52-Jähriger geht in den Ruhestand Kein Dank: Kommentar zu Vollmers Abgang

Von Stefanie Adomeit

Mit dem Fahrrad kam Franz Vollmer an seinem ersten Arbeitstag zum Rathaus. Foto: Jörn MartensMit dem Fahrrad kam Franz Vollmer an seinem ersten Arbeitstag zum Rathaus. Foto: Jörn Martens

Bad Laer. Franz Vollmer blieb der von draußen. Obwohl der 52-Jährige einen Lebenslauf wie so viele Bürgermeister der Region hat, fand er seinen Platz im dörflichen Gefüge aus Politik, Wortführern, Verwaltung und Vereinen nicht.

Dabei passt der 52-Jährige eigentlich gut in die Riege der Südkreis-Bürgermeister: vom Alter her, auch von der beruflichen Qualifikation, mit seinen Hobbys Laufen und Feuerwehr. Auch die Lebenswirklichkeit der Bad Laerer ist ihm nicht fremd. Aufgewachsen im westfälischen Soleheilbad Westernkotten, kennt er die Strukturen eines Kurörtchens.

Nur an seine neue, tragende Rolle musste er sich noch gewöhnen – vielleicht gelang ihm das nie.

Man machte es ihm aber auch nicht leicht: Franz Vollmers Wahl war eine Schmach für die erfolgsverwöhnte CDU. Damit war „der Neue“ ein – vielleicht überhöhter – Hoffnungsträger für die einen und ein unerwünschter Klotz am Bein für die anderen. Denn die alten Gräben sind immer noch tief.

„Der muss weg“, hieß es nicht nur einmal. Ein Wunsch, den man Vollmer spüren ließ. Alsbald wurde hinter verschlossenen Türen seine Abwahl diskutiert.

Wer erfährt, dass er im Rat, und wohl nicht nur dort, keinen Rückhalt hat, geht kaum freudig zur Arbeit. Ganz egal, welche gesundheitlichen Probleme ihn sonst belasten.

Dass Franz Vollmer bewusst ist, wer nach seinem Abgang zufrieden einen Haken hinter die Jahre 2014 bis 2018 machen wird, bezeugen seine Abschiedsworte. Er dankt den Bürgern und den Kollegen in der Verwaltung für ihre Unterstützung und ihr Wohlwollen. Dem Rat dankt er nicht.