Facettenreich und hochvirtuos Domorganist brillierte an Bad Laerer Orgel

Von Petra Ropers

Gab sein erstes Konzert im Bistum Osnabrück: An der Orgel der Kirche Mariae Geburt begeisterte der Aachener Domorganist Prof. Michael Hoppe. Foto: Petra RopersGab sein erstes Konzert im Bistum Osnabrück: An der Orgel der Kirche Mariae Geburt begeisterte der Aachener Domorganist Prof. Michael Hoppe. Foto: Petra Ropers

Bad Laer. Ein Konzert von hoher Virtuosität und einem überaus breiten Klangspektrum eröffnete am Sonntag die sommerliche Orgelreihe in Bad Laer: Für die vielen Musikfreunde in der Kirche Mariae Geburt machte der Aachener Domorganist Prof. Michael Hoppe die Vielseitigkeit der Orgel hörbar.

„Ein schönes Instrument“, urteilte der renommierte Organist, der für den Auftakt der Orgelreihe zugleich sein erstes Konzert im Bistum Osnabrück gab. Zwar sei die Orgel im Aachener Dom größer. „Aber Größe allein ist nicht entscheidend“, so Hoppe. „Dieses Instrument ist so breit angelegt, dass fast alles darauf spielbar ist.“ Und diese Tatsache stellte der im In- und Ausland gefragte Konzertorganist zuvor wirkungsvoll unter Beweis. (Weiterlesen: Pflege für die Königin – Orgel von Mariae Geburt in Bad Laer gestimmt)

Barock, Romantik und Moderne

Vom Barock über die deutsche und französische Romantik bis zur Moderne spannte er in einem ebenso anspruchsvollen wie abwechslungsreichen Programm den klangvollen Bogen. Nicht die geläufigen Namen, sondern vornehmlich Werke (nur noch) wenig bekannter Komponisten zauberte er dafür aus der Schatzkiste der Musikliteratur hervor. Zu ihnen zählt etwa Lazare-Auguste Maquaire. Nur eines seiner Werke erschien jemals im Druck: Seine „Premiere Symphonie“ in Es-Dur fesselte bereits in den ersten Takten des eröffnenden Allegros mit einem pointierten Staccato und aus unergründlichen Tiefen aufsteigenden Läufen.

Einen deutlichen Kontrast zum fast dramatisch anmutenden ersten Satz schuf der Komponist, der nur ein Jahr nach Vollendung des Werkes im Alter von 34 Jahren starb, mit dem weichen, empfindsam umgesetzten Andante. Der Sprung von der französischen Romantik zurück zum deutschen Barock kam mit Johann Sebastian Bachs Fantasia G-Dur. „Très vitement“, zu Deutsch: sehr schnell, lautete Bachs Anweisung für den ersten der drei Sätze. Und Michael Hoppe setzte sie in verhaltener Registrierung mit fast schwerelos anmutender Virtuosität um. (Weiterlesen: Ungewöhnliche Entstehungsgeschichte der Kirche Mariae Geburt in Bad Laer – Erst kam der Turm, dann die Kirche)

Nächstes Konzert am 22. Juli

Weit weniger bekannt als der Meister der Orgelkunst ist sein französischer Zeitgenosse Jean-Francois Dandrieux, dessen fünfsätziges „Magnificat“ Hoppe zwischen zarter Zweistimmigkeit und ausladender Klangfülle intonierte. Bemerkenswerte Klangerlebnisse bot auch sein Ausflug in die Moderne: Da eilten Naji Hakims Paraphrasen über „Veni creator“ im dritten Satz springlebendig über die Manuale, steigerte sich Gaston Litaizes Toccata über den gleichen Hymnus in brillanter Virtuosität zum klanggewaltigen Finale. (Rückblick: Klänge von Krieg und Frieden – Musikgenuss zum Auftakt der Orgelreihe in Bad Laer 2017)

Marcel Duprés Präludium und Fuge H-Dur rundete ein Konzert ab, dass die Bad Laerer Orgel ebenso facettenreich wie beweglich in Szene setzte. Die begeisterten Musikfreunde forderten dem Organisten mit lang anhaltendem Applaus sogar noch eine Zugabe ab. Das nächste Konzert findet am Sonntag, 22. Juli, statt. Um 18 Uhr spielt dann zugunsten der Instandhaltung der Orgel Elmar Lehnen, Organist an der Basilika zu Kevelaer. Mehr aus Bad Laer