Mit geweihter Hostie 250 Gläubige bei Fronleichnamsprozession in Bad Laer

Von Stefan Buchholz


Bad Laer. Gut 250 Gläubige beteiligten sich Donnerstagmorgen an der traditionellen Fronleichnamsprozession. Sie gehört zusammen mit einem feierlichen Gottesdienst zu einem der Hochfeste im Kirchenjahr der Katholiken.

Der Zug begann unterhalb der Kirche Mariae Geburt. Die Prozession, der über 200 Gläubige folgten, führten Messdiener an. Mit dabei waren auch die 30 Kommunionkinder des aktuellen Jahrgangs. Sie streuten Blumenblätter, da Fronleichnam in Verbindung mit der Karwoche steht. Am Palmsonntag, eine Woche vor Ostern, soll dem Neuen Testament nach, Jesus begeistert in Jerusalem empfangen worden sein. Daran soll das Streuen der Blumen erinnern.

Pilgerreise

Im Prozessionszug waren zudem Bläser der Musikkapelle Bad Laer dabei. Ähnlich einer Pilgerreise wird während der Fronleichnamsprozession gesungen. Am Schluss des Zuges gingen ein Priester und Diakon, die abwechselnd eine Monstranz mit einer geweihten Hostie trugen. Sie stellt nach Überzeugung der Katholischen Kirche den Leib Christi dar. Diese Besonderheit wurde durch einen, von Männern getragenen, Baldachin betont. Mehr aus Bad Laer

Begleitung fand die Prozession auch von einer größeren Fraktion der Landjugend. Sie trugen an der der Seite jedes Baldachinträgers die üblichen Fackeln.

Stationsaltäre

Halt machte die Prozession an fünf Stationsaltären, die an der Iburger Straße, am Solevital und der Blombergklinik sowie am Ehrenmal und am Paulbrink aufgebaut waren. Sie wurden im Vorfeld von Anwohnern und den katholischen Verbänden und Vereinen der Gemeinde aufwendig und detailreich geschmückt. An den Stationen gab es liturgische Elemente wie Texte aus den Evangelien und Fürbitten zu hören. Ihren Abschluss fand die Prozession in der Kirche Mariae Geburt.

Dort hatte vor dem Bittgang die Fronleichnamsliturgie stattgefunden. Diakon Michael Lucas-Nülle erklärte den zeitlichen Hintergrund des Fronleichnamfestes. Da es an das letzte Abendmahl erinnere, aber ein festlicher Rahmen nicht in die Stille der Karwoche passe, habe die Kirche dafür den zweiten Donnerstag nach Pfingsten bestimmt. Als Glaubender bewege man sich persönlich zwischen dem Jubel zu Jesu am Palmsonntag und dem Verrat an ihm nur wenige Tage später, so der Diakon in der Predigt. Dennoch habe sich Jesus in einem schwer zu verstehenden Akt am Karfreitag, den Menschen geschenkt. „Heute, an Fronleichnam, freuen wir uns. Wir können diese Botschaft in die Gemeinde tragen.“