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Weiß-blauer Partymarathon Bad Iburg: Drei Tage Wiesn-Gaudi am Dörenberg

Von Danica Pieper | 06.09.2015, 01:38 Uhr

Auch wenn der Dörenberg nicht ganz mit den Alpen mithalten kann, in Sachen Feierlaune können es die Iburger problemlos mit den Münchenern aufnehmen. Drei Tage lang feiern über 2000 Besucher bei der Wiesn-Gaudi im Gasthaus zum Dörenberg, die auch bei der elften Auflage ganz auf Authentizität setzte.

Während es auf dem Münchner Oktoberfest erst in zwei Wochen „O‘ zapft is“ heißt, haben die Bad Iburger ihre Wiesn am Montag schon hinter sich. Drei Tage lang feiern Freunde der bajuwarischen Lebensart im Gasthaus zum Dörenberg mit allem, was dazu gehört: Bier und Brezn, Lederhosen und Dirndl lassen so manchen Partygast jegliche norddeutsche Zurückhaltung vergessen. Bereits zum elften Mal hatten Gasthauschef Holger Bäumker und sein Team Bayern an der Dörenberg geholt. Los ging es am Freitag, wo die Gäste gemeinsam mit den Firmenkunden des Gasthauses bis in die Nacht feierten: „Das Zelt war rappelvoll“, freute sich Bäumker. Einige Besucher waren sogar aus Düsseldorf gekommen.

Am Samstag blieben zunächst einige Tische leer, dennoch schätzte der Gastgeber die Zahl der Besucher auf 800 bis 1000: „Einige kommen ja auch erst später.“ Die, die schon da waren, ließen das Stimmungsbarometer bereits am frühen Abend ausschlagen: Als die Stürzlhamer aus Oberbayern „In München steht ein Hofbräuhaus“ anstimmten, war die Menge geradezu außer sich vor Freude. Die Besucher schunkelten im Takt der Musik oder tanzten gleich auf den Bänken, die der Belastungsprobe wacker standhielten.

Schuhplattler

Auch die Musiker hatten keine Scheu, sich unters Volk zu mischen: So führte Thomas Schmid dem Publikum einen Original-Schuhplattler vor, den Einzelne zaghaft versuchten, zu imitieren. Beim DJ-Ötzi-Medley gab es dann kein Halten mehr: Fast alle Besucher stürmten die Tanzfläche und ließen selbst die frischgezapfte Maß links liegen.

Bis zwei Uhr morgens ließen die Gäste es krachen – wer dann noch nicht genug hatte, auf den wartete am heutigen Sonntag ab elf Uhr der bayrische Frühschoppen. Während die Musik am Samstag zu fortgeschrittener Stunde eher in Richtung Après-Ski ging, soll es heute überwiegend volkstümlich bleiben: „Das ist eher ungezwungen“, meinte Bäumker.

Personal und Essen aus Bayern

Die Wiesn-Gaudi am Dörenberg war vor zehn Jahren das erste Oktoberfest im Südkreis. Seitdem hat sich einiges verändert: „Am Anfang haben nur 10 bis 20 Prozent Tracht getragen, mittlerweile sind es 80 bis 90 Prozent. Ohne Tracht fällt man auf“, berichtete Bäumker, der obenrum seine Kochbekleidung und untenrum Lederhosen trug.

Eine weitere Veränderung ist, dass inzwischen fast jede Kommune über ihr eigenes Oktoberfest verfügt . Was die Wiesn-Gaudi von den anderen Festen unterscheide, sei der Versuch, so authentisch wie möglich zu sein, meinte der Gastwirt. So kommt ein großer Teil des Personals aus Bayern und die traditionellen Speisen stammen, mit Ausnahme der Schweinshaxen, von einem befreundeten Metzger aus Fischbachau in Oberbayern. Bäumker: „Ich glaube, wir sind schon sehr nah dran am Original.“