Pöbelnde Jugendliche? Neues Konzept für Jugendarbeit in Bad Laer

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„Vil-Laer“: Jugendpflegerin Sandra Barrenpohl hat ein Konzept erstellt, um die Jugendarbeit zu intensivieren – auch im Jugendzentrum „Vil-Laer“. Foto: Stefanie Adomeit„Vil-Laer“: Jugendpflegerin Sandra Barrenpohl hat ein Konzept erstellt, um die Jugendarbeit zu intensivieren – auch im Jugendzentrum „Vil-Laer“. Foto: Stefanie Adomeit

Bad Laer. Ein erweitertes Konzept für Bad Laers Jugendarbeit – und mehr Personal: Dafür plädierte Jugendpflegerin Sandra Barrenpohl schon im Sozialausschuss. Sie reagiert damit auf immer wieder aufkommende Beschwerden über Jugendliche und junge Erwachsene. Im Verwaltungsausschuss wurde die Idee nun grundsätzlich unterstützt, wenn auch sehr vorläufig.

Schon im Jahr 2016 berichtete Jugendpflegerin Sandra Barrenpohl von Jugendlichen, die die Haltestelle an der Glandorfer Straße immer wieder – auch abends und nachts – als Treffpunkt nutzen.. Seitdem steht das Thema immer mal wieder im Fokus, zuletzt bei einer Sitzung des Sozialausschusses im August vergangenen Jahres. Dabei ging es auch darum, dass einige junge Erwachsene sich aggressiv verhalten, Scherben und Müll hinterlassen.

Nicht an zwei Orten zugleich

Um dem Problem zu begegnen, haben Sandra Barrenpohl und der Leiter des ‚Westfälischen Kinderdorfes‘, Helmut Redeker, ein neues Konzept zur Jugendarbeit erstellt. Darin geht es vor allem um die Notwendigkeit, mehr Zeit zu investieren, um eine intensive Beziehung zu den Jugendlichen aufzubauen. Für die Jugendpflegerin ergibt sich immer wieder das Problem nicht an zwei Orten zugleich sein zu können. „Vertrauensvolle Gespräche – zum Beispiel – muss ich im Grunde während der normalen Öffnungszeiten unseres Jugendtreffs ‚Vil-Laer‘ führen“, berichtete sie. In vielen Fällen würde sich die Jugendpflegerin dann gerne mit den jungen Erwachsenen oder mit Eltern zum Einzelgespräch ins Büro zurückziehen, um wirklich helfen zu können. Eindringlich schilderte sie während der Sitzung das Dilemma: „Die Jugendlichen haben jetzt das Problem, wollen jetzt sprechen und wir sind nicht greifbar, weil wir auch für die anderen da sein müssen“.

Zu den Jugendlichen

Nicht alle Jugendlichen, die einen Ansprechpartner suchen, gehen in den Jugendtreff. „Ich möchte noch mehr als bisher auf die Straße gehen“, so Sandra Barrenpohl. Nicht zu verwechseln sei das mit einem „regelmäßigen Streetwork“, dennoch brauche sie Zeit, auch im Jugendtreff müsste während der Öffnungszeiten verlässlich ein pädagogischer Mitarbeiter sein.

Hinzu kommt auch der dringende Wunsch der Jugendlichen nach erweiterten Öffnungszeiten. So sei montags geschlossen, gewünscht würden auch erweiterte Öffnungszeiten am Wochenende und in den Ferien. „All das bekomme ich nicht in der Zeit hin, die uns derzeit für die Jugendarbeit zur Verfügung steht“, schloss Barrenpohl. Sie schlug daher vor, dem Trägerverband eine zusätzliche Stelle mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von 30 Stunden sowie eine weitere Stelle für einen geringfügig Beschäftigte zur Verfügung zu stellen. Zudem beantragte die Jugendpflegerin ein zusätzliches Sachkostenbudget. 45770 Euro müsste die Gemeinde für alles zusammen einplanen.

Ja, aber...

Grundsätzlich stieß die Idee im Ausschuss auf Verständnis: „Wir nehmen zur Kenntnis, dass Beziehungsarbeit mit der momentanen Stundenzahl nur schwer oder kaum möglich ist“, sagt Johannes Eichholz, Mitglied der Fraktion von CDU und Bündnis 90/Die Grünen. Er hält das Konzept allerdings für ausbaufähig und machte sich dafür stark, weitere Alternativen zu finden, um die Jugendlichen zu erreichen. Er warnte davor, sich vorschnell zurückzulehnen. Oberschulrektorin Stephanie Baalmann äußerte sich positiv zum Konzept. Andere Ausschussmitglieder schlugen Wege vor, Kosten zu senken – etwa durch ehrenamtliche Helfer. Im Verwaltungsausschuss sprachen sich die Mitglieder schließlich grundsätzlich für ein neues Konzept aus, das derzeit weiter ausgearbeitet wird. Über die Höhe der Ausgaben soll im Rahmen der aktuellen Haushaltsplanungen beratschlagt werden.


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