Ein Artikel der Redaktion Neue Osnabrücker ZeitungLogo Neue Osnabrücker Zeitung

Hauptschule ohne Anmeldungen Iburger SPD puzzelt Schullandschaft neu zusammen

Von Stefanie Adomeit | 23.07.2014, 19:44 Uhr

Die Bad Iburger SPD hat gepuzzelt. Das Motiv: die bunte örtliche Schullandschaft. Und wenn man alle Puzzleteile richtig zusammensetzt, ergibt sich ein interessantes Bild, das Rats- und Kreistagsmitglied Nazih Musharbash der Neuen OZ am Mittwoch vorstellte. Im Mittelpunkt des Puzzles steht die Integrierte Gesamtschule, die vermutlich bald irgendwo im Südkreis eröffnet werden soll. Hoffentlich in Bad Iburg, meinen die Sozialdemokraten.

Der Kreistag plant mehr oder weniger explizit, im Landkreis Osnabrück zwei IGS einzurichten. Im Nordkreis favorisiert man den Standort Bramsche. Nach den Sommerferien soll dort mit einer Elternbefragung der Nachweis der notwendigen Schülerzahlen für eine IGS erbracht werden.

Für den Südkreis ist grundsätzlich beabsichtigt, zum Schuljahresbeginn 2016 den Standort für eine IGS zu finden. Im Oktober soll die Abstimmung erfolgen, denn bis Anfang November muss bei der Landesschulbehörde der Antrag für die Einrichtung einer oder zwei neuer Gesamtschulen ab 2015/16 gestellt werden.

Erste Interessenten und Nicht-Interessenten haben sich zu Wort gemeldet. Georgsmarienhütte gilt bisher als Favorit. Aber auch Bad Iburg hat Interesse, ebenso Hilter und – gemeinsam – Dissen und Bad Rothenfelde.

Aber zurück nach Bad Iburg: Fest steht, dass die Hauptschule in Bad Iburg keine Zukunft hat. Zum neuen Schuljahr ab September gibt es keine einzige Anmeldung. Die SPD-Fraktion hat jetzt mit Unterstützung der Ratsmehrheit die Auflösung der Hauptschule zum Schuljahr 2015/2016 beantragt. Die Stadtverwaltung bereitet jetzt einen Aufhebungsbeschluss vor, der im Oktober beraten werden soll. Nach einer Beteiligung der Eltern würde die Stadt dann einen entsprechenden Antrag bei der Landesschulbehörde einreichen. Auch der Schulleiter Reinhard Plogmann hält nach Angaben von Fachdienstleiter Christian Kamlage eine Fortführung der Schule für sinnlos. Schon jetzt gibt es Kombiklassen über zwei Jahrgänge. Auch die Realschule habe weniger Anmeldungen als gewohnt. Zudem komme, so Musharbash, schon jetzt ein Drittel der Realschüler aus den Nachbargemeinden.

Deshalb sei eine Integrierte Gesamtschule in Bad Iburg gut aufgehoben und „ein Alleinstellungsmerkmal“. Ihre Oberstufe solle eine intensive Kooperation mit dem Gymnasium eingehen. Nach dem SPD-Modell wäre das räumlich kein Problem. Denn die IGS könnte, finden die Sozialdemokraten, in das dann leer stehende Hauptschulgebäude einziehen.

Da der Komplex schon dem Landkreis gehört und dieser auch für eine IGS Träger wäre, hätte dieses Modell auch den Vorteil, dass alles in einer Hand wäre. Im Moment zahlt die Stadt Miete für die Hauptschule.

Gleichzeitig zeichne sich damit eine gute Lösung für das Problem ab, das Bad Iburg mit dem baulichen Zustand seiner Grundschulen hat. „Wir könnten alle drei Grundschulen im Gebäude der jetzigen Realschule beheimaten“, schlägt Musharbash vor. Ein entsprechendes Gutachten liege vor. Sogar die Sporthalle könne die Stadt dann für die Grundschüler umbauen. So könnten aus sechs drei Schulstandorte werden.

Auch Bürgermeisterin Annette Niermann befürwortet eine Iburger Gesamtschule. Die Diskussion ist also (wieder) eröffnet, nachdem sich Iburger Christdemokraten und Liberale bereits gegen eine IGS positioniert hatten. Für sie gebe es, das habe die Elternbefragung gezeigt, in Bad Iburg keinen Bedarf.