„Hiev Rund“ Shanty-Chor aus Warendorf setzt Segel in Bad Laer

Von Rolf Habben

Meine Nachrichten

Um das Thema Bad Laer Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Bad Laer. „Leinen los“ hieß es im Haus des Gastes, denn Fernweh war mit Seemannsliedern und traditionellen Arbeitssongs angesagt. Der Shanty-Chor „Hiev Rund!“ aus Warendorf setzte die Segel und nahm die Besucher mit zu einem Turn über die Weltmeere. Lieder von Wind, Wolken, Wogen und von glücklicher Rückkehr in den sicheren Heimathafen.

Mit „Heho, Heho, alle Männer her an Bord!“, hielt die Crew aus 16 blauen Jungs in zünftiger Montur lautstark Einzug. Mit „hiev rund“ als Kommando an der Winde wurde der Anker eingeholt, die Segel gesetzt und bestens aufgelegt in See gestochen. Allerdings hatte sich mit Kerstin Hoff am Akkordeon auch eine Meermaid als blinder Passagier mit an Bord geschmuggelt.

Seemannsgarn

Den heute üblichen Einsatz von Instrumenten gab es in frühen Zeiten des Shanty noch nicht. Allein die Stimmen vom Shantyman und der Mannschaft als Wechselgesang waren zu hören. Gleichwohl wurde der Gesang von „Hiev Rund“ instrumental vom Akkordeon Hoffs und von der Gitarre Dieter Grünnewigs sowie der Mundharmonika Heiko Bitskov begleitet. Als Multitalent zeigte sich Stefan Rauch als souveräner „Käpt´n“ und Chorleiter, der nicht nur stimmlich, sondern auch an der Gitarre, am Piano sowie am unentbehrlichen Schifferklavier zu überzeugen wusste, assistiert von Bernhard Herbermann mit dessen witziger und zugleich informativer Moderation. Es könne alles richtig sein, was heute erzählt und gesungen würde, müsse es aber nicht, dann sei das eben Seemannsgarn, so die Vorwarnung des Steuermanns. (Weiterlesen: „Hiev Rund!“ singt – Shanty-Chor bringt musikalische Brise nach Bad Laer)

Vielstimmig, mehrstimmig und mit wechselnden Solisten schmetterte der Shanty-Chor überwiegend deutsch- und englischsprachiges Liedgut gegen den Wind in den Saal. Als einziges französisches Liedgut hatte der Chor „Hardi les gars“ mitgebracht, Hommage an die französisch sprechenden schwarzen Schauerleute von New Orleans, die von „Hiev Rund“ zudem mit dem Shanty „Roll the cotton“ beim Beladen der Schiffe in den Südstaaten geehrt wurden. Denn der ursprünglich praktische Zweck des Shanty als Arbeitslied stand bei den Seeleuten bei körperlich anspruchsvollen Arbeiten immer an erster Stelle, die nur in gemeinsamer Kraftanstrengung erledigt werden konnten. Melodische Anklänge an irische Pubs vermittelten „10.000 miles away“ sowie „Strike the Bell“. Allerdings unterließ die Crew leider das Läuten der Schiffsglocke, die unübersehbar als Requisit am Bühnenrand auf ihren Einsatz wartete.

Peter Alexander und Lolita

Auch einige zeitgenössische Songs mit maritimem Bezug, wie Rio Reisers „Übers Meer“, hatten die Mannen in ihren Seesäcken. Mit „Albatros“ von der Band „Karat“ bewies die Mannschaft, dass sie Kap Hoorn umrundet haben, denn der Seevogel ist auch inoffizieller Ehrentitel für Seeleute, die das erfolgreich vollbracht haben. Landgang war angesagt mit Peter Alexanders „Die kleine Kneipe“. Mit Lolitas „Seemann, deine Heimat ist das Meer“ kaperten die Piraten zur Unterstützung sogar zwei „Seemannsbräute“ aus dem Publikum. Mit dem ursprünglich karibischen „Sloop John B.“, bekannt als erfolgreiche Versionen von den Beach Boys und dem nicht minder legendären Johnny Cash „I want to go home“, machte sich „Hiev Rund“ mit Volldampf und einem Potpourri aus gängigen Marschliedern auf die Heimreise.

Mehr Nachrichten aus Bad Laer finden Sie hier


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN