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Rückblick auf 2017 Iburger sparen Wasser, das macht den Verbrauch teurer

Von Stefanie Adomeit | 15.06.2018, 15:58 Uhr

Mit den Jahresberichten 2017 für das Abwasserwerk und das Wasserwerk beschäftigte sich der städtische Betriebsausschuss. Das Jahr verlief für das Wasserwerk wenig erfreulich. Erstmals steht ein Verlust in den Büchern. Positiver fällt die Bilanz des Abwasserwerks aus.

Wirtschaftsprüfer Hermann Ewerding erklärte, wie es zum Verlust von 12.000 Euro im Wasserwerk kam: „ Der Umsatz ist um 8 Prozent oder 78.000 Euro gesunken, weil die Bad Iburger weniger Wasser verbraucht haben. “ Insofern sei das Jahr nicht gut gelaufen, auch wenn Wassersparen ökologisch eine sinnvolle Sache sei.

Hinzu kamen technische Probleme mit den Pumpen und Kosten für Filter, die den Materialaufwand um über 20 Prozent erhöhten: „Sie mussten relativ viel in die Leitungsnetze investieren“, erklärte Ewerding den Mitgliedern des Ausschusses, „und diese Kosten werden weiter ansteigen“. Probleme mit den Pumpen waren dann auch einer der Gründe dafür, dass die Stadt 30.000 Kubikmeter Wasser zukaufen musste – obwohl der Wasserverbrauch sinkt.

Das Wasserwerk hat zwei langfristige Darlehen à 300.000 Euro aufgenommen. Davon stehen in diesem Jahr noch 221.000 Euro für Investitionen ins Leitungsnetz zur Verfügung.

Laga erhöht Wasserverbrauch

Für 2018 rechnet Ewerding wegen der Landesgartenschau mit einem höheren Wasserverbrauch. Da der Verbraucherpreis für den Kubikmeter Anfang des Jahres von 1,03 auf 1,12 Euro angehoben wurde, könnte das Betriebsergebnis des Wasserwerks in diesem Jahr wieder positiv ausfallen. Ob der Preis hoch genug ist, um den sinkenden Verbrauch aufzufangen und eine Konzessionsabgabe an die Stadt und eine angemessene Eigenkapitalverzinsung zu erwirtschaften, müsse man sich dann anschauen. Im Übrigen sei die Finanzstruktur des Wasserwerks mit der Eigenkapitalhöhe von 2,17 Millionen Euro ausgewogen.

Weniger Frischwasserverbrauch bedeutet weniger Abwasser: Und so berichtete auch Wirtschaftsprüfer Volker Ellerbrock von der Wibera über 54.000 Euro geringere Erträge im Abwasserwerk wegen der gesunkenen Abwassermenge. Im Bereich Schmutzwasser unterschreiten die Umsatzerlöse der Kanalgebühren den Planansatz um 44.000 Euro. Dem stehen Einsparungen beim Material in Höhe von 72.000 Euro gegenüber.

Solide finanziert

Im Bereich der Niederschlagswasserbeseitigung kam es ebenfalls zu Einsparungen beim Materialaufwand in Höhe von 214.000 Euro, sodass diese Sparte einen Jahresüberschuss von 180.000 Euro erwirtschaftet hat. Die Kosten für die Entsorgung des Klärschlamms stiegen allerdings von 91.000 Euro auf 113.000 Euro.

Der Jahresüberschuss des Abwasserwerks fällt mit 429.000 Euro um 124.000 Euro geringer aus als im Vorjahr. Hiervon entfallen 246.000 Euro auf die Schmutzwasserbeseitigung, 180.000 Euro auf die Beseitigung des Niederschlagswassers und 3000 Euro auf die Stromerzeugung. Vom Überschuss wird ein Betrag von 301.000 Euro als Eigenkapitalverzinsung an den städtischen Haushalt abgeführt.

Das Anlagevermögen erhöhte sich von 8,7 Millionen auf 10,1 Millionen Euro. Investitionen von gut 2 Millionen Euro stehen Abschreibungen von 638.000 Euro gegenüber. Die Bilanzsumme ist um 1,6 Millionen Euro auf 10,7 Millionen Euro gestiegen. „Das Abwasserwerk ist solide finanziert“, resümierte Ellerbrock seinen Prüfbericht.