Konzert in Dreifaltigkeitskirche Gitarrenklänge des Duos Saitenklang in Bad Laer

Von Rolf Habben

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Bad Laer. Einen musikalischen Leckerbissen auf zwei Gitarren bot das Duo „Saitenklang“ in der evangelischen Dreifaltigkeitskirche Bad Laer. Klaus W. Görtz und Florian Hukriede schlugen in ihrem kurzweiligen Konzert mit ihren Akustikgitarren einen musikalischen Bogen vom frühen 19. Jahrhundert über Kompositionen im galanten Stil bis hin zu modernen Bearbeitungen.

Saitenklang mit „vielsa(e)tiger“ Musik? Name und Programm machten schon mal das bestens besuchte Kirchenschiff neugierig. Ein frommes österliches Konzert war es aber keinesfalls. Zu den nasskalten Temperaturen draußen hätte eigentlich eher der portugiesische Fado gepasst. Davon ließ sich das Duo jedoch nicht beirren. Die Besucher erwartete dagegen eine musikalische Zeitreise durch mehrere Jahrhunderte aus der Welt und der Geschichte der Gitarre, ebenso unterhaltsam wie aufschlussreich. Während im ersten Part klassische Gitarrenwerke aus dem 18. Jahrhundert dominierten, war nach der Pause der zweite Teil mit neuerer Musik, auch mit Anleihen aus der Pop-Musik, angereichert.

„Laterna magica“

Christian Gottlieb Scheidlers Sonate D–Dur in drei Sätzen (Allegro, Romance und Rondo), zugleich berührend wie harmonisch ruhig arrangiert, beeindruckte ebenso wie Charles W. Clovers „The Rose of Tralee“ als irischer Folk Song aus dem frühen 19. Jahrhundert. Einen breiten Raum nahmen gleich fünf Werke aus der Feder von Ferdinando Carulli, unter anderem mit „Laterna magica“ ein. Das habe auch seinen besonderen Grund, wie Juniorpartner Hukriede erläuterte. Carulli sei mit seinen über 400 Titeln nicht nur einer der berühmtesten Komponisten der klassischen Gitarre, er sei auch der erste Musiker gewesen, der die Technik des Spielens mit den Fingernägeln anstelle der Kuppen verfeinert habe. Mit Wilhelm Neulands energischer„Galoppade“ ging es in die Pause.

Der Shanty „My Bonnie is over the ocean“, vierhändig an einer Gitarre dargebracht, animierte das Auditorium zaghaft zum Mitsingen des Refrains „bring back my Bonny to me“. Als Entschädigung zum zeitgleich stattfindenden Fußball-Länderspiels gegen Brasilien packte das Duo Guiseppe Farrautos „Morenita do Brasil“ als „Samba brazileira“ aus dem Koffer, allerdings im für einen Samba untypischen verhaltenen Rhythmus. Das poppige „Something stupid“, arrangiert von Goertz, hierzulande wohlbekannt durch Nancy und Frank Sinatra, sowie ein Medley aus Songs der Beatles mit „Michelle“, „And I love her“ und „Nowhere man“ rundeten ein durch sein vielfältiges Repertoire beeindruckendes nicht alltägliches Konzert mit der „Spanischen Romanze“ als Zugabe gelungen ab.

Gut eingespielt

Es sei dies das erste Konzert, in dem sie gemeinsam auftreten, verriet Goertz eingangs. Dafür zeigte sich das Duo rund um die berühmten sechs Saiten erstaunlich gut eingespielt, teils im virtuosen Fingerspiel teils im sachten Zupfen, mal in harmonischer Assonanz, mal im abgestimmt melodischen Wechselspiel. Mehr aus Bad Laer


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