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Neue Gruppe am DRK-Kindergarten? Bad Iburg braucht mehr Krippenplätze

Von Danica Pieper, Danica Pieper | 13.02.2017, 16:16 Uhr

Babyboom in Bad Iburg: Statt der prognostizierten 82 bis 84 Geburten konnte sich der Kurort 2016 über 100 Neugeborene freuen. Dies bedeutet allerdings auch, dass Bad Iburg dringend neue Krippenplätze benötigt, wie bei der Sitzung der Bildungs- und Sozialausschusses deutlich wurde.

„Wir haben schon jetzt 13 Plätze zu wenig, die wir aber über die Tagespflege abdecken konnten“, erklärte Irene Wellmann vom Familienservicebüro. In Zukunft wird sich die Situation noch verschärfen, denn während die Zahl der Geburten steigt, nimmt die der Tageseltern ab. Bad Iburg braucht daher mindestens zwei neue Krippengruppen, um den Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung zu erfüllen. Bislang gibt es drei reine Krippengruppen in der Stadt sowie zwei altersgemischte Gruppen. Die Zahl der Betreuungsplätze liegt insgesamt bei 81. Die Verwaltung rechnet für die Einrichtung zweier neuer Krippengruppen mit Kosten von 800000 Euro. 180000 Euro würde das Land zuschießen, sodass sich die Gesamtkosten auf 620000 Euro belaufen.

DRK-Kindergarten plant schon

Der DRK-Kindergarten Kneippzwerge hat bereits konkrete Pläne für einen Krippenneubau eingereicht. Dort könnte Platz für zwei Krippengruppen mit jeweils 15 Plätzen entstehen. Eine Gruppe davon würde aus dem Ursprungsgebäude ausgelagert werden. Das DRK rechnet mit Kosten von 606500 Euro plus Umbaumaßnahmen. Die Landesschulbehörde hat bereits eine Betriebserlaubnis in Aussicht gestellt, da die Pläne die Anforderungen des Kindertagesstättengesetzes erfüllen.

Neubau am Franziskus-Kindergarten?

Die katholische Kirchengemeinde St. Jakobus machte den Vorschlag, das Schwesternwohnheim neben dem Franziskus-Kindergarten abzureißen. Dort könnte ein Neubau mit zwei Krippengruppen mit je 15 Plätzen entstehen. Auch hier würde eine Gruppe aus dem Bestandsgebäude ausgelagert werden, sodass eine neue Gruppe geschaffen wird. Optional sei auch die Einrichtung einer dritten Krippengruppe möglich. Die Kirchengemeinde rechnet mit einem Finanzierungsbedarf von 800000 Euro. Charly‘s Kinderparadies Bad Essen hat angeboten, eine Kinderkrippe in einer geeigneten Bestandsimmobilie einzurichten. Bisher hat die Stadt jedoch kein geeignetes Gebäude gefunden.

FDP will Krippe in Ostenfelde

Die FDP-Gruppe mit Tim Baalmann und Matthias Papenbrock sprach sich dafür aus, in der Grundschule in Ostenfelde die Einrichtung einer Krippe zu prüfen. Bürgermeisterin Annette Niermann betonte dagegen, dass sich das Gebäude nicht für die Krippennutzung eignet. Die Möglichkeit, einen Neubau auf dem Gelände zu errichten, müsse man prüfen. „Das Objekt in Ostenfelde ist sehr interessant, wir möchten, dass da weiter geguckt wird“, so Baalmann. Renate Ralle (Grüne) fragte an, ob die Jugendherberge nicht in Zukunft für die Einrichtung einer Krippe in Betracht kommt. Sabine Glosemeyer (WBG) schlug ein Gebäude an der Teutoburger Straße vor, das sich im Besitz der Stadt befindet. Das Gebäude sei „abbruchreif“, erklärte Niermann. Man werde den Ort jedoch wie auch die Jugendherberge prüfen. Dies werde aber ein wenig dauern.

Bad Iburg muss „in die Hufe kommen“

Christian Averdiek (CDU) sprach sich dafür aus, die Schulentwicklungsplanung weiter voran zu treiben. Vielleicht zeige sich im Zuge dessen, dass ehemalige Schulgebäude für Krippen genutzt werden können. Wellmann sah dies kritisch: „Wir haben nicht ein paar Jahre Zeit, um in die Hufe zu kommen.“ Auch Fachdienstleister Ulrich Ortmeier gab zu Bedenken, dass es womöglich mehrere Jahre dauern würde, eine Krippe in einer Bestandsimmobilie einzurichten. Die SPD sprach sich dafür aus, Krippengruppen bei den bisherigen Trägern zu schaffen. „Die Zeit drängt“, so Annemarie Hein. Das DRK könne bis zum Sommer 2018 mit den Baumaßnahmen fertig sein.

Verhandlungen mit DRK

Der Ausschuss stimmte dafür, dass die Verwaltung Verhandlungen mit dem DRK-Kindergarten aufnimmt. Verhandlungen mit der Kirchengemeinde St. Jakobus lehnte das Gremium ab. Ferner stimmte der Ausschuss gegen den Antrag der FDP, einen Anschubfinanzierung von 20000 Euro für die Krippeneinrichtung in den Haushalt einzustellen.