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Aussichtsplattform am Herrenrest Studenten für 28-Meter-Bank in Bad Iburg ausgezeichnet

Von Stefanie Adomeit | 22.06.2016, 16:43 Uhr

Die einen haben die längste Praline der Welt, die anderen die längste Bank. Eberswalde schmückt sich seit seiner Landesgartenschau mit einer 90 Meter langen Sitzgelegenheit. Getreu dem Motto, es kommt nicht auf die Länge an, begnügen sich die Iburger mit 28– und punkten stattdessen mit einer spektakulären Aussicht. Für den Entwurf von Bank und Aussichtsplattform erhalten Julia Götte, Denise Liebenow und Jennifer Uthe den ersten Preis des Wettbewerbs „Schlossblicke“.

Auf 140 Metern Höhe thront das Schloss, auf 280 der Aussichtspunkt am Herrenrest. Dazwischen liegen zwei Kilometer Luftlinie. Um die von Nadelwald und Rotbuchen gesäumte Lichtung am Herrenrest mit dem Blick auf das Wahrzeichen des Osnabrücker Landes und nach Süden in Szene zu setzen, soll sich die Bank an den Hang der Lichtung schmiegen und an eine großzügige Aussichtsplattform anschließen.

Die ist 45 Quadratmeter groß, aus Holz, mit einem Boden aus Gitterrosten für den Blick auf die Pflanzen am Boden. Für die bequeme Erreichbarkeit soll der Wanderweg am Herrenrest auf zwei Meter verbreitert und geschottert werden.

Vogelgezwitscher und Abgeschiedenheit

Ruhe, Abgeschiedenheit, Aussicht, Wald, Vogelgezwitscher – all das soll der Entwurf bieten. „Dieser Entwurf war gleich mein heimlicher Favorit“, sagt Jury-Mitglied Friederike Pellengahr, Mitarbeiterin der Laga-Gesellschaft. „Die drei haben sehr gut auf die topografischen Besonderheiten reagiert und präsentieren einen besonderen Blick, nicht nur aufs Schloss.“ Und die drei angehenden Landschaftsarchitektinnen freuen sich über ein Preisgeld von 750 EUR.

Der Förderverein für die Laga hatte das Projekt für Studenten der Landschaftsarchitektur der Hochschule Osnabrück ausgerufen. Die Ideen reichten von großen Würfen wie einem Baumwipfelpfad bis zu kleinen Aussichtspunkten mit Aha-Effekt.

13 Wettbewerbsbeiträge

Für die Jury war es nicht leicht, aus 13 Vorschlägen die Siegerentwürfe und zwei Ankäufe auszuwählen. „Die Aufgabenstellung haben die Studierenden in hervorragender Weise bewältigt. Sie haben besondere Standorte gefunden und deren Besonderheiten ganz toll herausgearbeitet“, sagte Iburgs Bürgermeisterin Annette Niermann, ebenfalls Mitglied des Preisgerichtes. Besonders begeistert zeigte sich die Jury von der „großen Kreativität der jungen Leute“.

Den zweiten Platz vergab die Jury für den Entwurf einer Aussichtsplattform am Kohlbach am Regenrückhaltebecken Schwarze Wiese. Mit wenig Aufwand eröffnet sich von hier aus ein ganz anderer Blick auf die Ostfassade des Schlosses. Gleichzeitig wird das vorhandene Biotop erlebbarer.

Wildwiese am Wasserwerk

Der drittplatzierte Entwurf arbeitet einen bekannten Aussichtspunkt als „Wildwiese am Wasserwerk“ auf der Laeregge heraus. „Beide Ideen, Platz zwei und drei, könnten schnell und kostengünstig realisiert werden“, sagt der zweite Vorsitzende des Fördervereins Gerd Bentrup.

Zwei weitere Vorschläge wurden mit einer ‚Anerkennung‘ belohnt: Mit einer kleinen, nestförmigen Plattform oberhalb des Charlottensees erschließt sich ein wunderschöner Blick auf Schloss, See und das künftige Gartenschaugelände (Team Ramona Haverland, Annika Liskow, Carina Tietjen).

Preisübergabe im Schloss

Minimaler Aufwand wäre erforderlich, um abseits der Wanderwege einen weiteren interessanten Blickpunkt im Dörenberg zugänglich zu machen: das Fichtenzimmer von Christoph Gudewer und Fabian Wichert.

Für den Siegerentwurf wie die weiteren Vorschläge werde der Förderverein die Realisierungschancen möglichst noch im Vorfeld der Gartenschau 2018 ausloten, verspricht Bentrup. Die Preisübergabe ist im Schloss für den 3. Juli um 11.30 Uhr angesetzt. Dann präsentieren die jungen Planer ihre Arbeitsergebnisse auch der Bevölkerung.