Techniker am Schreibtisch Bad Laer: Produktdesigner machen es passend

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Als Technische Produktdesignerin entwirft Kristin Baller Bauteile für Landmaschinen und zeichnet 3D-Modelle. Foto: Danica PieperAls Technische Produktdesignerin entwirft Kristin Baller Bauteile für Landmaschinen und zeichnet 3D-Modelle. Foto: Danica Pieper

Bad Laer. Computermaus statt Kombizange, Schreibtisch statt Schraubstock: Dass man nicht nur in der Werkstatt, sondern auch im Büro technisch arbeiten kann, beweisen Technische Produktdesigner jeden Tag aufs Neue. So auch Kristin Baller: Als Auszubildende in der Bad Laerer Firma B. Strautmann & Söhne.

Hier lernt sie, Bauteile zu entwickeln und zeichnen, aus denen später riesige Landmaschinen werden. Warum Kristin Baller sich gerade diesen Job ausgesucht hat? „Ich wollte einen technischen Beruf, aber am liebsten im Büro“, sagt die 26-Jährige lachend. Eine Freundin zeigte ihr, dass dies kein Widerspruch sein muss, und machte sie auf den Beruf des Technischen Produktdesigners aufmerksam. Schnell stellte sie fest, dass dies genau das war, was sie gesucht hatte: „Es macht unheimlich Spaß“, erzählt sie.

CAD-Programme

Beim Technischen Produktdesigner handelt es sich um einen Nachfolgeberuf des Technischen Zeichners. Am Reißbrett steht nämlich schon lange keiner mehr: „Höchstens, wenn wir zwischendurch mal einen Entwurf skizzieren“, erklärt Kristin Baller, die demnächst ihr drittes Ausbildungsjahr abschließen wird. Mithilfe von CAD-Programmen entwirft sie Bauteile für Landmaschinen und erstellt 3D-Modelle nach den Vorgaben der Konstrukteure – mal mit mehr, mal mit etwas weniger gestalterischer Freiheit. Oft hat sie die Aufgabe, bestimmte Bauteile so anzupassen, dass diese in andere Modelle eingesetzt werden können. Das Computerprogramm ermöglicht es ihr dabei, Teile schnell zu verändern und auch zu testen, ob ihr Entwurf in die Gesamtkonstruktion passt und den technischen Anforderungen entspricht.

Außerdem erstellt die Auszubildende 2D-Pläne, anhand derer die Industriemechaniker die Bauteile fertigen. Dass sie gewissermaßen live miterlebt, wie aus einem Modell Realität wird, macht für sie den Reiz ihres Berufs aus: „Am Ende habe ich etwas in der Hand, das ich geschaffen habe.“ Aus den Teilen, die die 25-Jährige mitgestaltet, werden später unter anderem Futtermischwagen, Universalstreuer oder Ladewagen, die Strautmann in die ganze Welt exportiert.

An der Werkbank

Technische Produktdesigner sitzen allerdings nicht ausschließlich am Schreibtisch. „Der Beruf ist die ideale Verbindung von Praxis und Theorie“, erklärt Ausbildungsleiter Jürgen Hülsmann. Produktdesigner müssen nämlich auch wissen, wie ihre Produkte hergestellt werden, um praxistaugliche Teile entwerfen zu können. Am Anfang stand Kristin Baller daher erst einmal an der Werkbank. „Damit die Auszubildenden die Schwierigkeiten sehen, die Werker und Industriemechaniker haben“, so Hülsmann. Zudem hat sie vier Wochen in der Versuchsabteilung verbracht, um die Fahrzeuge besser kennenzulernen. Wer sich für die dreieinhalbjährige Ausbildung interessiert, sollte mindestens über einen Realschulabschluss und gute Mathe- und Physikkenntnisse sowie über technisches Verständnis und räumliches Vorstellungsvermögen verfügen.

Neben Technischen Produktdesignern und Industriemechanikern bildet Strautmann noch in einer Reihe weiterer Berufe wie Metallbauer und Maschinen- und Anlageführer aus. Der Landmaschinenhersteller setzt auf Innovation, was es Produktdesignern ermöglicht, dauerhaft an vielen verschiedenen und neuen Produkten zu arbeiten.

Freie Ausbildungsstellen finden sich unter jobs.landkreis-osnabrueck.de oder auf ilek-sol.eu.


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