Kein Ersatz für Neurochirurgin Chirurgen verlassen Bad Laerer Gesundheitszentrum

Von Stefanie Adomeit

Das Gesundheitszentrum am Grünen Weg verliert das chirurgische Versorgungszentrum. Ende März wird die Praxis geschlossen.  Foto: Jörn MartensDas Gesundheitszentrum am Grünen Weg verliert das chirurgische Versorgungszentrum. Ende März wird die Praxis geschlossen. Foto: Jörn Martens

Bad Laer. Der Ärzteschwund im Bad Laerer Gesundheitszentrum setzt sich fort. Die chirurgische Praxis schließt Ende März.

Seit zwei Jahren hat die chirurgische Praxis von Dr. Raimund Wehmeyer und Diana Dieckmann im Bad Laerer Gesundheitszentrum die Lücke ein wenig gestopft, die seit der Schließung des Dissener Krankenhauses in der medizinischen Versorgung des Südkreises klaffte. Als Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ), das den Niels-Stensen-Kliniken angeschlossen ist und als Durchgangsarztpraxis dient, betreuen Wehmeyer und Dieckmann chirurgische und neurochirurgische Patienten. Ein Schwerpunkt liegt auf der Unfallversorgung, egal ob Arbeits-, Haushalts- oder Sportverletzung. In modernen Operationsräumen führen die Mediziner ambulante Operationen durch.

Stelle gekündigt

Nun schließt das MVZ Ende März, weil die Neurochirurgin Diana Dieckmann ihre Stelle gekündigt hat. „In den letzten Monaten haben wir sehr intensiv nach Möglichkeiten gesucht, diese Stelle wieder zu besetzen, was bei dem Mangel an Neurochirurgen extrem schwer ist, oder aber eine neue Disziplin an das MVZ zu binden“, sagte Dr. Bernd Runde von der Geschäftsführung der Niels-Stensen-Kliniken. „Beide Bemühungen führten leider nicht zum Erfolg. Insofern sehen wir uns durch die rechtlichen Vorgaben – und nur durch diese – gezwungen, das MVZ zum 31.März aufzulösen“, betonte er.

Denn die rechtlichen Vorgaben sehen so aus, dass ein MVZ fachübergreifend tätig sein muss. Medizinische Versorgungszentren bieten Krankenhäusern die Möglichkeit, an der ambulanten Versorgung der Patienten teilzunehmen. Das bedeutet aber im Regelfall, dass mindestens zwei Kassenarztsitze in einem Versorgungszentrum vorhanden sein müssen. Falle diese Bedingung weg, so die Niels-Stensen-Kliniken, sei die Gründungseigenschaft für das Krankenhaus nicht mehr gegeben. Das MVZ müsse aufgelöst werden.

Angebot für Mitarbeiter

Die Klinikgruppe bedauert die Schließung: „Jedoch sehen wir durch die Nähe zu den ambulant tätigen chirurgisch/orthopädischen Facharztpraxen (die zum Teil ebenfalls über die Beteiligung am Durchgangsarztverfahren verfügen) im Umfeld sowie den Krankenhäusern der Region die Gesundheitsversorgung der Menschen im südlichen Landkreis nach wie vor gesichert“, sagte Runde weiter. Die Mitarbeiter des MVZ haben Stellenangebote in den Einrichtungen der Niels-Stensen-Kliniken erhalten.