Ein Artikel der Redaktion Neue Osnabrücker ZeitungLogo Neue Osnabrücker Zeitung

Führungskräfte und Behinderte Inklusives Kunstprojekt bei Bad Iburger Unternehmen Meyer

Von Horst Troiza, Horst Troiza | 12.06.2016, 19:51 Uhr

Gesunde und Menschen mit Behinderung haben sich zu einem außergewöhnlichen Kunstprojekt verabredet: Anlässlich des Tags der offenen Tür des Textilpflege-Unternehmens Meyer veredelten sie Frontflächen von Großwaschmaschinen mit bunten Applikationen.

Inklusion, die barrierelose Integration von Menschen mit Behinderung, findet überall in der Gesellschaft statt. In Schulen und in der Berufswelt ist sie seit längerem Thema, nun auch in der Kunst. Anlässlich ihres Tags der offenen Tür hatte die Geschäftsleitung des Unternehmens neben ihren Kunden auch eine Gruppe der Heilpädagogischen Hilfe Osnabrück sowie Führungskräfte aus verschiedenen Berufsbereichen zu einem öffentlichen Kunstprojekt eingeladen.

13 Teilnehmer

„Die Idee ist, Menschen aus unterschiedlichen Bereichen in einen gemeinsamen, kreativen Prozess einzubinden“, fasste Sabine Reins zusammen. Die Leiterin der Osnabrücker Kommunikationsagentur „be able“ hatte am Morgen die 13 Teilnehmer begrüßt, die sich für diesen Tag zu künstlerischen Tandems aus Gesunden und Menschen mit Behinderung formierten. „Die Schlagwörter für unser Projekt sind: sinnvoll, respektvoll, humorvoll“.

Zwei Gruppen

Beate Böttger-Göwecke vom Bundesverband der mittelständischen Wirtschaft , Diözesanreferentin Christiane van Melis, Inna Meissner von der Agentur „Schöne Medien“, sowie Svea Börs von der Meyer-Unternehmerfamilie und deren Mitarbeiterinnen Sandra Wöbeking und Alexandra Wolf bildeten die eine Gruppe, Angehörige des HHO-Kunstcontainers die andere.

Form und Farbigkeit

Nach einer kurzen Einführung und dem Kennenlernen begannen die Tandems, den unifarbenen Maschinenfronten mit Bleistift, Zirkel, Cuttermesser, Schere und viel Klebeband zu Leibe zu rücken. „Wir haben erst einmal in einem konstruktiven Prozess die Form und Farbigkeit festgelegt, dann sind wir an die Ausführung gegangen“, berichtete Anke Niermeyer vom Kunstcontainer, die in einem Rollstuhl sitzt. Svea Börs, die neben ihr stand, sagte, man habe „eng zusammenrücken müssen und die Kunst hat uns verbunden“. Stefan Zunk, ebenfalls vom Kunstcontainer, fasste es in die Worte zusammen, es mache „allen riesigen Spaß. Wir sind uns nähergekommen“.

Viel Beifall für Resultate

Die Resultate der Gruppen konnten sich wirklich sehen lassen. Ferdinand Pechmann, der bei dem Projekt als Design-Berater tätig war, lobte den unterschiedlichen Ausdruck und die Ausführung der Kunstprodukte, die von den übrigen Besuchern des Tags der offenen Tür mit viel Beifall bedacht wurden. Aus hygienischen und Sicherheitsgründen können die veredelten Fronten nicht mehr an die Waschmaschinen angebracht werden, sollen  aber einen festen Platz in den Firmenräumen erhalten.