Bauausschuss gibt grünes Licht Bad Laer mit Sandabbau einverstanden

Von Stefanie Adomeit

<em>Über solche Rohrleitungen wird </em>der gewonnene Sand aus dem Heideseengebiet in Bad Laer transportiert. Foto: ArchivÜber solche Rohrleitungen wird der gewonnene Sand aus dem Heideseengebiet in Bad Laer transportiert. Foto: Archiv

Bad Laer. Die Gemeinde Bad Laer hat keine Bedenken gegen den Plan der Firma Niehaus, in den nächsten 20 Jahren an den Heideseen 1,4 Millionen Kubikmeter Sand abzubauen. Einstimmig hat der Bauausschuss eine positive Stellungnahme verabschiedet, die die Gemeinde als einer von 40 Trägern öffentlicher Belange abgeben kann.

2009 hatte Niehaus den Antrag gestellt, für den Hardensettener Hermann-Josef Lohmeyer auf einer 22 Hektar großen Fläche Sand abbauen zu dürfen. Diverse Gutachten mussten in Auftrag gegeben werden. Die Unterlagen für das Bauprojekt lagen vom 13. Juni bis 12. Juli im Bad Laerer Rathaus öffentlich aus. „Wir haben von dem Bauantrag aber erst im August aus der Zeitung erfahren; das ist nicht in Ordnung“, kritisierte Heinz-Josef Mönter-Meyer (BBL) den fehlenden Informationsfluss aus dem Rathaus. Dort war das Schreiben am 31. Mai eingegangen, aber offenbar versackt.

Weil die Gemeinde den Abgabetermin für die Stellungnahme versäumt hatte, musste sie eine Fristverlängerung für das Anhörungsverfahren bis 30. August beantragen. Begründung: Es habe noch keine Gelegenheit zur Information der politischen Gremien gegeben.

Der Fachausschuss ließ sich am Montag zunächst von den Planern Hermann Seling und Egbert Wellenbrink erklären, was Niehaus plant. Die Abbaufläche soll 16 Hektar groß werden. Hinzu kommen eine 1,6 Hektar große Betriebsfläche und ein zehn bis 70 Meter breiter Sicherheitsstreifen. Durch den Sandabbau werden 18 Hektar Tierlebensräume verloren gehen – Wald aus jüngeren Kiefern, aber auch Bestände alter Eichen. Dafür sind Ausgleichsmaßnahmen, teils in Hardensetten, teils in Remsede, erforderlich.

Ein Acker wird aufgeforstet, ein Kiefernwald durchforstet, ein Wäldchen alter Buchen soll als Altholzbestand ohne Eingriff des Menschen bleiben.„Damit haben wir Ausgleichsflächen von 18 bis 19 Hektar“, rechnete Seling vor. Die alte Wallhecke auf dem Abbaugebiet bleibe stehen. Durch den Sandabbau wird eine Wasserfläche von zwölf Hektar entstehen. Auf der Uferfläche soll die Natur sich selbst überlassen werden.

Stefan Vedder (BBL) regte an, zunächst dem Ortsrat Hardensetten Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben. Diesen Vorschlag verwarf der Ausschuss. Der Landkreis sei Genehmigungsbehörde, die Gemeinde habe als Träger öffentlicher Belange auf die Genehmigung ohnehin kaum Einfluss, wie Johannes Eichholz von der CDU anmerkte. Gesprächsbedarf hatten die Ausschussmitglieder beim Thema Zubringerstraße. Diese befindet sich in einem schlechten Zustand, der für die aktuelle Nutzung aber noch ausreichend sei. „Sofern für den Abbaubetrieb eine Verbesserung des Ausbauzustandes erforderlich sein sollte, ist eine finanzielle Beteiligung des Unternehmens notwendig“, heißt es in der Stellungnahme der Gemeinde. Erweitert wurde diese durch den Satz: „Der Weg muss in Ordnung gehalten werden.“

Bedenken zur Senkung des Grundwassers und sinkenden Ernteerträgen benachbarter Landwirte konnten die Planer ausräumen. Allerdings, so forderten einige Ausschussmitglieder, müsse die Gemeinde die Einhaltung der Verkehrssicherungspflicht kontrollieren. „Wir wissen ja, wie es dort im Moment läuft“, hieß es.

„Aus Sicht der Gemeinde bestehen keine grundsätzlichen Bedenken gegen eine Weiterführung des Sandabbaus in dem beantragten Bereich“, heißt es jetzt in der Stellungnahme. „Am Altstandort wäre eine schrittweise touristische Nutzung zeitnah vorstellbar, sofern hier entsprechende Investoren gefunden werden.“