Andeutungen und Ankündigungen Bad Laerer Planungsausschuss mit Vorwürfen gegen Vollmer

Von Stefanie Adomeit

Wie sollen die Erschließungskosten für die Grundstücke am Springhof errechnet werden? Das sei wegen unterschiedlicher Grundstücksinhaber knifflig, sagt Bauamtsleiter Stefan Pelz. Archivfoto: Stefanie AdomeitWie sollen die Erschließungskosten für die Grundstücke am Springhof errechnet werden? Das sei wegen unterschiedlicher Grundstücksinhaber knifflig, sagt Bauamtsleiter Stefan Pelz. Archivfoto: Stefanie Adomeit

Bad Laer. Wer in Bad Laer ein Haus bauen möchte, wartet auf die Erschließung der Grundstücke am Springhof im Ortskern und am Schoppenkamp in Müschen. Denn hier hakt es. Über die Ursachen wurde im Planungsausschuss gesprochen. Beim Thema Müschen erhob vor allem die CDU schwere Vorwürfe gegen den erkrankten Bürgermeister.

Vor der Sitzung appellierte der Müschener Ortsrat an die Gegner des Projekts Schoppenkamp, „mit Vernunft darüber nachzudenken“. Der Ortsrat stehe hinter dem Baugebiet, bekräftigte Hendrik Knollmeyer (CDU). Nachdem die für Ende Februar angekündigte öffentliche Auslegung verschoben wurde, würde man sich freuen, wenn es dort weitergeht.

Der Käufer eines Grundstücks an der Bergstraße am Springhof erkundigte sich nach dem Fortschritt der Bauleitplanung für das Gebiet am Springhof: „Ich habe dort vor zwei Jahren ein Grundstück gekauft.“ Aber es gehe nicht voran. Hier weist die Gemeinde zwölf Grundstücke aus, zwei weitere würden für die Entwässerung für ein temporäres Regenrückhaltebecken benötigt, erläuterte Bauamtsleiter Stefan Pelz auf Nachfrage unserer Redaktion.

Sechs Flächen auf der Wiese zwischen den Waldstraßengrundstücken und dem Wald seien in Privatbesitz, die Flächen rechts der Bergstraße gehörten der NLG. „Wir ermitteln aktuell die Kosten für die Erschließung. Das ist rechtlich knifflig, deshalb stehen die Quadratmeterpreise auch noch nicht fest.“ Das alles sei ärgerlich für Bauwillige, „aber wir verzögern nichts und sitzen nichts aus“, betonte er.

Kein Hexenwerk

Roland Hemsath (CDU) kritisierte Pelz: „Wir haben das, was Sie erzählen, schon häufiger gehört. Wir müssen es forcierter angehen, das ist doch kein Hexenwerk.“ Der Ausschussvorsitzende Johannes Eichholz (CDU) holte weiter aus: „Das Ganze ist Ergebnis bestimmter Strukturen, für die jemand verantwortlich ist. Wir sind machtlos, wir machen das hier schließlich in unserer Freizeit und arbeiten weit über das Maß hinaus, wie es anderswo üblich ist.“

Ansprechpartner für die lange Dauer der Flächenausweisung, meinte Eichholz, sei „derjenige, der nicht mehr da ist, aber das ist eine vertrauliche Personalsituation, die von anderen Leuten vorangetrieben wird“.

Beim Sachstandsbericht über die Planungen für den Müschener Schoppenkamp berichtete Bauamtsleiter Pelz von einem Planungsstopp. Zwar sei der entsprechende Auftrag bereits erteilt gewesen, doch habe eine vertragliche Voraussetzung gefehlt. Diese Bedingungen seien im Beschluss verankert: „Es wurde offenbar übersehen, dass einer der Punkte noch nicht erfüllt war“, sagte Pelz. Darüber seien aber alle Beteiligten, auch der Rat, informiert gewesen. „Da geht deshalb auch nichts schief. Das lässt sich alles regeln“ – vermutlich noch im April, so Pelz. Ziel sei die Umwidmung Müschens in ein Dorfgebiet.

Raum für Spekulationen

Es habe jemanden an der Spitze der Verwaltung gegeben, der sich hier nicht an Beschlüsse gehalten habe, bemerkte der Ausschussvorsitzende Johannes Eichholz (CDU). Es begann zwischen Siegfried Wellmeyer (CDU) und Eichholz ein munteres Frage-Antwort-Spiel voller Andeutungen, das die Zuhörer mit offenen Fragen zurückließ. Ob in dem Vorgang Namen aus dem Rat auftauchten, wollte Wellmeyer wissen. „Selbstverständlich“, meinte Eichholz. „Tauchen da auch welche auf, die eigenständig...“, bohrte Wellmeyer nach. Hubert Kaumkötter (BBL) ging mit der Frage „Was soll das“ dazwischen. Wellmeyer forderte ihn auf, abzuwarten, „die Zeit“ komme noch.

Das war Uwe Frerig (BBL) zu wenig: Wellmeyer tue, als wenn von einer gewissen Seite Druck ausgeübt worden sei. Das könne nach der Chronologie nicht passen. Es sei nicht fair, in einer öffentlichen Sitzung Fragen zu stellen, die Raum für Spekulationen öffneten.

Wenig erhellend für Außenstehende war auch, dass Hubert Kaumkötter (BBL) Eichholz an frühere Aussagen erinnerte: „Du hast gesagt, jetzt geht es rund. Jetzt sitzt mit Dir der Richtige an der richtigen Stelle.“ Er mache schon viel mehr als üblich, wehrte sich Eichholz. Außerdem gehe es hier um Fragen an den Bürgermeister, „das“ sei das Problem, das man in Bad Laer habe. Frerig unterstützte das: Hauptverantwortlich sei der Bürgermeister.

Franz Vollmer ist seit Oktober erkrankt. Der 52-Jährige hat einen Antrag auf Versetzung in den Ruhestand gestellt.

Wegen zwei Formfehlern des Bauamtsleiters – in Abwesenheit des Bürgermeisters – mussten die Planungsentwürfe im vergangenen Jahr drei Mal öffentlich ausgelegt werden.