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Fundtiere ins Tierheim Gefundene Katzen: Stadt Bad Iburg nicht zuständig

Von David Hausfeld, David Hausfeld | 01.04.2016, 16:30 Uhr

Eine Frau aus Bad Iburg hat einen Kater gefunden und ihn an die Stadt zur Ermittlung des rechtmäßigen Besitzers geben wollen. Die Kommune lehnte ab, denn Katzen werden nur in Ausnahmefällen vom Ordnungsamt als Fundtiere entgegengenommen. Zuständig ist stattdessen das Tierheim Hellern in

„So ein lieber und zutraulicher Kater“, beschreibt Melanie Ehrat ihren Fund. Auf ihrem Grundstück bemerkte die Bad Iburgerin, die selber Besitzerin eines Hundes und einer Katze ist, das streunende Tier. Sicher, dass das Tier einen rechtmäßigen Besitzer hat, wandte sie sich an die Stadt Bad Iburg. Hier wurde sie jedoch abgewiesen, mit der Begründung: „Da kann ja jeder kommen, um sein Tier loszuwerden“, berichtet Ehrat.

Das Problem sei die Unterscheidung zwischen Freigängerkatzen und wild lebenden Katzen, erläutert Claudia Trentmann vom Ordnungsamt Bad Iburg auf Nachfrage unserer Redaktion. Von dem Gesuch von Frau Ehrat wisse sie nichts, sagt sie. Viele freilaufende Katzen hätten dennoch einen rechtmäßigen Besitzer, sagt sie. Würden alle freilaufenden Katzen als Fundtiere abgegeben, gäbe es „einige traurige Gesichter“ unter den Besitzern, vermutet Trentmann. Grundsätzlich sollten gefundene Katzen nie gefüttert oder gar mit nach Hause genommen werden, empfiehlt sie.

Hunde als Gefahr für die öffentliche Sicherheit

Eine Möglichkeit der Identifizierung sei zu überprüfen, ob das Tier über einen Chip verfügt. Auf dem Land sei dies jedoch nur äußerst selten der Fall, so Trentmann. Kranke Tiere würden aufgenommen und an einen Tierarzt vermittelt. Auch bei Hinweisen auf einen konkreten Besitzer werde versucht, diesen zu finden oder das Tier vorübergehend an ein Tierheim zu geben. Grundsätzlich nehme das Ordnungsamt jedoch keine Fund-Katzen entgegen.

 Weiterlesen: Osnabrücker Sonderregelung für Fundtiere 

Etwas anders verhält sich mit Hunden: Diese stellen unter Umständen ein Risiko für die öffentliche Sicherheit dar. Dabei geht es neben der Bissgefahr auch um die Unfallgefahr - wenn etwa ein Tier auf die B51 läuft. Bei entsprechender Meldung über einen streunenden oder gefundenen Hund werde ein Fachunternehmen angefordert, sagt Trentmann. Der Bauhof selbst verfüge nicht über Personal und Materialien, um diese Aufgabe zu übernehmen.

Gefundene Tiere müssen ins Tierheim

Seit 2014 bestehe ein Vertrag zwischen dem Tierheim Hellern in Osnabrück und der Stadt Bad Iburg, sagt Wolfgang Herkt, Vorsitzender vom Verein Tierschutz Osnabrück und Umgebung. Als Fundtiere gelten alle domestizierten Tiere, egal ob Kaninchen, Ziege oder eben Katze. Sie können und sollten im Osnabrücker Tierheim abgegeben werden. Die Identifikation als Haustier sei einfach: Ein Tier, das sich aufnehmen lässt, habe mit einer „Wahrscheinlichkeit von 100 Prozent“ einen Besitzer, sagt Herkt. Wilde Tiere würden um sich beißen und sich nicht einfangen lassen.

Die Stadt Bad Iburg ist nicht zuständig für die Aufnahme von Fundtieren, bestätigt Herkt. Gefundene, domestizierte Tiere, darunter auch Katzen, sollten auf jeden Fall ins Tierheim gebracht werden, so der Tierschützer. Hier würden sie versorgt und gegebenenfalls ärztlich behandelt. Die rechtmäßigen Besitzer könnten das Tier dort wiederfinden und abholen, so Herkt.

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