Auf Spurensuche mit ??? Atmosphärisch dichte Lesung mit Christoph Tiemann

Von Petra Ropers

Gewitzt lösen sie jeden Fall: „Die drei ???“ holte das Ensemble „Christoph Tiemann und Kollegen“ in die Dreifaltigkeitskirche. Foto: Petra RopersGewitzt lösen sie jeden Fall: „Die drei ???“ holte das Ensemble „Christoph Tiemann und Kollegen“ in die Dreifaltigkeitskirche. Foto: Petra Ropers

Bad Laer. Sie sind wohl die berühmtesten Junior-Detektive der Welt. Und ihre kniffligen Fälle halten junge Leser und Hörer bereits seit Generationen in Atem: „Die drei ???“ kennt – fast – jeder. Kein Wunder also, dass bei ihrer Spurensuche in Bad Laer die Dreifaltigkeitskirche förmlich aus den Nähten platzte.

Jeder freie Quadratmeter bestuhlt, die Empore ebenfalls besetzt. Sogar die Treppe diente als Sitzplatz: „So ein Bild würden wir gerne öfter sehen“, scherzte Gemeindereferent Thomas Steinkamp, der gemeinsam mit Pastor Stephan Jannasch die vielen jungen und jung gebliebenen Fans begrüßte. Für „Die drei ???“ war es bereits der zweite Fall in Bad Laer: Im vergangenen Jahr holten die beiden Initiatoren sie als Geburtstagsüberraschung für den erklärten Fragezeichen-Fan Pfarrer Maik Stenzel in die Kirche.

Lesung zugunsten der Jugendarbeit

Damals klärten sie zugunsten der Jugendarbeit beider Kirchengemeinden ihren allerersten Fall. Nun ging es für den gleichen guten Zweck weiter mit dem zweiten Buch der Reihe – dem ersten, das auch als Hörbuch herausgebracht wurde. Den Klassikern aus den 60er und 70er Jahren, geschrieben noch vom „Vater“ der Fragezeichen, Robert Arthur, haben sich Christoph Tiemann und seine Schauspiel-Kollegen verschrieben. Wenn sie in schrummriger Beleuchtung hinter ihren Lesepulten Platz nehmen, werden die Figuren der Bücher plötzlich lebendig. Mehr aus Bad Laer

Denn die fünf Schauspieler lesen nicht nur. Vielmehr schlüpften sie für „Die drei ??? und der Super-Papagei“ mit bemerkenswerter Wandlungsfähigkeit von Stimmen, Modulation und sogar Akzent in insgesamt 25 verschiedene Rollen. Also einfach die Augen schließen und abtauchen in die Welt der jungen Detektive? Das wäre in der Dreifaltigkeitskirche viel zu schade gewesen. Denn seine außergewöhnliche Lesung untermalte das Ensemble um den Schauspieler, Kabarettisten, Sprecher und Autor Christoph Tiemann mit ausgewählten Bildprojektionen.

Zurück in die 60er Jahre

Sie führten die Geschichte um Justus, Peter und Bob zurück in die Zeit ihrer Entstehung und in das vom Aufstieg des Fernsehens angeschlagene Hollywood der 60er Jahre. Jazzpianist Philipp Ritter untermalte zusätzlich mit atmosphärisch dichten Klangbildern die Geschichte. Und die beschränkte sich nicht auf die stark gekürzte Hörspiel-Version. Schon als Kind habe er entdeckt, dass viel mehr in den Büchern steckt, als die Hörspiele wiedergeben, erzählte Christoph Tiemann in der Pause. Und so tut er mit seinen Kollegen nun, was in Lesungen eher unüblich ist: Er liest mit seinem Team die Fragezeichen-Bücher von der ersten bis zur letzten Seite vor.

Ihr Publikum führten die Schauspieler so mitten hinein in einen überaus rätselhaften Fall. Dabei hatten die drei Detektive eigentlich nur bei der Suche nach einem verschwundenen Papagei helfen wollen. Doch der ist nur einer von insgesamt sieben Vögeln mit äußerst seltsamen Sprachgewohnheiten. Und hinter denen sind auch ziemlich finstere Gestalten her. Für Chefermittler Justus Jonas ist klar: „Kollegen, wir haben einen neuen Fall.“

Und geht es nach der Zahl der Fans in der Dreifaltigkeitskirche, dann wird der zweite Fall in Bad Laer noch lange nicht der letzte gewesen sein.