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Eine Fundgrube für Historiker Archiv des Heimatvereins Glane in Averbecks Speicher eingerichtet

Von Horst Troiza | 05.09.2011, 15:02 Uhr

Eine Fundgrube für wissenschaftliche Forschungen und Hobbyhistoriker ist das Archiv des Heimatvereins in Glane. Nach Jahren provisorischer Unterbringung hat es nun einen festen Platz in den Räumen von Averbecks Hof erhalten.

Averbecks Hofstelle liegt in nachmittäglicher Stille. So ruhig, wie es draußen zugeht, ist es auch innen in dem jahrhundertealten Fachwerkgebäude. Selbst Margret Zumstrulls Arbeit unterbricht die Stille kaum.

Die Archivarin des Heimatvereins beschriftet Signaturschilder und befestigt sie dann auf den Buchrücken. Der Buchbestand des Archivs ist enorm – und ohne eine Systematik bei der Aufnahme würde ein heilloses Durcheinander herrschen. Die Arbeit Zumstrulls und ihrer Kolleginnen Irmgard Rahe und Maria Böggemann ist nicht hoch genug einzuschätzen: Nun ist es möglich, in Minutenschnelle Zugriff auf alle zur Verfügung stehenden Medien zu einem gewünschten Thema zu erhalten.

„Wir sind unendlich froh, das Archiv hier dauerhaft auf Averbecks Hof haben zu können“, sagt die Historikerin und pensionierte Direktorin des Gymnasiums Bad Iburg. Unermüdlich hat sie sich seit Jahren des Materials angenommen, das dem Heimatverein überlassen worden ist. Es stammt aus Nachlässen, Schenkungen oder ist von den Besitzern, die selbst über keine geeignete Aufbewahrungsmöglichkeit verfügen, als Dauerleihgabe in fachkundige Hände übergeben worden.

Die Archivalien stammen in der Mehrzahl aus dem regionalen Bereich, aus Glane, Bad Iburg, dem Südkreis. Da ist zum Beispiel ein Karton mit Unterlagen der Glaner Familie Pohlmann. Verträge, Gerichtsakten, Verkäufe – beginnend mit dem Jahr 1751. Die Dokumente geben Auskunft über Eigentumsverhältnisse am Glaner Bach und erzählen detailliert über den Rechtsstreit mit den Betreibern der Teutoburger Waldeisenbahn. Das Forscherherz geht auf, wenn sich der Deckel des säurefesten Aufbewahrungskartons hebt.

„Wir arbeiten eng mit dem Staatsarchiv in Osnabrück zusammen, das uns mit dem geeigneten Material für die Lagerung versorgt, zum Selbstkostenpreis“, erklärt Agnes Wiemann, Vorsitzende des Heimatvereins. Die professionelle Arbeit im Archiv habe sich herumgesprochen, sodass immer häufiger historisch oder auch privat wertvolle Dokumente den Weg zu Averbecks Hof finden.

Jeden Tag schaut Adolf Averbeck vorbei, der den Hof in eine Stiftung überführt hat. Er lebt nahebei in einer Seniorenwohnung. Die Archivräume sind jahrzehntelang seine Wohnung gewesen. Dort, wo sich jetzt die Bibliothek mit den vielen Bänden befindet, ist einmal sein Schlafzimmer gewesen. Averbeck ist sehr froh, dass trotz seines Auszugs Leben im historischen Hof geblieben ist.

Am kommenden Mittwoch wird neben dem Hauptgebäude im Heimatmuseum Averbecks Speicher wieder reger Besuch erwartet. Dort wird um 16 Uhr das neue Buch des Heimatvereins vorgestellt. Eine ganze Reihe von Autoren hat das Thema „Glaubenszeugnisse und Kulturdenkmale. Hof- und Wegkreuze und -Kapellen im Kirchspiel Glane“ aufbereitet.