Geschichte im Miniaturformat Heimatmuseum Bad Laer zeigt Margarinefiguren

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Bad Laer. Eine ganze Flotte an Segelschiffen aus unterschiedlichen Epochen sticht im Miniaturformat in See. Auf dem Acker gehen die Arbeiter mit Sense und Dreschflegel ans Werk. Und um den Maibaum scharen sich die Feiernden in winzigen Holzschuhen: Mit Margarinefiguren der Firma Homann startet das Heimatmuseum Bad Laer in die neue Saison.

Die weißen, unbemalten Hartplastik-Figuren, die in der Nachkriegszeit als Werbegeschenk den Margarine-Kauf der Traditionsfirma begleiteten, waren bei den Kindern beliebte Sammelobjekte. Peter Weymar, pensionierter Realschullehrer und, wie er selbst sagt, ein „Niedersachse mit sächsischem Migrationshintergrund“, bildete da keine Ausnahme. Er sammelte und tauschte zudem mit Freunden Briefmarken und Anstecknadeln von Autofirmen gegen weitere Figuren ein.

Ausstellungseröffnung an Palmsonntag

Seine Schätze verstaute er in Kisten, die sich bis zum heutigen Tage weiter und weiter füllten. Sind es 1000 Figuren oder doch eher 1500? „Ich habe sie nie gezählt“, räumt Weymar schmunzelnd ein. Auf jeden Fall ist seine Sammlung bei Weitem zu umfangreich, um sie in Gänze auszustellen. Die Auswahl, die er ab Palmsonntag, 25. März, im Bad Laerer Heimatmuseum in der Kesselstraße zeigt, bietet jedoch einen guten Einblick in die breite Vielfalt der Margarinefiguren-Welt.

Eingebettet in die Dauerausstellung des Museums zieht eine afrikanische Landschaft mit Runddorf, Löwen, Krokodilen und Giraffen die Blicke auf sich. Die Entwicklung der Transportmittel vom Pferdefuhrwerk bis zu Trecker und Pkw zeichnet eine andere Szenerie nach. Breiter Raum ist auch der Landwirtschaft vergangener Tage gewidmet. Und natürlich dürfen jene Figuren nicht fehlen, mit denen 1952 für Peter Weymar alles angefangen hat: Zehn Jahre alt war er, als die olympischen Spiele in Helsinki stattfanden. Mit ihnen kamen Sportler-Figuren, die mit den olympischen Ringen geschmückt waren.

Bahnhof und Engelschor

Der sportbegeisterte Junge war sofort fasziniert. „Am Anfang habe ich nur diese Figuren gesammelt“, erinnert er sich heute.

Doch es sollte nicht lange bei diesem einen Figuren-Thema bleiben. Und so präsentiert er nun zum Auftakt der Museumssaison eine bunte Auswahl, in der sich Tanzpaare mit dem Flair des Rokoko ebenso wiederfinden wie ein ganzer Bahnhof mit weißen Gleisen, mehreren Zügen und filigranen Bahnhofslaternen. Und passend zur Osterzeit stimmt ein großer Engelschor zum Klang mehrerer Harfen sein Loblied an.

Die jüngsten Ereignisse um die Firma Homann erinnerten den Bad Laerer an die Sammlung in seinem Keller und weckten in ihm den Wunsch, die kleinen Figuren, die so vielen Kindern in der Nachkriegszeit eine Freude machten, einer breiten Öffentlichkeit zu zeigen. Seine Tochter Maike Schulte half ihm, die winzigen Ausstellungsobjekte dafür ansprechend in Szene zu setzen. Gemeinsam mit dem Museumsverein lädt der Sammler nun am Sonntag, 25. März, um 11 Uhr zur Ausstellungseröffnung ein.


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