Pflege für die Königin Orgel von Mariae Geburt in Bad Laer gestimmt

Von Petra Ropers


Bad Laer. Die „Königin der Instrumente“ gibt sich erneut die Ehre: In fünf Konzerten präsentiert die Orgel der Kirche Mariae Geburt in Bad Laer ihre reichen Klangfacetten. Zum Auftakt der sommerlichen Orgelreihe spielt am Sonntag, 10. Juni, der Aachener Domorganist Prof. Michael Hoppe. Beginn ist um 18 Uhr.

Prof. Hoppe war Assistenz des Domkapellmeisters am Essener Dom, bevor er 2011 als Professor für Orgelspiel, Orgelimprovisation und Tonsatz an die Katholische Hochschule für Kirchenmusik in Aachen berufen wurde. Seit 2013 ist er Domorganist am Hohen Dom zu Aachen. Zudem führen ihn zahlreiche Konzerte regelmäßig durch das In- und ins Ausland. Doch Michael Hoppe ist nicht nur ein gefragter Organist, sondern auch Komponist: Er veröffentlichte Werke für Orgel und Chor wie auch Kindermusicals. CD- und Rundfunkaufnahmen runden seine vielseitige Tätigkeit ab. Mehr aus der katholischen Gemeinde Bad Laer lesen Sie hier.

Spenden für Generalreinigung

In weiteren Konzerten der sommerlichen Reihe spielen am Sonntag, 22. Juli, Elmar Lehnen, Organist an der Basilika zu Kevelaer, und am Sonntag, 12. August, Marcus Strümpe, Kantor der Salvatorkirche zu Duisburg. Vom Mainzer Dom kommt am Sonntag, 2. September, Prof. Daniel Beckmann nach Bad Laer. Die Reihe schließt am Sonntag, 23. September, mit Markus Karas, Münsterorganist in Bonn. Bis dahin dürfen sich die Musikfreunde auf kontrastreichen Musikgenuss freuen: „Unsere Orgel ist klanglich breit angelegt“, betont der Bad Laerer Organist und Organisator der Konzertreihe, Heiner Plogmann. Mehr aus Bad Laer

Entsprechend vielseitig präsentierte sich in den vergangenen Jahren das Programm. Der Eintritt zu den Konzerten ist dank großzügiger Sponsoren frei. Spenden am Ausgang sind jedoch mehr als willkommen. Sie kommen ungekürzt der in einigen Jahren anstehenden Generalreinigung des Instrumentes zugute. Wann genau es soweit sein wird, ist noch unklar. Denn wegen des unvermeidlichen Baustaubs erfolgt die Reinigung der Orgel in zeitlicher Abstimmung mit der Sanierung von Turm und Kirche.

Spezialwerkzeug und feines Gehör

„Es macht Sinn, die Synergieeffekte zu nutzen“, meint Jürgen Niesemeyer, Pastoraler Koordinator. Schließlich wäre für die 1991 erbaute Orgel der Kirche Mariae Geburt auch ohne Baustaub ein „Frühjahrsputz“ fällig: Eine solche Reinigung stehe turnusmäßig alle 20 bis 25 Jahre an, erklärt der Glandorfer Orgelbauer Stefan Peters. Er widmete sich schon jetzt zur Konzertreihe mit Spezialwerkzeug und feinem Gehör den 2170 Orgelpfeifen. Denn unabhängig von der Reinigung muss die „Königin der Instrumente“ einmal im Jahr gewartet und gestimmt werden.

Hier die Luftzufuhr ein wenig drosseln, dort die Stimmrolle ein wenig weiter aufdrehen: Der Weg zur klanglichen Harmonie führt über Millimeterarbeit und Jahrzehnte der Erfahrung. „Es sind Nuancen, die entscheiden“, sagt der Fachmann, der sich immer wieder über eine schmale Leiter zu den Pfeifen hineinzwängt. Ein Register ziehen, hinaufsteigen, arbeiten und wieder hinunter, um das nächste Register anzusteuern: Das Prozedere gleicht durchaus einem Fitnessprogramm.

Und weil Königinnen nun einmal besonders umsorgt werden wollen, übernimmt Stefan Peters kostenfrei vor jedem einzelnen Konzert auch noch eine gesonderte Konzertstimmung. Die Organisten wissen es zu schätzen: „Sie kommen gerne nach Bad Laer“, weiß Heiner Plogmann. Und so dürfen sich die Musikfreunde ab Sonntag wieder auf abwechslungsreichen Orgelklang freuen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN