Nach Gespräch mit Anliegern Iburgs City wird zur Laga Teilzeit-Fußgängerzone

Die Beckerteichpforte liegt direkt am Laga-Gelände. Von hier kommen Gartenschaubesucher bequem zu Fuß in die Innenstadt. Foto: Gert WestdörpDie Beckerteichpforte liegt direkt am Laga-Gelände. Von hier kommen Gartenschaubesucher bequem zu Fuß in die Innenstadt. Foto: Gert Westdörp

Bad Iburg. Bad Iburgs Innenstadt wird für die Landesgartenschau von 12 bis 18 Uhr zur Fußgängerzone. Dafür soll die Stadt nun in Absprache mit Anliegern und Behörden sorgen, wie der Rat einstimmig entschied.

Damit folgte er dem Antrag von Bürgermeisterin Annette Niermann, nach dem die Verwaltung „einen Versuch der Verkehrsberuhigung einleiten“ soll, der nach einem Antrag Renate Ralles von den Grünen möglichst schon einige Wochen vor der Gartenschau greifen soll. Nach Anträgen der SPD und des Marketingvereins (BIM) und Wünschen des Laga-Fördervereins sowie der Anlieger von Schloss- und Großer Straße hatte Niermann den ursprüngliche Beschlussvorschlag kurzfristig verändert.

Starkes Schwert

Statt sich auf Paragraf 8 des niedersächsischen Straßengesetzes zu berufen und sechs Straßen im Zentrum teileinzuziehen und so zur Fußgängerzone zu machen, nutzt der Rat auf Grundlage des neuen verkehrlichen Leitbildes und Anraten des Planers nun Paragraf 45 der Straßenverkehrsordnung. Die zuvor angedachte Teileinziehung sei ein starkes Schwert, erklärte Bürgermeisterin Annette Niermann den Ratsmitgliedern. „Wir wollen die Anlieger aber nicht vertreiben und die Straßen den ganzen Tag kontrollieren.“

Die generelle Beschränkung auf Tempo 20 soll bleiben. 10 Stundenkilometer in der City, wie von Anliegern und SPD gewünscht, seien nicht umsetzbar, erklärte der Landkreis. Der Grund: Dafür gebe es kein zugelassenes Verkehrszeichen.

Reden über Amtsgericht und Apotheken

Auch seien noch viele Fragen mit den Anwohnern zu klären: „Wie gehen wir mit dem Amtsgericht um, wie mit den Apotheken?“, so Niermann. Planer Heinz Mazur soll dazu ein Thesenpapier entwickeln. Dieses wird anschließend mit der BIM und den Anliegern diskutiert. Der Landkreis unterstütze das neue Konzept. „Unsere Idee ist das unbürokratischste Instrument für eine Verkehrsberuhigung“, warb auch der Leiter des Ordnungsamtes, Ulrich Ortmeier, für den Plan.

Mit der Landesgartenschau erwartet Bad Iburg viele Besucher in der Innenstadt. Ein Eingang zum Gartenschaugelände grenzt unmittelbar an die Beckerteichpforte. Von hier werden viele zu Fuß in die Innenstadt bummeln.

Neue Stadtrundgänge und mehr Deko

Marketingmaßnahmen, um Gäste zum Einkaufen, einem Restaurantbesuch oder einer Schlossbesichtigung ins Zentrum zu locken, eine neue touristische Ausschilderung, Veranstaltungen und neue Stadtrundgänge unterstützen das Konzept ebenso wie zusätzliche Sitzgelegenheiten und Dekorationen.

Mit 18 Ja-Stimmen und fünf Enthaltungen wurde außerdem beschlossen, einen Parkring auszuweisen, der die an die Innenstadt grenzenden Parkplätze über Schilder verbindet. Sie werden mit Entfernungsangaben zur Innenstadt versehen.

Für Beckerteichpforte, Rathausstraße, Kleine Straße, Große Straße und Schlossstraße wird die Parkdauer von zwei Stunden auf 30 Minuten mit Parkscheibe festgesetzt. An Hagenpatt, Drostenhof, Rathaus, Hagenberg, Kleestraße, Kirche und Arkadenstraße bleibt es bei den bekannten 120 Minuten.

Testphase

Jörg Ritterbusch (FDP) sieht Bad Iburg mit diesem Konzept „auf dem richtigen Weg“. Renate Ralle von den Grünen regte an, die Fußgänger-Regelung einen Monat vor Beginn der Gartenschau umzusetzen. „So können wir schauen, ob noch etwas verbessert werden muss.“


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