu Fuß zur Schule zu begleiten – nicht mehr und nicht weniger.“ Die Grundschule am Salzbach habe jedoch ganz anders reagiert, fügt sie erfreut an, die Schule sei engagiert, umsetzungswillig und voller Tatendrang. Und es würden sich sicher schnell weitere Busbegleiter finden, ist sich Menke sicher, denn „da ich selbst aus Bad Laer bin, weiß ich, dass die Laerer ‚Machertypen‘ sind.“

Hoher Nutzwert

Dabei sei der Nutzen eines WalkingBus beeindruckend, da zahlreiche Kinder bislang täglich mit dem Auto zur Schule gebracht würden. In der engen Mühlenstraße entstünden durch Parken, Rangieren sowie dem zusätzlichen Durchgangsverkehr gefährliche Situationen. Da seien doch tragfähige, Entlastung bringende Lösungen willkommen. Und es gebe noch ein Argument: Schüler seien nach morgendlicher Bewegung deutlich konzentrierter im Unterricht.

Zudem führe ein solcher WalkingBus zu einer erheblichen Reduzierung des Verkehrsaufkommens an den Schulen. Und auch die Eltern würden entlastet, wenn sie das „Elterntaxen“ in der Garage stehen lassen könnten. Und die Schüler lernen Verkehrsregeln und ihre Umgebung kennen, während die Busbegleiter ein erfüllendes Ehrenamt leisteten. Auch Ärzte begrüßen die regelmäßige Bewegung der ehrenamtlichen Begleiter (oft Senioren) als eine „Win-win-Situation“. Und Polizei und Verkehrswacht erfahren ehrenamtliche Unterstützung in ihrem Tun.

Was jetzt noch fehlt, sind mehr Menschen, die die Idee mittragen und Lust haben, einmal wöchentlich die Kinder mit dem imaginären „Zu-Fuß-Bus“ zur Schule zu bringen.

Aufruf

„Interessierte Bürger, Nachbarn, Freunde der Idee und Großeltern können sich bei uns oder dem BSC melden“, heißt es in einem Aufruf von Knapheide und Steinkamp. Kontakt: Sandra Steinkamp, Telefon 0160-8463166 oder Email an bsc@bahama-sports.de