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"Es gibt keine Bündnisse" Wechselnde Mehrheiten in Bad Laer: Politik-Talk mit Uwe Frerig und Johannes Eichholz

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Unvereinbare Positionen? Uwe Frerig, von „Bürger für Bad Laer“ (2. von links) und Johannes Eichholz (CDU/rechts daneben) stellen sich den Fragen der Neue-OZ-Redakteure Stefanie Adomeit und Franz-Josef Raders. Foto: Gert WestdörpUnvereinbare Positionen? Uwe Frerig, von „Bürger für Bad Laer“ (2. von links) und Johannes Eichholz (CDU/rechts daneben) stellen sich den Fragen der Neue-OZ-Redakteure Stefanie Adomeit und Franz-Josef Raders. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück/Bad Laer. Mit wechselnden Mehrheiten ist in Zukunft im Bad Laerer Gemeinderat zu rechnen. Unberechenbarkeit wirft Johannes Eichholz den „Bürgern für Bad Laer“ (BBL) vor. Mangelnde Bürgernähe und Transparenz kritisiert Uwe Frerig bei den Christdemokraten. Im Politik-Talk unserer Zeitung fanden der Fraktionsführer der neuen Mehrheitsgruppe „Bürger für Bad Laer“ Frerig und sein CDU-Kollege Eichholz nicht zusammen.

„Wir wissen nicht, was die BBL wollen. Das ist alles nur eine Kakofonie von Meinungen, die schwer zusammenzubringen sind“, wirft der 29-jährige Johannes Eichholz den neuen Ratskollegen vor, die auf Anhieb bei der Kommunalwahl 45 Prozent der Stimmen erhielten. Die CDU war im September von 72 auf 30 Prozent abgerutscht.

Für Frerig ein Vorwurf ohne Grundlage: „Es wird gerne suggeriert, dass wir gegen alles sind. Das stimmt nicht. Wir sind politisch in der Mitte aufgehoben und liegen in Sachthemen mit den anderen Gruppen nicht weit auseinander.“

Allerdings, wendet sich der 44 Jahre alte Frerig auch an die kleinen Parteien im Rat, hätten die Sondierungsgespräche nach der Kommunalwahl deutlich gemacht, dass SPD, Grüne und FDP nicht an einer Zusammenarbeit interessiert seien. „Das zeigt, dass es in Bad Laer keine Opposition gegeben hat. Und das war für mich eine noch größere Überraschung als unser großer Wahlerfolg.“ Mit der CDU haben die BBL nicht gesprochen.

Insbesondere mit FDP und Grünen aber hätten sich die Bürger für Bad Laer eine Gruppenbildung vorstellen können. Diese Verbindung sei trotz einer großen Übereinstimmung in Sachfragen gescheitert – nicht an den BBL, wie Frerig betont.

Zudem hapere es offenbar bei den anderen Parteien weiterhin am Willen zur Auseinandersetzung mit den Bürgern. So hätten die Parteien des alten Rates in der neuen Geschäftsordnung gerne auf die Verankerung einer Bürgerfragestunde verzichtet, kritisiert Frerig.

Dass die CDU in den vergangenen Jahren Fehler gemacht habe, steht für Johannes Eichholz außer Frage. Deshalb sei der geplante Teilabriss des Rathauses auch nicht alleiniger Grund für das Wahldebakel gewesen. Allerdings habe die CDU-Fraktion auch mit unberechenbaren Abweichlern in den eigenen Reihen reichlich zu tun gehabt.

Das komplexe Thema Rathausneubau sei den Bürgern tatsächlich nicht ausreichend vermittelt worden. Eichholz: „Das war ein Fehler.“ Den Vorwurf der Intransparenz will er jedoch nicht auf seiner Fraktion sitzen lassen: „Jede Entscheidung ist öffentlich getroffen worden.“

Auch wenn die im Sommer getroffene Entscheidung für den Rathausabriss in der letzten Sitzung des alten Rates am Donnerstag auch von seiner Fraktion zurückgenommen werden soll, stehe er weiterhin zu der Entscheidung von Abriss und Neubau, um die Arbeitsvermittlung Maßarbeit vom Gesundheitszentrum in den Ortskern zu holen.

Die Fraktion der erst acht Wochen vor der Wahl gegründeten Unabhängigen Wählergemeinschaft BBL besteht überwiegend aus Ratsneulingen. Ob diese über ausreichend Sachverstand für millionenschwere Entscheidungen verfügen – für Uwe Frerig keine Frage. „Selbstverständlich. Das ist im Kleinen wie im Großen – ob man nun einen privaten Haushalt, eine Firma oder einen Kommunalhaushalt in Ordnung bringt.“

Das gesamte Interview ist als Video auf www.noz.de und www.os1.tv zu sehen, am Mittwoch ab 18.30 Uhr im Kabelfernsehen bei os1.tv.


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