Ein Artikel der Redaktion Neue Osnabrücker ZeitungLogo Neue Osnabrücker Zeitung

Landräte unterzeichnen Vertrag Vereinbarung zur Reaktivierung der Teutoburger Wald-Eisenbahn

Von Petra Pieper | 22.02.2019, 14:36 Uhr

Einen Schritt weiter zur Reaktivierung der Teutoburger Wald-Eisenbahn: Die Landräte Sven-Georg Adenauer (Kreis Gütersloh), Klaus Effing (Kreis Steinfurt) und Michael Lübbersmann (Kreis Osnabrück) haben in Bad Iburg eine kreis- und länderübergreifende Vereinbarung zur finanziellen Unterstützung unterzeichnet.

Die drei Landkreise steuern je bis zu 150.000 Euro bei. Für eine stilvolle Vertragsunterzeichnung hatten Mitglieder des Lengericher Vereins „Eisenbahn-Tradition“ ihren Dieseltriebwagen VT 03 mit drei „Donnerbüchsen“ inklusive Bordbistro in den Bad Iburger Bahnhof gefahren.

Die Lappwaldbahn Service GmbH saniert in mehreren Bauabschnitten „ihre“ Strecke von Ibbenbüren bis Versmold. Bis 2023 soll die zwischenzeitlich wegen Baumängeln teilweise gesperrte Strecke durchgehend für den Güterverkehr ertüchtigt sein. Geschäftsführer Kai Uwe Ebert erläuterte, die Infrastruktur müsse mit Achslasten von bis zu 22,5 Tonnen belastbar sein.

Höchstens Tempo 50

Damit es zu keiner Belästigung der Anwohner kommt, ist die Höchstgeschwindigkeit auf 50 km/h begrenzt. Wenn an den Wochenenden keine Güterzüge rollen, sollen die Gleise Museumsbahnen wie dem Teuto-Express zur Verfügung stehen.

Während der erste Abschnitt von Ibbenbüren bis Bad Iburg bereits im Sommer 2018 für den Tourismusverkehr freigegeben werden konnte, läuft seit Dezember die Sanierung der Trasse zwischen Bad Iburg und Versmold. Alte Holzschwellen werden gegen Betonschwellen ausgetauscht und Brücken erneuert.

Adenauer: Sensationell guter Preis

Die Unternehmen im Kreis Gütersloh hätten großes Interesse an der Wiederbelebung der Strecke, sagte Landrat Adenauer, zumal auf dem südlichen Streckenabschnitt von Harsewinkel über Gütersloh nach Verl ab 2023 wieder Personennahverkehr auf der Schiene betrieben werden soll. „Wir finden, dass wir bei einem sensationell guten Preis einen hohen Gegenwert bekommen“, sagte er und fügte hinzu: „Da wächst richtig etwas zusammen“. Der Kreistag habe einstimmig für das Projekt votiert.

Über die gute Zusammenarbeit über Kreis- und Landesgrenzen hinweg freut sich auch Steinfurts Landrat Klaus Effing: „Durch diese Kooperation leisten wir unseren Beitrag dazu, mehr Güter von der Straße auf die Schiene zu bekommen. Dank des beispielgebenden Engagements der Lappwaldbahn konnte unser Zuschuss relativ gering bleiben.“ Auch ihr niedersächsischer Kollege Lübbersmann zeigte sich sehr zufrieden: „Wir haben ja bereits im touristischen Zubringerdienst zur Landesgartenschau erlebt, wie schön eine Fahrt mit dem Teuto-Express ist; nun wollen wir auch unseren Beitrag leisten, die Strecke vollständig fit für die Zukunft zu machen.“

Gesamtkosten

Die Gesamtkosten für die rund 50 Kilometer lange Streckensanierung von Versmold bis Ibbenbüren inklusive des „Abstechers“ zum Hafen Dörenthe bezifferte Lappwaldbahn-Pressesprecher Josef Högemann auf knapp 12 Millionen Euro, der jetzt gestartete Abschnitt werde mit 4,3 Millionen Euro veranschlagt. Für die Förderung des Güterverkehrs auf der Schiene übernehme der Bund etwa die Hälfte der Kosten, weitere Zuschüsse kämen von den Ländern Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.