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Vier Arbeitsaufträge für Verwaltung Iburg drückt beim Krippenbau auf die Penatencreme-Tube

Von Stefanie Adomeit | 28.02.2017, 16:06 Uhr

Die Geburtenzahl steigt, die Zahl der Tagesmütter nimmt ab. So erfreulich es ist, dass im vergangenen Jahr 15 kleine Iburger mehr geboren wurden als erwartet, so schlecht ist diese Konstellation für die Betreuung der Jüngsten. Die Stadt drückt jetzt auf die Penatencreme-Tube, um möglichst schnell zu einer neuen Krippe zu kommen. Der Rechtsanspruch der Eltern kneift.

 99 Geburten stehen 81 Plätze für Ein- bis Zweijährige gegenüber. Die 2016 geborenen Kinder werden ab August dieses Jahres um diese Plätze konkurrieren. Verwaltung und Sozialausschuss haben mögliche Lösungen für dieses Dilemma durchgespielt. Nach Information der Stadtverwaltung hat der DRK-Kindergarten die schnellste Lösung parat. Er könnte anbauen. Eine allein reicht aber nicht. Der Kindergarten St. Jakobus in Glane hat ebenfalls die Hand gehoben, könnte relativ schnell handeln und in einem Neubau zwei Krippengruppen schaffen.

Für die unter Dreijährigen gibt es in Bad Iburg aktuell drei Krippen mit insgesamt 45 Plätzen, je 15 in den Kindergärten St. Nikolaus, DRK-Kneippzwerge und St. Franziskus. Hinzu kommen zwei altersgemischte Gruppen, in denen jeweils bis zu vier Kinder unter drei betreut werden können. In der Tagespflege waren im letzten Jahr noch 31 Tagespflegepersonen tätig, 21 in Bad Iburg und zehn auswärtige. Ihre Zahl nimmt ab. Konsequenz: Zum neuen Kindergartenjahr gibt es nur noch 28 Pflegepersonen.

Immer mehr Eltern nutzen Krippenangebot

Wenn der Trend anhält, steigt der Bedarf weiter, umso mehr, als immer mehr Eltern die Betreuung ihrer unter Dreijährigen in Anspruch nehmen.

Der Kindergarten St. Jakobus bietet an, dass marode Schwesternwohnheim durch die Stadt abreißen und auf dem Grundstück eine Krippe für 30 Kleinkinder bauen zu lassen. In den Neubau sollte die neue Krippengruppe einziehen, eine bestehende würde aus dem Altbau in das neue Haus umziehen, sodass es in der Kita mehr Platz für ab Dreijährige gäbe. Das Land bezuschusst nur eine Krippengruppe. Der Neubau würde etwa 800000 Euro kosten.

Die Kneippzwerge könnten zwei Gruppen mit je 15 Plätzen schaffen, von denen eine bezuschusst würde. Die Kosten liegen bei 605000 Euro plus der Umbauarbeiten im Altbau, Malerarbeiten und anderem.

Keine Immobilie gefunden

Charly‘s Kinderparadies aus Bad Essen bietet an, eine Krippe in einer Bestandsimmobilie einzurichten, die die Stadt aussuchen sollte. Die Suche blieb erfolglos. Alternativ wurde eine Krippe in der Grundschule Ostenfelde angedacht, doch fehlt hier die Ebenerdigkeit. Auch dürften die Umbaukosten erheblich sein. Die Jugendherberge ist ebenfalls raus aus den Beratungen: Für das Grundstück müsste eine Bebauungsplanänderung erwirkt werden. Die kann dauern – bis zu drei Jahre.

Der jetzt gefasste Beschluss des Stadtrates hat vier Teile, deren ersten und zweiten Teil der Rat einstimmig und deren dritter und vierter er mehrheitlich befürwortet hat. 1. Die Verwaltung soll Verhandlungen mit dem DRK-Kindergarten Kneippzwerge aufnehmen. 2. Mit der katholischen Kirchengemeinde St. Jakobus soll er über den Bau von zwei bis drei Krippengruppen verhandeln und 3. mit Privaten über die Realisierung von Krippengruppen in bestehenden Immobilien – sofern sich die Interessenten auf die städtische Ausschreibung melden. 4. Die Verwaltung soll die mittelfristige Umsetzung weiterer Krippengruppen in bestehenden städtischen Immobilien prüfen.

Aktuell finanziert die Stadt Kitas und Krippen per Defizitvertrag und anteiliger Personalkostenerstattung (52 Prozent des Personals/70 Prozent der Leitung) sowie einem Sockelbetrag von 87 Euro pro Kind mit. Für den Bau der zusätzlichen Krippengruppe setzt die Stadt Kosten von 620000 Euro an.