Ein Artikel der Redaktion

Investitionen in Leitungsnetz Zu wenig Niederschlag: Noch sitzt Bad Iburg nicht auf dem Trockenen

Von Petra Ropers | 09.06.2017, 15:07 Uhr

Die Autofahrer freut es, die Kinder bedauern es: „Die vergangenen Winter waren viel zu trocken“, stellte Bürgermeisterin Annette Niermann im Betriebs- und Finanzausschuss fest. Der ausbleibende Schnee wirkt sich auch auf das Grundwasser aus. Noch allerdings ist die Wassermenge, die Bad Iburg ergänzend zur eigenen Förderung zukaufen muss, stabil.

Weitgehend unverändert gegenüber dem Vorjahr blieb mit 204000 Kubikmetern im Wirtschaftsjahr 2016 die Frischwasserabnahme vom Wasserbeschaffungsverband Osnabrück-Süd. Im Jahresbericht des Wasserwerkes, mit dem sich jetzt der Ausschuss befasste, schlägt sich aufgrund gestiegener Preise dennoch ein um 4100 Euro leicht erhöhter Aufwand für den Wassereinkauf nieder.

Wasserverbrauch kontinuierlich gestiegen

Ein Blick in die Statistik zeigt: Der abgerechnete Gesamtverbrauch an Frischwasser ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Lag er 2009 noch bei knapp 630000 Kubikmetern, so rechnete das Wasserwerk im vergangenen Jahr schon über 734000 Kubikmeter ab. Durch den gestiegenen Wasserverbrauch lagen bei gleichbleibenden Gebühren von 1,03 Euro die Umsatzerlöse des Wasserwerks aus den Gebühren in 2016 mit 893300 Euro um 10800 Euro über dem Vorjahr.

Auf der Kostenseite schlugen diverse Unterhaltungsmaßnahmen zu Buche, die den sonstigen Materialaufwand im Vergleich zum Vorjahr um 33700 Euro auf 161000 Euro erhöhten. Im Berichtsjahr weist das Wasserwerk so einen Gewinn von rund 45080 Euro, der in voller Höhe in die Rücklage für Investitionen eingestellt wird. Als Konzessionsabgabe gehen 69947 Euro an den städtischen Haushalt.

Schwerpunkt Modernisierung

Für 2017 erwartet Wirtschaftsprüfer Hermann Ewerding erneut ein positives Ergebnis. Allerdings stehen im Bereich des Wasserwerks beträchtliche Investitionen in Höhe von rund 610000 Euro für Leitungsnetzerweiterungen an. Im Bereich des Abwasserwerkes verschob sich der Schwerpunkt der Investitionen, der über Jahre in der Erschließung neuer Baugebiete lag, auf die Modernisierung bestehender Anlagen. In 2016 betrafen die Maßnahmen insbesondere die B51, Sandstraße/An der Walkenmühle, Drostenhof und Bischof-Benno-Straße.

Auf der Einnahmeseite entwickelten sich vor allem die Erlöse aus der Schmutzwasserbeseitigung mit einem Plus von 33200 Euro merklich positiv. Nahezu unverändert blieben die Erlöse aus der Niederschlagswasserbeseitigung. Gegenüber dem Vorjahr verbesserte sich das Ertragsergebnis des Abwasserwerks um rund 71400 Euro auf 553485 Euro. „Die Wirtschaftsplanvorgaben wurden damit positiv übertroffen“, stellt der Bericht der Wirtschaftsprüfer fest.

Unterhaltung bei Niederschlagswasser

Von dem Jahresgewinn werden 267256 Euro als Eigenkapitalverzinsung an den städtischen Haushalt abgeführt. Von dem verbleibenden Jahresüberschuss in Höhe von 286228 Euro gehen 22568 Euro in die Rücklage für investive Zwecke. Der Rest wird in die Allgemeine Rücklage eingestellt. Für 2017 gehen die Prüfer von sinkenden Umsätzen und Erlösen im Bereich Schmutzwasser aus.

Für den Bereich Niederschlagswasser ist trotz steigender Umsätze wegen anstehender Unterhaltungsmaßnahmen ein gleichfalls sinkendes Jahresergebnis zu erwarten. Konstant bleibt dagegen voraussichtlich die Sparte Strom mit einem Umsatz von rund 50000 Euro und einem Überschuss von rund 13000 Euro.