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Der Wald als Klassenzimmer Glaner Grundschüler unterwegs im Freden

Von Petra Ropers | 09.06.2016, 13:28 Uhr

Wie heißt die Wohnung eines Eichhörnchens? Welcher Vogel ruft seinen eigenen Namen? Und wozu brauchen Forstarbeiter eigentlich ein Schäleisen? Knifflige Fragen und Aufgaben rund um die Natur erwarteten die Glaner Grundschüler im Freden.

Bei den Waldjugendspielen stellten die Erst- bis Viertklässler am Mittwoch ihre Kenntnisse des Lebensraumes Wald unter Beweis. In kleinen Gruppen machten sie sich an der Wassertretstelle auf den Weg. Insgesamt 13 Stationen erwarteten sie auf einem ausgedehnten Rundkurs durch den Freden. Mit den Lehrern und einigen Eltern engagierten sich dabei auch freiwillige Helfer aus den Reihen des Hegerings Kleiner Berg der Jägerschaft Osnabrück-Land für die Waldjugendspiele.

Rätselraten bei der Waldschnepfe

Und die hielten gleich an der ersten Station echte Herausforderungen bereit. Denn die als Präparate mitgebrachten Vögel aus Wald und Flur waren gar nicht so leicht zu identifizieren. „Den kenne ich! Das ist ein Fasan“, urteilte Milosz nach einem kurzen, fachkundigen Blick. Auch der Buntspecht war schnell notiert. Der Vogel mit dem langen, dünnen Schnabel bereitete den Jungen und Mädchen da schon mehr Kopfzerbrechen. „Stecher“ nannte Klaus Meyer vom Hegering den Schnabel, mit dem die Waldschnepfe auf der Suche nach Würmern tief in den Boden hineinsticht.

Die befellten Waldbewohner von Reh und Fuchs bis Eichhörnchen und Dachs kannten die jungen Experten dagegen ganz genau. Nur der Einwanderer aus Nordamerika gab einiges Rätselraten auf. Dabei ist der Waschbär mittlerweile auch im Freden heimisch, wie Manfred Paetsch vom Hegering berichtete. Auf dem Weg von einer Station zur anderen hielten die Kinder eifrig die Augen offen. Denn unterwegs warteten mit Zahlen markierte Bäume und Sträucher darauf, von den jungen Experten bestimmt zu werden.

Bäume bestimmen und balancieren

Eiche, Ahorn oder Kastanie? Mit den Bäumen kennt sich Leonard bestens aus: „Mein Opa ist schließlich Jäger.“ Vom Borkenkäfer bis zum Brandschutz reichte das Spektrum der Fragen, die im Freden auf die Kinder warteten. Dabei brachten die Waldjugendspiele ganz nebenbei die Grundschüler mit viel Spaß in der Natur in Bewegung. Da wurde neugierig schon mal ein kleiner Sprint bergauf eingelegt, um schneller an der nächsten Station zu sein. Beim Balancieren und Zapfenwerfen war zudem sportliches Geschick gefragt.

Alle zwei Jahre verwandelt die Grundschule Glane den Wald in ein ausgedehntes Klassenzimmer – wenn nicht wie im vergangenen Jahr das Wetter den Ausflug verhindert. Die Schüler sind stets mit großem Eifer dabei. Und wenn nur ein wenig von der Begeisterung für die Natur hängen bleibt, dann hat sich für Lehrer, Eltern und Hegering der Einsatz wieder einmal gelohnt.