25-mal ohne Fahrkarte Bad Laerer Schwarzfahrer zu zehn Monaten verurteilt

Von Heiko Kluge

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Amtsgericht Bad Iburg Foto: Michael SchwagerAmtsgericht Bad Iburg Foto: Michael Schwager

Bad Laer/Bad Iburg. Zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten, ausgesetzt zur Bewährung, verurteilte das Amtsgericht einen 25 Jahre alten Mann aus Bad Laer. Der Angeklagte war in zahlreichen Fällen schwarz Zug gefahren.

Zwischen dem 22. März und dem 25. Juni vergangenen Jahres war der Angeklagte insgesamt 25-mal ohne Ticket in einem Zug erwischt worden. Hätte er jeweils eine Fahrkarte gekauft, so wäre ein Betrag von knapp über dreihundert Euro zusammengekommen. „Ich bin schwarz gefahren“, räumte der 25-Jährige umstandslos ein. Angesichts der Beweislage war ihm allerdings auch nicht viel anderes übrig geblieben. Auf die Frage des Richters, warum er das dann gemacht habe antwortete der Mann: „Ich habe zu dem Zeitpunkt kein Geld gehabt.“ Er habe damals betreut gewohnt, der Antrag auf Arbeitslosengeld II sei noch nicht bewilligt gewesen.

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Wenig Einsicht

Eine große Unrechtseinsicht des Angeklagten konnte der Richter den Akten nicht entnehmen. „Da werden sie beim Schwarzfahren erwischt und steigen unmittelbar darauf in den nächsten Zug.“ Es sei die reine Verzweiflung gewesen, rechtfertigte sich der junge Mann. „Ein Ticket konnte ich ohne Geld nicht bezahlen.“ Mittlerweile habe er begriffen, dass er etwas ändern müsse, beteuerte er. „Es hat klick gemacht.“ Mehr aus Bad Laer

Zehn Voreintragungen im Strafregister des 25-Jährigen, davon zahlreiche einschlägiger Natur, stimmten die Staatsanwältin nicht gnädig. „Ich weiß nicht, wo ich eine positive Sozialprognose hernehmen soll.“ Sie sprach sich für eine zehnmonatige Freiheitsstrafe für den Mann aus.

150 Sozialstunden

Vor allem auch mit Blick auf den günstigen Bericht der Bewährungshelferin des Mannes entschied der Richter, die zehn Monate doch noch zur Bewährung auszusetzen. Sie hatte erklärt, dass sich die Situation des Mannes in der jüngsten Zeit stabilisiert habe, auch finanziell. „Was in den letzten Wochen positiv angewachsen ist, möchte ich nicht zunichtemachen“, erklärte der Richter in der Urteilsbegründung. Die Bewährungszeit wurde auf vier Jahre festgesetzt. Als spürbare Maßnahme erteilte der Richter dem 25-Jährigen eine Arbeitsauflage von 150 Sozialstunden. Die Bewährungsauflagen solle der Angeklagte tunlichst erfüllen, warnte der Richter. Komme der 25-Jährige den Auflagen nicht nach, „werden sie zeitnah einen Widerruf der Bewährung bekommen. Da bin ich rigoros.“


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